Gerade wenn du ein wirklich großes Unternehmen aufbauen möchtest, wirst du andere Leute brauchen, die du mit deinen Visionen, deiner Leidenschaft und deiner Motivation ansteckst und für deine Sache gewinnst. Steve Jobs präsentierte das ursprüngliche iPhone im Rahmen einer großen Veranstaltung als Redner auf der Bühne und trat damit weltweite Begeisterungsstürme los. Apple hat sich diese Form der Präsentation auch nach Jobs Tod erhalten. Warum? Weil sie funktioniert! Und genau aus diesem Grund haben wir dir vier Punkte zusammengestellt, die du unbedingt berücksichtigen solltest, wenn du in deinem Business Vorträge hältst oder Präsentationen führst.

  • Behalte deine Nerven im Griff.
  • Präsentiere dein Wissen für dein Publikum verständlich.
  • Habe Vertrauen in dein Wissen, um andere davon zu überzeugen.
  • Konzipiere deinen Vortrag so, dass er dein Publikum ergreift.

Wie du das anstellst, erkläre ich dir in den folgenden Absätzen.

Nervosität? Nicht, wenn du gut vorbereitet bist

Nervosität vor einer Rede oder einem Vortrag kennt vermutlich jeder. Allerdings ist die Frage, was eigentlich Schlimmes passieren kann. Möglicherweise hast du Angst, dass

  • Nachfragen kommen, die du nicht beantworten kannst,
  • deinen Zuhörern der Inhalt deines Vortrags nicht gefällt oder
  • deine Zuhörer der Inhalt, den du vermittelst, nicht interessiert.

Gerade eine schlechte Vorbereitung auf den Vortrag kann teilweise oder vollständig zu diesen Punkten führen. Deshalb ist es deine grundlegende Pflicht, dich auf deinen Vortrag bestmöglich vorzubereiten und aus deinem aufgebauten Wissen rund um das Thema das Selbstbewusstsein zu ziehen, deinen Vortrag gut zu halten. Andernfalls kann das durchaus dazu führen, dass du zu schnell („Bloß schnell fertig werden!“), zu leise („Bloß nicht auffallen!“) oder zu langsam („Bloß keinen Fehler machen!“) redest.

Sollte das alleine nicht reichen, um dich optimal auf ein Event vorzubereiten, dann suche dir ein Testpublikum, vor dem du den Vortrag übst – gerne wieder und wieder, bis er sitzt. Die daraus resultierende Sicherheit ermöglicht es dir, Augenkontakt zu halten und auf dein Publikum einzugehen. Der Vortrag ist es dann nicht mehr, der dich während deiner Rede beschäftigt, denn den kannst du bereits längst.

Verstecke dich nicht hinter komplizierten Phrasen

Ich habe in meinem Leben einige Erfahrungen mit Kommunikation und Vorträgen gesammelt. Auf mich persönlich hat selten etwas seltsamer gewirkt, als wenn sich jemand bei einem Vortrag in verklausulierten Satzkonstruktionen und Fachbegriffen verliert. Das kann im Wesentlichen zwei Gründe haben:

  • Der Redner möchte besonders intelligent wirken.
  • Er möchte Unwissenheit und Unsicherheit überspielen.

Beides führt dazu, dass du das Ziel deines Vortrags verfehlst, nämlich deine Botschaft transparent zu deinem Zielpublikum zu transportieren. Deshalb solltest du auf solche Konstrukte, nur um sich möglicherweise irgendwie aus der Affäre mogeln zu können, unbedingt verzichten. Sie bringen dir nichts.

Um das zu erreichen, ist eine gute Vorbereitung ebenfalls das A und O. Wenn du ein Thema wirklich beherrscht, kannst du es in deinen eigenen Worten erklären und wiedergeben. Das ist deine Transferleistung: Du musst dein Wissen perfekt auf dein Zielpublikum zuschneiden, auch gerne mit theoretischen oder praktischen Bezügen, die für deine Zuhörer relevant sind.

