Der Einzelhandel ist nach Handwerk und Industrie die drittgrößte Wirtschaftsbranche in Deutschland. Wenn auch du im Einzelhandel ein Fachgeschäft eröffnen willst, dann gehörst auch du zu den Gründern, die hier vor allem die Freiheit und auch die Flexibilität im Einzelhandel sehr schätzen. Die Zeit jetzt ein Fachgeschäft eröffnen zu wollen ist nicht schlecht. Der Einzelhandel profitiert sehr stark vom Beschäftigungsboom in Deutschland und so ist es nicht verwunderlich, dass es im Jahr 2017 schon zum achten Mal in Folge ein Umsatzplus gegeben hat. Dich dürfte deshalb auch interessieren, dass es im letzten Jahr gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von über 4 Prozent gegeben hat. Das mag jetzt für dich vielleicht toll und sehr verlockend klingen, aber wenn du ein Fachgeschäft eröffnen willst, gibt es für dich einige Punkte zu beachten. Auf was es ankommt und welche Stolperfallen auf dich warten können, will ich dir in diesem Beitrag näher erläutern.

Du musst dich von deinen Wettbewerbern abheben

Wenn du ein Fachgeschäft eröffnen möchtest und auf Dauer auch erfolgreich sein, dann musst du dich von deinen Wettbewerbern abheben. Ich habe zwar eingangs beschrieben, welches Umsatzplus der Einzelhandel in den letzten Jahren eingefahren hat, aber dennoch darfst du dich nicht vor der Tatsache verschließen, dass der Konkurrenzkampf zwischen Fachgeschäften und dem Onlinehandel immer härter wird. Deshalb ist es wichtig für dich, dass du dich von anderen abheben kannst. Du musst versuchen, deinen Kunden eine Art emotionales Kauferlebnis zu bieten. Für dich ist es deshalb wichtig, dass du dir schon vor der Gründung genau überlegst, mit welchen Argumenten du deine Kunden in Zukunft überzeugen willst, dass genau du das richtige Fachgeschäft hast und sie bei dir einkaufen sollen. Vor allem solltest du vermeiden, dich mit dem Onlinehandel auf einen Preiskampf einzulassen. Denke daran, dass du Kosten für dein Geschäft hast wie etwa Miete, Nebenkosten und vielleicht auch Personalkosten. Da kannst du mit den Preisen im Onlinehandel nicht mithalten.

  • Hebe dich mit deinem Angebot von anderen Wettbewerbern ab
  • Überzeuge deine Kunden mit guten Argumenten und sorge für ein positives Einkaufserlebnis
  • Stelle den Preis deiner Produkte im Vergleich zum Onlinehandel nicht in den Fokus
  • Plane die richtigen Strategien für deinen Verkaufserfolg

Positiv abheben kannst du dich auch, wenn du mit deinem Fachgeschäft auch technisch fortschrittlich arbeitest. Dies kann beispielsweise ein hochwertiges Kassensystem sein, welches dich im Einzelhandel gleich auf ein anderes Niveau hebt. Mit solch einem Kassensystem kannst du nicht nur bei deinen Kunden Eindruck machen, sondern auch du stellst dich auf die sichere Seite, weil du damit ganz automatisch deine Registrierkassenpflicht erfüllen kannst.

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Wie sieht dein Marktpotenzial aus?

Bevor du überhaupt den ersten Schritt machst um ein Fachgeschäft eröffnen zu wollen, musst du erst dein Marktpotenzial berechnen. Wenn du erfolgreich sein möchtest, dann musst du diesen Schritt unbedingt durchführen und musst dabei auch in Tiefe von aussagefähigen Kennzahlen eintauchen. Diese Zahlen kannst du bei vielen Industrie- und Handelskammern bekommen. Beispiel gefällig? Sagt dir der Begriff „Zentralitätsziffer“ etwas? Aus dieser Ziffer kannst du ablesen, wie interessant und attraktiv der geplante Standort von deinem Fachgeschäft ist. Liegt die Zentralitätsziffer über 100, so bedeutet dies, dass du auch Kunden aus dem Umland anlocken kannst. Liegt die Ziffer aber unter 100, dann bedeutet dies, dass Geschäfte außerhalb besser frequentiert werden. Das ist schon mal ein sehr wichtiger Punkt für dich. Für die Bestimmung deines Marktpotenzials brauchst du aber noch weitere Kennziffern. Dazu gehören Einwohnerzahl und vor allem auch die Kaufkraft pro Einwohner. Diese Kennziffern sollten für dich zur Grundlage deiner Berechnung sein.

