Für die meisten Menschen ist es keine sehr angenehme Lebenssituation, wenn sie von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Du gehörst sicher auch zu den Menschen, die lieber wieder am Arbeitsmarkt aktiv werden würden. Arbeitslosigkeit ist etwas, was jeden von uns innerhalb kurzer Zeit und oftmals sehr unvermittelt treffen kann. Doch wer erst einmal arbeitslos ist, der muss sich einiges einfallen lassen, um diesen Zustand wieder zu ändern. Nicht jeder schafft das und viele ergeben sich ihrem Schicksal. Doch es gibt auch einige Menschen, die sich nicht geschlagen geben, sich nicht entmutigen lassen und die Arbeitslosigkeit auch als eine Art Wendepunkt in ihrem Arbeitsleben sehen, so wie dies nun bei dir auch der Fall ist. Wenn du dich immer intensiver mit dem Gedanken beschäftigst, den Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit zu gehen, dann erfährst du in diesem Artikel wie auch du es schaffen kannst!

Gründen ohne Startkapital – ist das möglich?

Das du aus der Arbeitslosigkeit heraus ein Unternehmen gründen kannst, die dich nichts kostet, kannst du gleich mal vergessen. Wer das behauptet, der ist ein Märchenerzähler. Es mag zwar stimmen, dass du je nach Idee für die Gründung, nur wenige und kleine Investitionen tätigen musst, aber du musst bedenken, dass gerade am Anfang noch mit sehr wenig und geringen Einkünften zu rechnen ist. Parallel hast du aber auch die laufenden Kosten zu bedienen. Für viele ist hier schon ein Punkt erreicht, um die Flinte ins Korn zu werfen und sich von den Plänen der Selbständigkeit abzuwenden. Doch das musst du nicht tun und wir helfen dir mit nützlichen Tipps, wie du es schaffen kannst.

Zu einer erfolgreichen Gründung gehört ein guter Plan

Ein Schritt in die Selbständigkeit und die Gründung eines Unternehmens ist nicht einfach und für arbeitslose Gründer sogar noch ein bisschen schwerer. Doch wenn du mit einem wirklichen Plan an die Sache herangehst, dann wirst du es auch schaffen. Du musst dir einen Schlachtplan vornehmen, der im wesentlichen drei Schritte enthält:

  • Du brauchst einen tragfähigen Business-Plan

  • Du musst die Finanzierung deines Lebensunterhalts während der Gründungsphase sicherstellen

  • Du musst die erforderliche Finanzierung für dein Gründungsvorhaben beantragen

Das gute daran ist, dass du für alle drei wichtigen Schritte nicht allein gelassen wirst und du Hilfe in Anspruch nehmen kannst. Gehen wir aber alle drei Schritte mit dir mal gemeinsam durch und zeigen dir genau, auf was du achten musst, wo du Hilfe bekommst und welche Stolperfallen auf dich warten.

Der erste Schritt: Der Business-Plan

Gleich zu Beginn dieses Abschnittes möchten wir dich darauf hinweisen, dass es für die Erstellung deines Business-Planes eine Anlaufstelle gibt, wo du Unterstützung und Hilfe bekommst. Bei der Arbeitsagentur gibt es die sogenannte Anlaufstelle für Existenzgründer. Es gibt hier zwar immer wieder Bemerkungen und Kommentare, dass dort die Qualität der Beratung nicht sonderlich gut ist. Davon solltest du dich aber nicht beirren lassen und diese Beratung auf jeden Fall in Anspruch nehmen. Du musst dir bewusst sein, dass gerade bei dir als Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit heraus zwei wichtigen Hürden genommen werden müssen.

