Wie definierst du für dich selbst ultimativen Erfolg? In welchem Moment hattest du das Gefühl “Ich bin erfolgreich”?
Erfolg erkenne ich für mich, wenn ich “reicher” geworden bin im Hinblick auf folgende Kriterien:
- Wenn ich mental einen nicht alltäglichen Erkenntnisgewinn (“magic moment”) gehabt habe, der mich selbst überrascht hat.
- Wenn ich physisch etwas erreicht habe, das für einen Menschen mit körperlichem Handicap erst einmal unerreichbar schien (z.B. Nachgehen einer besonderen Sportart).
- Wenn meine professionelle Leistung (Beruf respektive Berufung) ohne Mitleids-Bonus gewürdigt wird.
- Wenn ich Alltagsprobleme lösungsorientiert mit hartnäckiger Kreativität und Ausdauer bewältigen konnte.
- Wenn ich Mitmenschen erfolgreich supporten konnte, ihre Komfortzone zu verlassen.
- Wenn ich bonitär einen nachweislichen Gewinn erwirtschaften konnte.
Was hast du auf dem Weg zum Erfolg (über dich selbst) gelernt?
Zum Erfolg kommt man nicht als Sprinter, sondern als Marathonläufer. Man muss ein Herzens-Ziel im Blick haben und sich auf eine Reise begeben mit Etappenzielen und zwischenzeitlichen Rückschlägen. Diese sind die eigentlichen Challenges, kleine, subtile Prüfungen, die zu bestehen sind.
Handicap ist ein vielfach negativ behafteter Begriff – inwiefern ist das problematisch?
Handicap drückt unterschwellig ein Defizit, einen Makel aus, so als würde man nicht von der gleichen Stelle aus an den Start gehen, die anderen hätten einen – uneinholbaren – Vorsprung. Problematisch ist, weil die Betroffenen den Eindruck haben könnten, sie müssten ihre Leistungskraft erst einmal unter Beweis stellen. Diese Rechtfertigung kann zu einer Blockade im Kopf führen.
Wie wichtig ist die Empathie für sich selbst, um sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden?
Ich verstehe unter Empathie nicht nur das Mitgefühl für andere, sondern auch das Selbst-Mitgefühl für mein eigenes Ich. Ich darf nicht nur die Schwächen der anderen sehen und unterstützen, sondern ich muss mich selbst achten und akzeptieren, ohne Wenn und Aber. Ich muss mich mit einem Lächeln im Spiegel betrachten können.
Welche Herausforderungen hattest du auf dem Weg zum Erfolg zu bewältigen? Wie bist du mit ihnen umgegangen?
Bei mir war Erfolg stets das Element eines Trios, das in Wechselwirkung mit meiner Sichtbarkeit und meinem Ziel stand.
In meinen Lebensabschnitten Kindheit, Schule, Studium, Beruf, Berufung gab es immer wieder die Herausforderung, die ersten Schritte mutig zu gehen und nach einem Sturz wieder aufzustehen. Und dabei liebevoll mit dem zwischenzeitlichen Scheitern umzugehen. Ich habe mir schon in jungen Jahren vieler meiner Ziele visualisiert, ohne auch nur zu ahnen, dass dies eine probate Strategie ist, Ziele zu erreichen. Durch die alleinige Vorstellung vor meinem geistigen Auge habe ich Hindernisse sehr frühzeitig identifiziert und mir selbst Wege aufzeigen können, die auch mit kurzen Armen möglich sind. Beispiele: Marathonlauf, Schule & Studium, Architekt, Betriebsratsvorsitz, Theaterspiel & Regie, Keynote-Speaking & Coaching.
Welchen ultimativen Tipp kannst du unseren Lesern mitgeben, die ebenfalls erfolgreich werden wollen?
Erfolg fängt in der Gegenwart an, im Hier und Jetzt. Werde Dir heute klar, was Du verändern willst und was Du deinen Mitmenschen geben kannst und mache heute noch den ersten (kleinen) Schritt. Mein absoluter Motivations-Trigger: “Time is Now!”

Andreas Fricke