Sich von der Masse abheben um qualifizierte Fachkräfte für das eigenen Unternehmen begeistern. Foto: bigstockphoto.com

Sich von der Masse abheben, um qualifizierte Fachkräfte für das eigenen Unternehmen zu begeistern.
Foto: bigstockphoto.com

Insbesondere für Start-ups wird es immer wichtiger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, die das eigene Unternehmen unterstützen. Während vor allem anfangs häufig viele Aufgaben von den Gründern selbst übernommen werden, muss sich ein jedes Start-up weiterentwickeln und engagiertes Personal beschäftigen, um auf dem Markt bestehen zu können. Aus diesem Grund ist vor allem das Employer Branding ein Thema, das von jungen Start-ups nicht unterschätzt werden sollte. In diesem Artikel erfährst du, was man unter dem Begriff Employer Branding versteht, wieso es ausgerechnet für Start-ups von großer Bedeutung ist und welche externen und internen Maßnahmen durchgeführt werden können.

Was ist Employer Branding?

Unter dem Begriff Employer Branding versteht man sämtliche unternehmensstrategischen Maßnahmen, die unternommen werden, um ein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Hierbei kommen insbesondere Konzepte der Markenbildung und des Marketings zum Einsatz. Das Ziel des Employer Branding ist es dabei, sich von anderen Wettbewerbern abzuheben und von qualifizierten sowie motivierten Fachkräften bei der Wahl des Arbeitsplatzes bevorzugt zu werden.

Der Begriff Employer Branding unterteilt sich dabei in die beiden Teilbegriffe Employer (Arbeitgeber) und Branding (Markenbildung). In Kombination umschreiben diese beiden Begrifflichkeiten die grundsätzliche Vorgehensweise bei der Durchführung eines erfolgreichen Employer Brandings. Hierbei wird eine Arbeitgebermarke geschaffen und vom Unternehmen selbst gezielt gestaltet. Dadurch kann ein Unternehmen aktiv mitgestalten, wie es von potentiellen Bewerbern auf dem Arbeitsmarkt wahrgenommen wird. Das ist gleichermaßen auch der hauptsächliche Unterschied zu dem von den Medien geprägten Arbeitgeberimage, welches ein Unternehmen nur bedingt beeinflussen kann.

Wieso ist es für Start-ups besonders wichtig?

Auf dem Markt sehen sich Start-ups mit großen Herausforderungen konfrontiert. Als neuer Marktteilnehmer ist es nur mit Innovationen und einer hohen Kreativität möglich, sich gegen die zahlreichen Konkurrenten zu behaupten. Selbst, wenn ein Start-up eine kleine Nische gefunden hat, in der es von keiner bis wenig Konkurrenz bedroht wird, so kann nicht gewährleistet werden, dass kein anderes Unternehmen die Nische ebenfalls entdeckt.

Verlässt sich ein junges Unternehmen ausschließlich auf die eigenen Ressourcen, wird es bei einem starken Wachstum auf Dauer dem steigenden Druck der Konkurrenz nicht mehr gewachsen sein. Motivierte wie auch qualifizierte Mitarbeiter werden benötigt, um größere Aufträge entgegennehmen zu können und um die steigenden Anforderungen der Kunden erwartungsgemäß erfüllen zu können. Dies stellt eine große Herausforderung in der Personalwerbung dar.

Die große Herausforderung besteht hierbei also darin, den erhöhten Personalbedarf zu decken. Für Start-ups gestaltet sich diese Aufgabe nicht besonders einfach, da vor allem kleinere und jüngere Unternehmen von einer hohen Fluktuationsquote betroffen sind. Möchte ein Start-up wachsen, so muss es nicht nur neue Mitarbeiter finden, sondern ebenfalls die ausgeschiedenen Mitarbeiter ersetzen. Hierbei ist die Arbeitgebermarke ein äußerst empfindliches Markenzeichen. Wird sie in dieser schwierigen Zeit geschädigt, so wird der stetige Bedarf an neuen Mitarbeitern nicht mehr durch qualifizierte Fachkräfte gedeckt werden und das Wachstum versiegt.

Für junge Start-ups ist ein planmäßiges und umfassendes Employer Branding demnach von großer Bedeutung. Die eigene Arbeitgebermarke muss ständig kontrolliert und gestärkt werden. Hierfür müssen Start-ups objektive Kennzahlen erheben und in ihrer Entwicklung regelmäßig überprüfen, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Möchte man den guten Ruf als Arbeitgeber nicht verlieren, so ist ein umfassendes Controlling entscheidend.

Welche internen Maßnahmen gibt es?