  • Von deinem Businessplan hängt ab, ob es eine positive Entscheidung deiner Bank gibt, dein Vorhaben zu finanzieren

  • Von deinem Business-Plan hängt ab, wie die Entscheidung der Förderung für deine Existenzgründung durch Arbeitsagentur bzw. ARGE ausfällt

Du musst dir aber auch darüber klar sein, dass ein Bankberater deinen Business-Plan mit anderen Augen liest, als dies ein ein sogenannter Fallmanager bei der Arbeitsagentur macht. Aus deinem Business-Plan muss deshalb eindeutig hervorgehen, dass du persönlich für deinen Plan zur Existenzgründung auch geeignet bist. Gerade deshalb, sollte diese genannte Beratung auch in Anspruch genommen werden. Du bekommst hier wichtige Dinge vermittelt:

  • welche Zweifel bzgl. deiner persönlichen Eignung für die Selbständigkeit musst du im Businessplan möglicherweise beseitigen

  • welche möglichen persönlichen Eigenschaften von dir sollten im Business-Plan besonders hervorgehoben werden

Der zweite Schritt: Beantrage Leistungen zur Sicherheit deines Lebensunterhaltes

Welche Leistungen du zur Sicherung deines Lebensunterhaltes beantragen kannst, hängt davon ab, ob du im Moment ALG I oder ALG II (auch Hartz IV genannt) beziehst. Ansprechpartner für dich ist in beiden Fällen der gleiche, doch die Leistungen, die du beantragen kannst, die unterscheiden sich für dich.

Was ist wichtig für dich, wenn du ALG I bekommst:

  • Bekommst du ALG I, dann besteht für dich die Möglichkeit, den sogenannten Gründerzuschuss zu erhalten. Vielleicht kennst du ja noch diese im Sprachgebrauch bekannte „ICH-AG“. Damals gab es eine Kombination aus Existenzgründungszuschuss und Überbrückungsgeld. Ab dem Jahr 2006 wurde dies dann allerdings vom „Gründerzuschuss“ abgelöst.

  • Verlasse dich nicht auf den Hinweis, dass du für diesen Zuschuss einen rechtlichen Anspruch hast. Der ist mehr oder weniger nur theoretisch, denn Voraussetzung für den Gründerzuschuss ist einzig und allein deine persönliche Eignung für eine Existenzgründung.

  • Die Höhe der Leistung setzt sich zusammen aus der Höhe deines ALG I welches du beziehst und zusätzlichen 300 Euro, die für die soziale Absicherung gedacht sind. Diese Leistungen kannst du neun Monate in Anspruch nehmen. Zeigt sich nach Ablauf der neun Monate, dass du mit deiner Existenzgründung in der richtigen Spur bist und du auf einem erfolgreichen Weg, kannst du die 300 Euro noch einmal für einen Zeitraum von drei Monaten beantragen.

  • Du kannst diese Förderung nur dann in Anspruch nehmen, wenn du schon arbeitslos bist. Weißt du beispielsweise, dass du nächsten Monat oder in zwei Monaten arbeitslos wirst, dann kannst du diesen Gründerzuschuss nicht beantragen. Du musst also zwingend vor der Beantragung schon ALG I beziehen und sei es erst seit einem Monat.

  • Du darfst dir mit dem Antrag aber auch nicht zu viel Zeit lassen. Wenn du dich selbständig machen willst, dann musst du noch mindestens 90 Tage Anspruch auf ALG I haben. Also denke bitte daran, rechtzeitig vor dieser Frist deinen Antrag einzureichen

 

Was ist wichtig für dich, wenn du ALG II bekommst:

  • Wenn du ALG II bekommst, kannst du den Antrag auf Gründerzuschuss ebenfalls stellen. Es besteht aber hier kein Rechtsanspruch für dich. Das bedeutet, dass hier auch bei einer persönlichen Eignung für die Selbständigkeit eine Absage erteilt werden kann. Da reicht dann bereits aus, dass die ARGE mitteilt, dafür kein Budget mehr zu haben.

  • Beim Bezug von ALG II besteht für dich im Gegensatz zum ALG I keine zeitliche Begrenzung der Wochenarbeitszeit. Diese liegt bei 15 Stunden. Für dich bedeutet das konkret, dass du mit deiner Existenzgründung einfach loslegen kannst und alle Zeit in dein Vorhaben stecken kannst. Bei ALG I würdest du die Bezüge verlieren, wenn du mehr als 15 Stunden in der Woche deine Existenzgründung vorbereitest. Du musst aber beachten, dass du alle Einnahmen, die du in dieser Zeit erwirtschaftest, auch melden musst, weil dein Leistungsanspruch dann entsprechend nach unten gesenkt wird.

