EAN Nummer

Die Art und Weise wie wir einkaufen ändert sich seit jeher. Heute sind Tante-Emma-Läden um die Ecke größtenteils ausgestorben und große Supermärkte mit regelmäßig an aktuelle Designtrends angepasster Einrichtung die Regel. Weiterhin zahlen zunehmend weniger Personen mit Bargeld oder lassen sich Produkte einfach nachhause senden. Auch an der Kasse hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges getan. Gerade einmal vor 15 Jahren, 2003, hat sich mit ALDI Nord auch der letzte deutsche Einzelhändler für Scannerkassen entschieden und die manuelle Eingabe des Preises durch die Kassiererinnen überflüssig gemacht.

Nahezu jedes Produkt, welches in Europa käuflich zu erwerben ist, ist mit einem weißen Strichcode ausgezeichnet. Nur mit diesem Code, der aus der sogenannten EAN Nummer abgeleitet wird, ist es möglich die Produkte schnell zu scannen. Etwa 98 Prozent aller Lebensmittel und ca. 80 Prozent der restlichen Waren tragen eine codierte Nummer auf sich. Doch was hat es mit dieser Nummer eigentlich auf sich?

Hintergründe (Entstehungsgeschichte)

Die EAN entstand aus einer längeren Geschichte. Schon im Jahr 1973 wurde in den USA der UPC (Universal Product Code), also der universelle Produktcode zur Produktkennzeichnung eingeführt. Der UPC war eine 12-stellige Ziffernfolge mit der jede gekennzeichnete Ware eindeutig identifiziert werden konnte. Vier Jahre später, 1977 wurde die European Article Association gegründet, welche den UPC ableitete und in eine europäische Lösung umwandelte. Am 1. Juli 1977 druckte eine heute nicht mehr existierende Firma, die Firma Wichartz aus Wuppertal den ersten Strichcode in Deutschland auf eine ihrer Gewürzmischungen. Seitdem nahm der Erfolg der EAN Nummer seinen Lauf. Seit 2009 wird die EAN-13 offiziell nur noch als GTIN (Global Trade Item Number) bezeichnet, der Begriff EAN ist aber weiterhin weit verbreitet und wird auch verwendet.

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Funktionsweise

Die EAN wird vom Handel für die Kennzeichnung von Waren eingesetzt. Die 13-stellige Nummer ist aus ganz speziellen Bausteinen zusammengesetzt. Die ersten drei Ziffern stellen den sogenannten Länderpräfix dar, in Deutschland zwischen 400 und 440. Die dem Länderpräfix nachfolgenden vier Ziffern stehen für das jeweilige Unternehmen, welches dieses Produkt herstellt. Jedes Unternehmen erhält eine einheitliche Betriebsnummer. Die folgenden fünf Ziffern stehen für die eigentliche Produktnummer. Die letzte Ziffer der EAN ist immer eine Prüfziffer, welche wichtig für die Verifizierung der vorangestellten Ziffernfolge ist. Zudem gibt es auch weitere EAN Nummern, etwa die EAN-8 die nur aus acht Ziffern besteht und auf kleinen Produkten besser verwendet werden kann als die EAN-13.

Vorteile

Zunächst einmal sparen Unternehmen enorme Verwaltungskosten durch die Codierung. Weiterhin ist die EAN die einzige Nummer, mit der sich ein Produkt ganz exakt identifizieren lässt. Ohne diese Nummer wäre die ganze Logistik, Lagerverwaltung aber auch der Registriervorgang an der Kasse um ein Vielfaches umständlicher. Durch moderne Endgeräte wie Smartphones, können sich auch Kunden über die EAN Nummer zusätzliche Informationen zu einem bestimmten Produkt einholen. Mit einer EAN Nummer lassen sich auch Produkte im Internet schneller auffinden.

Manche Unternehmen, etwa Amazon oder Ebay lassen es gar nicht erst zu, dass ein Produkt ohne eindeutige internationale Kennzeichnung bei ihnen verkauft werden kann. Auf diese Weise können sie zum einen einen besseren Überblick über die auf ihrer Plattform angebotenen Produkte erhalten, zum anderen können Kunden Produkte so besser miteinander vergleichen.

EAN Nummer 2

Wie werden die Nummern vergeben?

Vergeben werden EAN Nummern von der GS1, einer weltweiten, privatwirtschaftlich aufgestellten Organisation, welche globale Standards für die Verbesserung von Wertschöpfungsketten gestaltet. Wenn ein Unternehmen ein Produkt mit einer EAN Nummer versehen möchte, kann dies ganz einfach über eine Bestellung bei der GS1 erfolgen. In der Regel wird dies wesentlich günstiger, wenn man gleich eine ganze Serie an EAN Nummern bestellt. Doch auch Unternehmen die nur eine EAN Nummer benötigen können sparen. Es haben sich einige Anbieter auf das Kaufen von EAN-Serien spezialisiert und geben diesen Preisvorteil dann an Kunden weiter. Bei diesen Anbietern kann man also eine vergünstigte EAN beantragen.

Ausblick

Heute gibt es bereits Technologien, die die vergleichsweise alte EAN Nummer auf lange Sicht ablösen könnte. Der elektronische Produktcode (EPC) beispielsweise, funkt eigenständig und benötigt keine Scannerkassen mehr. Prinzipiell genügt es das Produkt / den Einkaufswagen einfach an einem Lesegerät vorbeizuschieben um es zu erfassen. Unter anderem aufgrund der höheren Kosten hat sich der EPC aber noch nicht flächendeckend etabliert und wird bislang nur von sehr wenigen Firmen eingesetzt. Wenn man bedenkt, dass der Strichcode seine Wurzeln in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte, ist es durchaus beeindruckend zu sehen, wie dieser auch heute noch eine hohe Bedeutung hat.

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