DIY – Do it yourself – ist eine breite Bewegung, die vor mehr als zehn Jahren aus den USA nach Deutschland schwappte und seitdem in vielen Branchen für steigende Umsätze sorgt. Nähmaschinenhersteller, Produzenten von Wolle, Stoffdesigner, Baumärkte und nicht zuletzt Online-Plattformen, auf denen sich Handgemachtes verkaufen lässt, profitieren von dem Trend. Eigene Produkte herstellen und verkaufen, und damit einen Nutzen aus diesem Trend ziehen, kannst du auch!

Was ist der Grund für den DIY Trend?

Die Trendforscherin Faith Popcorn prophezeite schon vor Jahrzehnten den Trend „Cocooning“. Cocooning heißt, sich in den Kokon seiner eigenen vier Wände zurückzuziehen, um sich dort sicher und „cosy“ zu fühlen. Dazu zählt auch, vermehrt selbst zu kochen anstatt Essen zu gehen und großen Wert auf die Einrichtung, eigenhändig gebaute Möbel und selbst genähte Dekoration zu legen. Daheim wird also gehämmert, geschraubt und gestrickt, und so mancher entdeckt dabei sein Talent und seine Leidenschaft. Handmade Artikel gelten als Luxus und sind ein Gegenentwurf zum Konsumieren von Massenprodukten.

Gerade die Generation der Millenials ist eine wachsende Zielgruppe mit einem Faible für abgefahrene, einzigartige Produkte. Dabei gehen Herstellung und Konsum Hand in Hand. Digital Natives als Hersteller trendiger individueller Produkte setzen dabei nicht nur auf den Verkauf über Plattformen wie Dawanda und Etsy, sondern auch auf die Eigenvermarktung über den eigenen Blog, über Facebook und Instagram.

Für alle, die gern selbst eigene Produkte herstellen und verkaufen wollen, ist jetzt eine gute Zeit, denn heute kann jeder zum Produzenten werden. Der Absatzmarkt für DIY wächst, denn wer Dinge nicht selbst machen kann, der will selbst gemachte Dinge kaufen. Steige jetzt ein und starte durch! Oder, wie es bei Etsy eine Zeit lang hieß: Quit your Day Job and start knitting!

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Eigene Produkte herstellen – wie anfangen? – Werkstoff

Zunächst solltest du entscheiden, mit welchen Werkstoffen du arbeiten willst. Hier geht es nicht darum, ein Buch zu schreiben oder einen Song zu komponieren. Finde deine handwerklichen Talente und vielleicht sogar deine Berufung! Erinnere dich daran, welche Handarbeiten oder welches Handwerk dich bereits in der Jugend fasziniert haben. Vielleicht hast du schon lange eine krasse Idee – dann setze sie jetzt um! Wenn du weißt, ob du töpfern, fräsen oder nähen willst, dann schaue dich zum Beispiel bei Pinterest nach den heißesten Trends um und lass dich davon zu etwas Eigenem inspirieren. Kopieren ist uncool und wirft ein schlechtes Licht auf dein Business! Bedenke bei der Ideensuche Folgendes:

Man kann vielleicht nichts wirklich Neues mehr machen, aber man kann das Vorhandene besser machen!

So geht es weiter: Ideensuche und mögliche Stolpersteine

Einen Mangel an Ideen gibt es im DIY Business ganz und gar nicht – eher hat man das Problem, sich entscheiden zu müssen. Es gibt jedoch auch einige Regeln, die auch ein „kleiner“ Hersteller beachten muss und die manche Ideen als weniger lohnenswert erscheinen lassen. Hier sind einige Beispiele:

  • Wer Spielzeug herstellt, muss sich an die umfangreichen EU-Richtlinien halten und deren Einhaltung durch eine Konformitätsprüfung nachweisen. Erst dann dürfen die Produkte mit einem CE Zeichen versehen werden, das verpflichtend ist.
  • Wer für andere Kleidung näht, muss die Textilverordnung beachten. Das ist ein dicker Wälzer!
  • Wer selbst gemachte Kosmetik verkaufen will, der muss nicht nur die umfangreiche Kosmetikverordnung beachten, er haftet auch, wenn ein Kunde zum Beispiel allergisch auf ein Produkt reagiert.