  • Brauchst du für deine Gründung zusätzliche Geldmittel, so kannst du als Empfänger von ALG II nur das sogenannte Einstiegsgeld beantragen. Dieses wird in der Regel dann gewährt, wenn bei dir die große Chance besteht, dass auf längere Sicht kein ALG II mehr an dich gezahlt werden muss. Dieses Einstiegsgeld gibt es übrigens auch dann, wenn wieder ein Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit vorgenommen wird.

Du musst dir über einen Punkt sehr bewusst sein. Strebst du eine Existenzgründung heraus aus ALG II an, dann hängt es leider immer von deinem Sachbearbeiter ab, wie lange er deine Bemühungen für eine Existenzgründung duldet bzw. unterstützt.. Das mag jetzt hart für dich klingen, aber leider ist dies eine Tatsache. Ist der Sachbearbeiter der Meinung, dass deine Bemühungen auf Dauer nicht von Erfolg gekrönt sein werden, kann er dich jederzeit dazu verpflichten, an einer Maßnahme der Arbeitsagentur teilzunehmen und in der Regel wäre dies für dich dann auch das Ende der Unterstützung zur Förderung deiner geplanten Selbständigkeit.

kapital bei existenzgründung

Der dritte Schritt: Wie willst du notwendige Investitionen finanzieren?

Bei der Gründung heraus aus einer Arbeitslosigkeit ist die Finanzierung von notwendigen Investitionen mit Sicherheit eine der schwierigsten Hürden, die es zu überwinden gibt. Zwar stehen jedem Arbeitslosen auch alle staatlichen Förderprogramme für Existenzgründer zur Verfügung, aber die Realität sieht leider nicht so rosig aus. Welche Förderprogramme es gibt und welche für dich in Frage kommen könnten, kannst du jederzeit über die Seite des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für dich abrufen.

Was musst du über diese Förderprogramme wissen?

  • In der Regel werden diese Fördermöglichkeiten über die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) abgewickelt. Beantragt werden können die Förderprogramme aber nur über deine Hausbank, weil hier das Hausbankprinzip gilt.
  • Wichtiger Faktor für die Bewilligung wird sicher deine persönliche Bonität sein. Solltest du ALG II beziehen, so werden, ganz offen gesagt, deine Chancen deutlich gemindert. Bei Empfang von ALG I sieht es hier schon deutlich besser aus.

Alternativ zu den Förderprogramme über die KfW gibt es für dich auch noch eine Finanzierungsmöglichkeit, die vor allem für kleinere Gründungsvorhaben gedacht ist. Der Mikrokreditfonds Deutschland“ vergibt Startdarlehen bis zu einer Höhe von 10.000 Euro. Hier ist auch durchaus für dich die Möglichkeit gegeben, dies mit anderen Förderprogrammen zu kombinieren. 

Wichtig für dich sind bei dieser Alternative folgende Punkte:

  • Zusage der Finanzierungsmöglichkeit nur bei einer positiven persönlichen Bonität

  • Sicherheit, dass du das dir gewährte Darlehen auch bei einem Scheitern deiner Existenzgründung zurückzahlen kannst

Unsere Checkliste für dich zum Vorhaben „Gründen aus der Arbeitslosigkeit“

  • Erstelle noch vor dem Business-Plan ein Konzept für dich. Hier solltest du vor allem die Möglichkeiten aufzeigen, wie du es schaffen willst/kannst, regelmäßige Einkünfte zu erzielen. Damit fällt dir dann auch später das Erstellen eines Business-Planes einfacher.

  • Hol dir alle Informationen ein, welche für deine Existenzgründung wichtig sein können. Nimm Beratungsangebote für Existenzgründungen in Anspruch

  • Du solltest dir früh genug Gedanken über deine Geschäftsform machen. Willst du eine UG oder GmbH gründen oder eine andere Form wählen. Hilfreiche Tipps kann hier ein Steuerberater geben. 
  • Wenn es möglich ist, solltest du nicht alles über Kredite regeln und dir einen finanziellen Freiraum schaffen.

  • Schaff frühzeitig Klarheit, wie du später deine Krankenversicherung gestalten willst.

Gründen aus der Arbeitslosigkeit – Das musst du beachten
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