Aus Selbstvertrauen folgt Überzeugung

Du kannst andere nur überzeugen, wenn du selbst überzeugt wirkst. Warum sollten andere an etwas glauben, bei dem du dir selbst unsicher bist? Grundlage dafür ist erneut die solide Vorbereitung, denn die gibt dir das Wissen, das du als Werkzeug benötigst. Und wenn du dir dieses Wissen erarbeitet hast – dann glaube auch daran. Warum solltest du es auch nicht? Wahrscheinlich hast du dich zig Stunden mit einem Thema auseinandergesetzt, bevor die Struktur deines Vortrags stand. Warum sollte das alles auf einmal falsch sein? Ist es nicht, wenn du dich gut vorbereitet hast. Und genau deshalb musst du Vertrauen in dein erarbeitetes Wissen haben und es mit Überzeugung präsentieren. Nur so kannst du auch andere davon überzeugen.

Das bedeutet gleichzeitig, dass Emotionen in einem Vortrag ausdrücklich erlaubt sind. Monotone Reden findest du schließlich auch langweilig, oder? Wir sind eben Menschen, und die sind erst interessiert an dir und deiner Sache, wenn sie einen gewissen Bezug zum Thema und/oder zu dir haben. Über Emotionen schaffst du das recht gut, wenn sie für die Mehrheit deines Publikums nachvollziehbar sind. Entsprechend lass sie raus, sie binden dein Publikum an dich.

Digitales Business

Konzipiere einen für dein Publikum ergreifenden Vortrag

Im Grunde genommen bist du diesem Ziel bereits einen gewaltigen Schritt näher gekommen, wenn du die vorherigen drei Punkte gut umgesetzt hast. Hier noch ein paar Faktoren, die das Gesamtbild abrunden:

  • Vermittle deinen Zuhörern deine Vision, sodass sie zu ihrer eigenen wird und sie sie für begehrenswert hält.
  • Vermittle nicht zu viel Inhalt in zu kurzer Zeit. Stückele dein Wissen stattdessen und baue deine Rede Schritt für Schritt auf. Lege gerne auch kurze Denkpausen ein, um dein vermitteltes Wissen sacken zu lassen.
  • Du bist nicht nur Redner, sondern auch Entertainer. Wenn du die Möglichkeit hast, eine Geschichte von dir selbst oder jemand anderem einfließen zu lassen, tu es.
  • Momente, die nicht durchgeplant sind, sondern Raum für Improvisation lassen, sind völlig in Ordnung und stärken nur deine Authentizität.
  • Entwickele Spaß daran, vor Leuten zu sprechen. So wirst du entspannter und bist natürlicher im Umgang mit Reden.

So könnte das in der Praxis aussehen

Anbei ein paar Beispiele mit kurzen Erläuterungen, wie sich die vorher genannten Punkte gut umsetzen lassen. Die Beispiele sind natürlich völlig fiktiv, über den Kern der dahinter stehenden Werkzeuge solltest du dir allerdings bewusst werden, um wirklich große Reden halten zu können:

„Wer von Ihnen hat heute Morgen zu Hause Kaffee getrunken?“

Pause, Meldungen abwarten

„Und wer von Ihnen hat im letzten Monat seine Kaffeemaschine gereinigt?“

Pause, weniger Meldungen werden kommen.

„Genau so geht es mir auch. Ich trinke jeden Morgen meinen Kaffee, habe meine Maschine aber bestimmt das letzte halbe Jahr nicht gereinigt. Dabei belegen Studien, dass bereits nach einem Monat […]. Das bedeutet, ich trinke bereits seit fünf Monaten verseuchten Kaffee.“

