Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 30.März 2012 veröffentlicht.

Anfang des Jahres 2011 führte Facebook eine virtuelle Währung – die Facebook Credits – ein. Diese Währung ermöglicht es Facebook-Nutzern, virtuelle Gegenstände in Facebook-Spielen und anderen Applikationen zu kaufen. Die bekannten Facebook-Spiele FarmVille oder Happy Aquarium machen beispielsweise davon Gebrauch. Dabei entspricht 1 US-Dollar 10 virtuellen Facebook Credits und mittlerweile können sogar insgesamt 15 reale Währungen (u.a. Euro, dänische Krone, britische Pfund, etc.) in Facebook Credits umgetauscht werden.

Wie gesagt beschränkte sich die Nutzung dieser virtuellen Währung bis jetzt ausschließlich auf virtuelle Produkte, die hauptsächlich in Spielen „gehandelt“ werden können – bis jetzt! Doch wie sieht das in ein paar Jahren aus?
Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es bereits weit mehr als 500 Applikationen, die auf Facebook Credits basieren und über 275 Entwickler (Stand: Juli 2011), die mit dieser Währung arbeiten – Tendenz steigend.

Facebook Credits als Währung der Zukunft?

Facebook Credits gelten heute noch als Mittel der Unterhaltung und haben keinerlei Einfluss auf reale wirtschaftliche Vorgänge. Was würde aber passieren, wenn mehr und mehr Menschen sich mit dem Gedanken anfreunden, eine virtuelle Währung zur Bezahlung realer Güter und Dienstleistungen zu nutzen?

Was gestern noch kaum denkbar war, könnte morgen schon Realität werden. Seit einigen Jahren lässt sich bereits ein Trend erkennen, wobei die Grenzen zwischen physischem und virtuellem Geld immer weiter verschmelzen. Wir bezahlen häufiger mit Kredit- oder EC-Karten und sehen Bargeld immer seltener.

Es wäre also möglich, dass Papiergeld irgendwann an Bedeutung verliert und wir ausschließlich mit „elektronischem Geld“ bzw. mit virtuellem Geld bezahlen und dabei könnte Facebook mit seinen Credits eine sehr große Rolle spielen. Da derzeit die Anzahl der Facebook-Nutzer auf 1 Milliarde zugeht, wäre die Nutzung solch einer virtuellen Weltwährung bei Facebook ein möglicher nächster Schritt.

Wir werden es wahrscheinlich in naher Zukunft erleben, wie Einzelhändler kreative Wege finden, um mithilfe von Facebook Credits mit ihren Kunden zu interagieren und um ihre Marken sowie die Kundenbindung zu stärken. Hierfür könnten Händler ihren Kunden z.B. Credits dafür bieten, wenn diese an einer Umfrage teilnehmen oder ihre Produkte weiterempfehlen. Diese Credits würden wir als Kunden anschließend beim jeweiligen Händler einlösen und Rabatte o.ä. bekommen.

Denkt man hier weiter, so kann man sich die verschiedensten Anwendungen solch einer virtuellen Währung ausmalen. Auf lange Sicht könnten Facebook Credits als Währung dafür genutzt werden, wenn Sie beispielsweise Ihren Facebook-Freunden etwas ausleihen möchten. Diese könnten Ihnen Facebook Credits als Entschädigung anbieten.

Aber auch für Wohltätigkeitsaktionen könnten diese Credits eine gute Sache sein. Stellen Sie sich vor, Sie möchten eine Spendenorganisation unterstützen. Dazu müssten Sie nur auf den „Gefällt-Mir-Button“ klicken und eine kleine Spende in Facebook-Währung würde an diese Organisation fließen.

Es wären auch ganze Marktplätze bei Facebook denkbar, auf denen Güter oder Dienstleistungen mithilfe der virtuellen Währung gehandelt werden könnten. Dies könnte sogar so weit gehen, dass Facebook zu einer Bank wird, wo man Facebook Credits leihen bzw. verleihen kann.

Darüber hinaus wäre es möglich, Facebook Credits auch in der realen Welt einzusetzen. Da immer mehr Leute Facebook auf mobilen Endgeräten nutzen, ist es denkbar, dass wir bald Kinotickets oder Fahrkarten in der Facebook-Währung über unsere Handys kaufen werden. Amerikanische Einzelhändlerriesen wie Walmart, Target oder Bestbuy haben Facebook-Credit-Geschenkgutscheine bereits in ihr Sortiment aufgenommen.

Unbegrenzte Möglichkeiten

Wie Sie sehen sind die Möglichkeiten einer virtuellen Währung bei Facebook unbegrenzt. Facebook hat das Potenzial seiner Credits wahrscheinlich schon erkannt und arbeitet daran, dass nicht nur Entwickler bzw. Nutzer von Spielen oder Applikationen die Credits einsetzen, sondern, dass diese für die breite Masse nutzbar werden.

Noch sind die Facebook Credits für Anbieter relativ teuer, denn diese müssen 30% ihres Umsatzes, den sie mithilfe von Credits erzielen, an Facebook abgeben. Wenn die Provisionsgebühr aber auf ein massentaugliches Niveau von etwa 5% fällt, können Sie sich sicherlich vorstellen, dass sehr viele Unternehmen, die auf Facebook aktiv sind, auf diesen Zug aufspringen werden.

Wir empfehlen Ihnen daher, sich als Unternehmer unbedingt mit Facebook auseinanderzusetzen und es für Ihre Geschäftszwecke zu nutzen. Facebook wird in Zukunft eine sehr große Bedeutung in unserem Alltag einnehmen, vor allem was unser Kaufverhalten angeht. Social Shopping steckt noch in den Kinderschuhen, aber schon bald wird das anders sein. Die Systeme dafür existieren bereits, sie müssen nur noch optimiert werden. Seien Sie also schon früh dabei!

Wir werden diesen Trend für Sie weiterverfolgen und Sie stets auf dem Laufenden halten.

Mit besten Grüßen
Thomas Klußmann

Geschäftsführer Gründer.de