Der Experte im Finanzkongress-Interview

Peter Thilo Hasler: „Langfristiges Denken führt an der Börse zum Erfolg!“

Peter Thilo Hasler ist seit Anfang der 1990er-Jahre als Aktienanalyst und Unternehmensberater tätig. Er ist Gründer und Finanzanalyst der Sphene Capital GmbH, die ausgewählten Unternehmen hochwertiges Aktien-Research und Dienstleistungen in der Unternehmensbewertung anbietet. 2015 gründete er zudem die sphaia advisory GmbH, die mittelständische Unternehmen in Corporate-Finance- und Kommunikationsfragen berät. Peter Thilo Hasler ist Vorstand und Referent der DVFA sowie Dozent an Münchener Hochschulen zu Unternehmensbewertung und -finanzierung sowie sonstigen Kapitalmarktthemen. Er ist Autor zahlreicher Blogs, Artikel und Bücher zur Unternehmensbewertung, Corporate Finance, Kapitalanlage und Investor Relations. Als Speaker des Finanzkongress 2021 hat Peter Thilo Hasler uns im Interview verraten, was finanzieller Erfolg für ihn bedeutet und wie seine ultimativen Finanz-Tipps lauten, insbesondere in Krisenzeiten.

Peter Thilo Hasler, wie hat bei Ihnen alles angefangen: Waren Sie schon immer an Finanz-Themen interessiert oder gab es einen Auslöser?

In der Tat war es schon zu Beginn meines Studiums, dass ich meine erste Aktie zeichnete. Damals kratzte ich meinen Barbestand zusammen, löste mein Sparbuch auf (das damals noch erkleckliche Zinsen versprach), pumpte meinen Vater an und ging zu meiner Hausbank, um ein Depot zu eröffnen und die Aktie von FAG Kugelfischer zu zeichnen.

Denn das war sie, meine erste Aktie: FAG Kugelfischer, Synonym des deutschen Wiederaufbaus. Jahrzehnte vor der Erfindung des Fidget Spinner waren mir deren Produkte schon als Kind vertraut. Nachdem ein „intensives“ Studium von verschiedenen Zeitschriftenartikel eine Unterbewertung der liebevoll „Kufi“ genannten Kugelfischer-Aktie erahnen ließ – Geschäftsberichte hielt ich damals noch für überbewertet, das Internet als Informationsmedium stand erst zehn Jahre später zur Verfügung und das Fach Bilanzen & Steuern wurde erst im Hauptstudium gelehrt – setzte ich also all mein Geld auf diesen Börsengang. Im Nachhinein natürlich ein Wahnsinn, der aber, trotz dieser nur oberflächlichen Beurteilung, gut ausging. Die Aktie stieg, wovon ich mich täglich im Schaufenster meiner neuen Bankfiliale überzeugen konnte – wer hatte schon die Geduld, bis zur Tageszeitung am nächsten Morgen zu warten? Den väterlichen Kredit zahlte ich zurück, übrig blieb ein bemerkenswerter Gewinn und das unbezahlbare Gefühl, alles richtig gemacht zu haben.

7 Aktien-Tipps, um mit Wertpapieren Geld zu verdienen

Tipp 1: Verstehe, in was du investierst

Aktien machst, ist, dass du weißt, in welche Firma du investierst. Lese dich daher genau in die vergangenen Geschäftskennzahlen, den Geschäftsbericht und die volkswirtschaftlichen Prognosen ein, um einen besseren Eindruck von den bisherigen Entwicklungen des Unternehmens zu bekommen. Hilfreich kann es hier auch sein, sich an erfolgreichen Investoren zu orientieren, die schon jahrelange Erfahrungen haben. Diese teilen regelmäßig ihre Einschätzungen und Prognosen.

Tipp 2: Investiere nur das Kapital, was du zur Verfügung hast

Ebenfalls einer der wichtigsten Aktien-Tipps ist, dass du nur das Kapital in Aktien investierst, welches du übrig hast. Wenn du beispielsweise vorhast, in den nächsten Jahren ein Haus zu bauen und du schon beginnst dafür zu sparen, solltest du dieses gesparte Geld nicht in Aktien anlegen. Denn wenn du das Geld angelegt hast und die Börse gerade in dem Moment eine Schwächephase hat, in dem du das Geld brauchst, musst du deine Aktien mit Verlust verkaufen.

Tipp 3: Nicht alles auf eine Karte setzen

Wenn du dich nun genau über eine Aktie informiert hast und gerne in diese investieren möchtest, solltest du das niemals mit deinem gesamten verfügbaren Kapital tun. Du solltest dir mindestens noch eine andere Aktie, besser sogar mehrere, raussuchen, in die du ebenfalls investieren möchtest. So lässt sich das Risiko eines hohen Verlustes, sollte die jeweilige Aktiengesellschaft starke Verluste machen oder Pleite gehen, minimieren.

Tipp 4: Nicht spekulieren sondern lieber anlegen

Viele Menschen stellen sich den Handel mit Aktien so vor, dass es einen ständig Wechsel zwischen Kaufen und Verkaufen von Aktien gibt. Tatsächlich ist dies aber meistens nicht der Fall. Dass man eine Aktie, die man gerade erst gekauft hat, nach wenigen Tagen wieder verkauft, sollte nur eine Ausnahme darstellen. Der wer ständig schnell wieder verkauft produziert mehr Kosten als Gewinne. Denn bei jedem Kauf und Verkauf von Wertpapieren fallen Kosten an, die durch die Aktie erstmal wieder reingeholt werden müssen. Hier lohnt es sich also, Aktien länger zu halten.