Schau dir deine Konkurrenz ganz genau an

Der nächste Schritt für dich sollte die Analyse deiner Konkurrenz sein. Die musst du dir ganz genau anschauen. Wichtig dabei sind für dich folgende Faktoren:

  • Wie sieht die Produktpalette meiner Konkurrenten an und wie ist die Preisgestaltung?
  • Welche Verkaufsfläche steht bei der Konkurrenz zur Verfügung?
  • Wie gehen deine Konkurrenten mit ihren Kunden um, wie ist das Serviceangebot?

Sehr sinnvoll kann für dich sein, wenn du anhand dieser Analyse so eine Art Profil erstellst. Wo liegen die Stärken deiner Konkurrenz, wo liegen deren Schwächen. Wenn du dich von deinem Produktangebot nicht von der Konkurrenz unterscheidest und auch preislich auf dem gleichen Niveau bist, dann wird es schwer für dich, Kunden zu gewinnen und dir deinen Platz am Markt zu sichern. Also sind wir wieder an dem Punkt, dass du dich von der Konkurrenz abheben musst, dich von ihr unterscheidest. Ich lege dir ans Herz, aus all diesen Informationen eine SWOT-Analyse zu erstellen. Wie das genau geht, ist in dem Beitrag „SWOT-Analyse: So erkennst du die Schwachstellen in deinem Business“ sehr genau und verständlich beschrieben.

Die Standortanalyse ist besonders wichtig für dich

Wie wichtig der richtige Standort für dich ist, dürfte schon aus den oberen Punkten deutlich zu erkennen sein. Lege also große Sorgfalt auf die Standortanalyse. Dazu musst du natürlich auch deine Zielgruppe genau kennen. Nur so kannst du bei der Standortanalyse feststellen, ob die Zielgruppe in deiner bevorzugten Lage auch vorhanden ist und vor allem in welcher Größenordnung. Dies trifft umso mehr zu, wenn es sich bei deiner Zielgruppe um ganz spezifische Kunden handelt, denn du willst ja ein Fachgeschäft eröffnen. Wie du deine Zielgruppe genau definieren und herausfinden kannst und vor allem berechnen kannst, wie groß diese ist, solltest du in diesem Artikel „Marktanalyse erstellen – Wie groß ist deine Zielgruppe wirklich?“ nachlesen. Bei der Standortanalyse solltest du außerdem auf folgende Faktoren achten:

  • Wie oft hat das Ladenlokal in den letzten Jahren seinen Besitzer gewechselt?
  • Welche Branche gibt es in der Umgebung von dem Ladenlokal?
  • Wie attraktiv ist die unmittelbare Umgebung in der du dein Fachgeschäft eröffnen möchtest?
  • Ist genügend Potenzial an Laufkundschaft in dieser Gegend vorhanden?
  • Wie sieht die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr aus?
  • Stehen genügend Parkplätze für deine Kunden zur Verfügung und vor allem in unmittelbarer Nähe zu deinem Fachgeschäft?

Außerdem empfehle ich dir, dich bei der Stadt auch mal zu informieren, ob es einen Bebauungsplan für das geplante Gebiet gibt oder ob hier für die Zukunft Bauvorhaben geplant sind. Es könnte ja sein, dass du in zwei, drei Jahren ein Einkaufszentrum vor die Nase gesetzt bekommst. Die wichtigsten Kriterien für eine Standortanalyse sind auch in dem Artikel „Die 5 Kriterien um den idealen Business-Standort zu finden“ sehr gut und detailliert beschrieben.