Eine der bedeutsamsten internen Maßnahmen besteht in der Definition und Stärkung der Employer Value Proposition (EVP). Dieses Alleinstellungsmerkmal unterscheidet das Start-up von allen anderen Unternehmen auf dem Markt. Es wird verwendet, um potentielle Bewerber auf die Einzigartigkeit des Unternehmens hinzuweisen und diese von den Qualitäten des Start-ups als Arbeitgeber zu überzeugen.

Weiterhin besteht ein entscheidender Schritt in der Definition der Zielgruppen des Unternehmens. Ebenso individuell und spezialisiert wie ein Start-up ist, so individuell ist auch dessen Zielgruppe. Ohne konkrete Vorstellungen über die benötigten Qualitäten einer Fachkraft ist es nicht möglich, offene Stellen adäquat zu besetzen. Hier müssen Start-ups ihre Zielgruppe so stark wie möglich eingrenzen. Wurde diese detailliert definiert, können maßgeschneiderte Maßnahmen abgeleitet werden. Diese sind wesentlich effektiver und steigern die Effektivität der Personalbeschaffung.

Darüber hinaus können sich Start-ups mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes von der Konkurrenz abheben. Qualifizierte Fachkräfte müssen einen Anreiz geboten bekommen, um dein Unternehmen einem großen und bekannten Konzern vorzuziehen. In der Regel können junge Start-ups bei der Höhe der Vergütung nur schlecht mit größeren Wettbewerbsteilnehmern konkurrieren. Ein individuell gestaltbarer, heller und freundlicher Arbeitsplatz ist dagegen ein gutes Mittel, um die eigene Arbeitgebermarke zu stärken.

Letztlich kannst du dich ebenfalls auf die Work-Life-Balance deiner Arbeitnehmer im Bereich des Employer Brandings konzentrieren. Bekommen Fachkräfte bei dir eine gute Möglichkeit, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, so steigst du ebenfalls in der Gunst der Bewerber.

Welche externen Maßnahmen gibt es?

Für ein erfolgreiches Employer Branding musst du jedoch nicht nur auf deine innere Struktur zurückgreifen. Du kannst deine Arbeitgebermarke auch durch andere Maßnahmen stärken. Eine gute Möglichkeit bietet sich dir durch die Gestaltung einer eigenen Karriere-Website. Meist wird diese in die vorhandene Webpräsenz des Unternehmens integriert und informiert potentielle Bewerber über die Arbeitsbedingungen in deinem Unternehmen. Werden diese positiv dargestellt, kann eine Karriere-Website eine große Unterstützung für deine Personalbeschaffung darstellen.

Eine weitere attraktive Möglichkeit bietet sich dir in Form von ansprechenden Recruiting-Videos. Erfahrungsgemäß besitzen visuelle Werbemittel eine deutlich höhere Effektivität als geschriebene Worte. Mit einem Recruiting-Video kannst du zahlreiche moderne Methoden des Marketings wie beispielsweise das sogenannte Storytelling verwenden, um potentielle Bewerber von der Attraktivität einer Beschäftigung bei dir zu überzeugen. Hierbei haben sich insbesondere Interviews mit Mitarbeitern und vorteilhafte Darstellungen der Arbeitsumgebung bewährt.

Des Weiteren kannst du Werbekampagnen einsetzen, um deine Arbeitgebermarke zu stärken. Die Arbeitgebermarke ist den gleichen Gesetzmäßigkeiten unterworfen wie eine gewöhnliche Produktmarke. Mit einem ansprechenden Werbespot oder einer Online-Werbekampagne kannst du nicht nur die Bekanntheit deines Start-ups erhöhen, sondern ebenfalls direkt engagierte Fachkräfte zu einer Bewerbung bei dir überzeugen.

Fazit – lohnt sich Employer Branding für Start-ups?

Für Start-ups ist es besonders wichtig, freie Ressourcen in ein umfassendes Employer Branding zu investieren. Das schnelle Wachstum eines erfolgreichen Start-ups begründet einen großen Bedarf an qualifizierten und motivierten Fachkräften, der ohne ein effektives Employer Branding nicht bedient werden kann. Hierbei stehen einem jungen Start-up zahlreiche Methoden zur Verfügung, um sich gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen zu können. Dabei wird in der Regel nicht nur die Arbeitgebermarke gestärkt, sondern ebenfalls die allgemeine Bekanntheit des Start-ups und damit auch jene seiner Produkte erhöht. Es ist also nie zu früh, um als Start-up mit dem Employer Branding zu beginnen.

Über den Autor

jakob-osmanJakob Osman ist der Leiter der Agentur Junges Herz und optimiert Arbeitgebermarken mit seinem Team in ganz Deutschland. Dabei liegt der Fokus auf dem Mittelstand und Dax-Unternehmen. Für Startups hat das Team einen besonderen Beratungsansatz entwickelt, um die speziellen Bedürfnisse von jungen Unternehmen zu berücksichtigen.

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