Davon solltest du dich jedoch nicht entmutigen lassen! Es gibt unzählige weitere Möglichkeiten, wie du eigene Produkte herstellen kannst. Wir haben einige Beispiele gesammelt:

Taschen nähen

Taschen sind immer im Trend denn viele Frauen wissen: Man kann nicht  genug von ihnen haben. Kein Wunder, sollen sie doch auch zu den Schuhen passen, und von denen haben die meisten Damen eine ansehnliche Sammlung daheim. Das Schöne am Taschen nähen ist, dass du quasi unendliche Möglichkeiten hast. Von klein bis groß, von elegant aus Seide bis zum fransigen Hippie Boho Look, von der Clutch bis zum Weekender. Zudem greift bei diesen Produkten die Textilkennzeichnungsverordnung nicht, und Taschen sind weniger der Mode unterworfen, als Kleidungsstücke. Wer mit dem Taschen nähen beginnt, braucht nicht viel Übung, um die ersten schönen Teile zu erstellen. Lass deiner Fantasie freien Lauf und kreiere deine eigene, außergewöhnliche Kollektion!

Holzbearbeitung mit der CNC Fräse

Skandinavisch angehauchtes Wohnen ist stark im Trend, und dazu zählen auch Wohnaccessoires aus Holz. Diese lassen sich mit etwas Geschick und einer CNC Fräse, die man bei einem professionellen Anbieter in sehr guter Qualität auch für zu Hause bekommen kann, leicht umsetzen. Ein angesagter Style sind große Buchstaben als Wanddekoration oder ganze Schriftzüge, die mit etwas Übung aus einem Stück Holz gesägt werden können. Schriftzüge wie „HOME“ oder „HYGGE“ (für gemütlich) kommen immer gut an.

Natürlich kannst du deinen Kunden auch individuelle Anfertigungen anbieten, sodass sie zum Beispiel den Anfangsbuchstaben ihres Kindes in einer bestimmten Schriftart bei dir in Auftrag geben können. Auch die Herstellung von individuellem Schmuck aus Holz ist mit einer CNC Fräse möglich.

Schmuck herstellen

Du musst nicht gleich zum Goldschmied werden, um trendige Schmuckstücke herstellen zu können. Schmuck aus Holz, aus Perlen aus Leder, Schmuck für Männer, für Kinder, für bestimmte Anlässe wie Festivals, gehäkelte Schmuckstücke, Textilschmuck – die Möglichkeiten sind quasi grenzenlos. Die erforderlichen Investitionen halten sich in diesem Bereich in Grenzen, sodass du deiner Leidenschaft ungehemmt frönen kannst. Erlaubt ist, was gefällt! Finde deinen eigenen Stil und schaffe etwas Unverwechselbares, sodass deine Kunden wissen, warum sie sich für deine Produkte entscheiden sollten.

Eigene Produkte herstellen – und dann?

So groß die Freude über die erstellten Produkte ist, schlussendlich sollen sie ihren Abnehmer finden. Dafür hast du einige Möglichkeiten, die du alle einmal ausprobieren solltest, um deine Methode zu finden. Wenn du eigene Produkte herstellen und vermarkten willst, solltest du beim Branding beachten, dass du selbst als Persönlichkeit deine Marke sehr viel stärker repräsentierst, als es im klassischen Business der Fall ist.

Der Verkauf auf Kreativmärkten ist daher von Vorteil, weil deine Kunden dich kennenlernen und mehr über deine Produkte und ihre Herstellung erfahren können. Der Verkauf im Netz, sei es auf der eigenen Webseite oder einem Marktplatz wie Dawanda oder Etsy, erlaubt dir hingegen den überregionalen, ja weltweiten Verkauf mit einer freien Zeiteinteilung. Online kannst du zudem deine Artikel von allen Seiten und im besten Licht zeigen.

Achtung: Der Onlineverkauf ist mit bestimmten Regeln verbunden. So musst du deinen Kunden eine Widerrufsfrist einräumen und ihre persönlichen Daten schützen. Für die erforderlichen Rechtstexte gibt es professionelle Anbieter.

Eigene Produkte herstellen und vermarkten
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