Verbinde das Moderne mit dem Traditionellen

Viele Gründer, die genau wie du ein Fachgeschäft eröffnen wollen, konzentrieren sich nur auf das Thema Ladenlokal. Doch warum nicht das Moderne mit dem Traditionellen verbinden? Also sich nicht nur die „Entweder-Oder-Frage“ stellen. Es spricht doch nichts dagegen, wenn dein Fachgeschäft aus einem Ladenlokal und einem Online-Vertrieb besteht. Du solltest immer daran denken, dass sich viele Kunden zunächst online über Produkte und auch über den Anbieter informieren und dann durchaus auch direkt bei dir im Ladenlokal das Produkt kaufen. Vor allem dann, wenn du deinen Standort gut gewählt hast, in der Nähe und gut erreichbar bist. Du solltest also gut überlegen, ob du nicht auf eine Doppelstrategie setzen möchtest. Je mehr Umsatzkanäle du hast, desto besser für dich. Und nicht zu vergessen ist, dass du mit dieser Doppelstrategie noch mehr Stammkunden für dich gewinnen kannst.

Du brauchst eine gute Marketing-Strategie

Wenn du ein Fachgeschäft eröffnen willst und dieses auch erfolgreich betreiben willst, brauchst du auch eine gute Marketing-Strategie. Werbung ist für jedes Unternehmen wichtig, aber gerade im Einzelhandel brauchst du eine Strategie, mit der du ganz gezielt deine Kunden ansprechen kannst. Dazu brauchst du kein Konzept aus der Schublade, sondern du musst deine eigene ganz persönliche Marketing-Strategie entwickeln. Wichtig ist vor allem, dass du dein Alleinstellungsmerkmal hervorhebst. Kundenbindung im Einzelhandel und vor allem im Fachhandel ist sehr wichtig und diese Kundenbindung kannst du beispielsweise mit Events oder anderen Aktionen stärken. Doch die müssen auch zu deinen Produkten und auch zu deinen Kunden passen. Möglichkeiten gibt es hier sehr viele für dich, du dir zunutze machen kannst.

Lege viel Wert und Aufmerksamkeit auf den Wareneinkauf

Wenn du deine Waren und Produkte für den Verkauf nicht selbst herstellst, dann musst du viel Wert und Aufmerksamkeit auf den Wareneinkauf legen. Heißt im Klartext, du brauchst einen guten Lieferanten. Dieser muss dir Waren nicht nur zu guten Konditionen anbieten, sondern auch verlässlich sein. Eine alte Weisheit unter Kaufleuten heißt nicht umsonst, dass der Gewinn beim Einkauf gemacht wird. Für dich können sich die Einkaufspreise gleich in zweifacher Hinsicht auswirken und zwar auf die Umsätze und auf die Gewinne. Doch selbst wenn du einen guten Lieferanten gefunden hast, darfst du dich nicht zurücklehnen. Wareneinkauf ist ein ständiger Prozess und du musst dich immer aktiv mit folgenden Aufgaben befassen:

  • Immer weiter nach anderen Händlern, Herstellern oder auch Importeuren suchen
  • ständig auf die Preisentwicklung auf dem Markt achten und bei Bedarf mit dem oder den Lieferanten Konditionen und Preise nachverhandeln
  • Kaufnebenkosten immer im Auge behalten

Wenn du alle diese beschriebenen Aufgaben sorgfältig planst und erledigst, dann bist du dem Schritt ein Fachgeschäft eröffnen zu wollen und dieses auch erfolgreich zu betreiben, schon einen großen Schritt nähergekommen. Du solltest aber auch beachten, dass vor allem die ersten drei Jahre sehr schwierig werden können. Hier ist also für dich auch Ausdauer gefragt, du musst an dich und an den Erfolg glauben. Hartnäckigkeit ist einer der wichtigsten Erfolgsgaranten.