Tipp 5: Geduld zahlt sich aus

Wer glaubt, dass er mit Aktien schnell Geld verdienen kann, der muss sich leider nach einer anderen Geldanlage umschauen. Denn wer sehr schnell Geld braucht, der wird unweigerlich auf ein risikoreiches Investment setzen müssen. Und das kann schnell in hohen Verlusten enden. Wer hingegen Geduld beweist und langfristig anlegt, hat wesentlich höhere Chancen, mit Gewinnen aus der Sache herauszugehen. Mit der Zeit sinkt auch das Risiko deutlich, mit Aktien Geld zu verlieren.

Tipp 6: Kursschwankungen aussitzen

Natürlich kann es immer mal dazu kommen, dass sie Aktienkurse eine Zeit lang in den Keller gehen. Schwankungen sind hier völlig normal und werden auch immer wieder vorkommen. Wichtig ist hierbei nur, dass man sich nicht davon verunsichern lässt. Es bringt rein gar nichts, wenn man in Panik gerät und schnell alle Aktien verkauft. Es bringt in den meisten Fällen mehr, wenn man einfach abwartet, bis sich die Kurse wieder erholt haben und man wieder im Plus ist. Wer sich absichern will, kann eine sogenannte „Stop-Loss“-Grenze setzen. Dabei handelt es sich um einen Wert, ab dem die Anlage in jedem Fall verkauft wird. Auf der anderen Seite kann so ein Tiefpunkt des Kurses ein guter Zeitpunkt sein, um weitere Aktien günstig nachzukaufen.

Tipp 7: Anlage ständig im Auge behalten

Auch wenn es sich lohnt Aktien langfristig anzulegen, heißt das nicht, dass du diese in den nächsten Jahren nicht mehr beachten musst. Auch Zukunftsprognosen können sich ständig ändern. Hier kann es sich empfehlen, sich einen Anlageberater zur Hilfe zu nehmen, mit dem man einmal im Jahr sein Depot bespricht und zusammen überlegt, welche Anlagestrategie in Zukunft Sinn macht.

Was waren, finanziell gesehen, Ihre größten Pleiten und Erfolge?

Ende der 1990er-Jahre die Aktien von BEA Systems, ein Softwareentwickler und Zulieferer der Internetindustrie. Sozusagen ein Hebel auf den Neuen Markt. Zeitweilig stieg der Wert meiner BEA-Aktien um einen höheren Betrag als der, zu dem ich sie einst gekauft habe. Nach 370 Tagen verkaufte ich, in der Nähe des Allzeithöchststands, meine Bestände – spekulationssteuerfrei, das war damals noch möglich. Von den Gewinnen habe ich mir am Tag darauf meinen ersten Porsche bestellt. Zum Glück, denn bald darauf platzte die Internet-Blase – und auch der Kurs von BEA Systems.

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An Pleiten erinnere ich mich grundsätzlich nicht. Mein Gehirn ist zum Glück so einfach gestrickt, dass ich derartige Niederlagen perfekt verdrängen kann. Eines kann ich jedoch sagen: Beim größten Verlust handelte es sich nicht um eine Aktie, sondern um eine Unternehmensanleihe. Man sieht, Anleihen können auch ganz schön riskant sein.

Welche Strategien verfolgen Sie, um langfristig finanziell erfolgreich zu sein?

Selbst nachdenken, Verluste vermeiden, extrem selektiv sein und extrem langfristig handeln. Heute kaufe ich Aktien nur noch auf Sicht von 20 bis 30 Jahren. Ich glaube fest daran, dass kürzerfristiges Denken an der Börse nicht dauerhaft erfolgreich sein kann.

Inwiefern hat die Corona-Krise in den vergangenen Monaten Ihre finanziellen Entscheidungen beeinflusst?

Ich wäre ein schlechter Anleger, wenn ich meine Überzeugungen der Pandemie geopfert hätte. In absehbarer Zeit ist Corona Geschichte – und dann?

Welchen ultimativen Finanz-Tipp würden Sie unseren Lesern für Krisenzeiten mitgeben?

Wichtig ist, dass man weiß, warum man eine Aktie kauft. Jeder, der zum Beispiel die Aktie eines Unternehmens kauft, das noch nie Gewinne erwirtschaftet hat, sollte wissen, dass der Wert dieses Unternehmens so lange Null ist, wie sich die Ertragslage nicht ins Positive gedreht hat. Wenn ein derart unprofitables Unternehmen dann noch mit zig-Milliarden Euro bewertet ist, muss die Ertragslage nicht nur mal eben so ins Positive drehen, sondern sehr hohe Werte erreichen. Daher sollten sich Anleger immer die Frage stellen: Gibt das Geschäftsmodell derartige Margen überhaupt her? Die Erfahrung lehrt nämlich, dass es häufig mal besser ist, die momentan gehypten Unternehmen von der Seitenlinie aus zu betrachten anstatt immer gleich auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Victoria Heinzlmeier

Victoria Heinzlmeier

Victoria machte 2019 ihr Abitur in Köln. Vor Beginn ihres Studiums absolviert sie ein Praktikum in unserer Online-Redaktion und ist somit als Redakteurin vor allem für die Content-Erstellung zuständig. Insbesondere unterstützt sie uns bei den Finanzkongress-Interviews, baut das Gründerverzeichnis weiter aus und schreibt fleißig aktuelle News. In ihrer Freizeit liest sie gerne Romane und Biografien und spielt seit Kindheitstagen Tennis.

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