  • Hier findest du bereits mehrere wichtige Faktoren. Du beziehst dein Publikum mit ein und schaffst eine Relevanz für ein mögliches Problem „verunreinigte Kaffeemaschinen“. Noch dazu erzählst du nicht zusammenhanglos von irgendeiner beliebigen Studie, sondern zeigst auf, warum auch du mit dem Problem in Kontakt gekommen bist. Gepaart mit einer leicht humoristischen Passage hast du den Einstieg gemeistert und dir vorerst die Aufmerksamkeit deiner Zuhörer gesichert.
  • „Jetzt stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten nach der Arbeit nur eine App öffnen, mit der Sie Ihre Heizung zu Hause anwerfen können. Sie fahren nach Hause, steigen aus und landen in Ihrem wohlig aufgeheizten Wohnzimmer.“
  • Du vermittelst in deiner Vision, wie sich die unmittelbare Welt deiner Zuhörer dadurch verändern kann. Damit gewinnt dein Wissen an Macht. Je mehr das Thema dein Publikum per se betrifft, umso leichter ist es, es für deine Rede zu begeistern. Das bedeutet nicht, dass du dich hinter einem schwierigeren Publikum verstecken darfst. Ist auch nur ein Funke da, ist es dein Job, den Leuten zu erklären, warum das wichtig ist, was du ihnen erzählst.
  • „Haben Sie schon einmal X erlebt?“, „Wie würden Sie in Situation Y reagieren?“, „Denken Sie, Z ist die Zukunft?“
  • Beziehe dein Publikum in deine Rede ein. Es ist keine Wand, vor die du redest. Es handelt sich um Menschen, die Ihre Zeit opfern, um dir zuzuhören. Entsprechend sind sie Teil des Ganzen. Behandle sie auch so, und sie werden dir aufmerksamer folgen. Du musst nicht auf jede Frage Antworten einfordern, sondern kannst auch Denkpausen für deine Zuhörer einlegen, um sie einfach mit dem Problem einen Moment alleine zu lassen. Aber gib ihnen diese Zeit, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.
  • „Die Verrohung unserer Gesellschaft finde ich besorgniserregend. Mittlerweile können Sie nichts ahnend von U-Bahn-Treppen getreten werden, nur weil jemand einen schlechten Tag hat. Das ist widerlich, wie soll ich das meinen Kindern nachvollziehbar erklären?“
  • Emotionen sind völlig okay, solange sie auch für das Publikum nachvollziehbar sind. So bist du nicht nur der Roboter, der da vorne seinen Text abspult, sondern bringst auch deine Leidenschaft mit ein. Und wenn Zuhörer merken, dass dir etwas an der Sache liegt, wird ihnen auch gleich viel mehr daran liegen.
  • „Dieses Problem hat sich mir auch gestellt. Da ich nicht wusste, wie ich es einfach löse, habe ich mir zuerst über Faktor X Gedanken gemacht. Dort bin ich zu Schluss Y gekommen. Anschließend war nur noch Problem Z zu lösen, um ein Ergebnis zu haben.“
  • Natürlich kannst du einfach nur ein Ergebnis präsentieren, aber das ist nicht sonderlich effizient. Genauso wie die Wissensgewinnung für dich ein Prozess ist, sollte sie es für deine Zuhörer sein. Entsprechend gehe Schritt für Schritt vor, um ihnen diesen Prozess zu ermöglichen. So erleichterst du ihnen die Entwicklung ihres neuen Wissens.
  • „Vor Kurzem bin ich erst spät abends nach Hause gekommen. Auf meinem Weg vom Auto sind mir plötzlich drei Männer begegnet, die sich vor mir aufgebaut und nach Geld gefragt haben. Weit und breit war sonst niemand außer uns. Wie reagiert man auf so eine Situation?“
  • Geschichten sind vor allem deshalb toll, weil du mit ihnen einen Spannungsbogen aufbauen kannst. Im oben genannten Beispiel kennt jeder das Unbehagen, das die Situation auslöst. Genau deswegen wird sich jeder deiner Zuhörer dafür interessieren, wie es weitergegangen ist. Natürlich sollte deine Geschichte einen tatsächlichen Bezug zu deinem Thema oder deinem Problem haben. Ist das der Fall, kannst du mit ihnen unglaublich viel Aufmerksamkeit generieren.

 

Im Übrigen findest du diese Punkte und Strukturen einer Rede in vielen Bereichen. Hör dir die Reden und Vorträge von Politikern, Uniprofessoren, Unternehmern und Comedians an. Für alle gilt das gleiche Muster, denn genau mit diesem Handwerkszeug lassen sich Menschen in deinen Bann ziehen.

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