Du hast eine visionäre Geschäftsidee? Du bist total überzeugt von deinem Vorhaben? Du weißt aber nicht, ob deine Idee sich am Markt durchsetzen wird und den erwünschten finanziellen Ertrag erbringt? Dann ist das Business Model Canvas genau das richtige Tool für dich. In Zusammenarbeit mit 470 Profis aus 45 Ländern, entwickelte Alexander Osterwalder das Business Model Canvas. Mit dem Business Model Canvas kannst du deine Geschäftsidee beschreiben, visualisieren, bewerten und anpassen.

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Die Grundvoraussetzung für jedes erfolgreiche Geschäftsmodell ist zunächst eine innovative Geschäftsidee. Deine Idee solltest du mit wenigen Worten beschreiben können. Stell dir vor, du steht in einem Fahrstuhl und dein wichtigster Investor steigt ein. Du hast nun genau 2 Minuten Zeit deine Idee zu verkaufen, ansonsten steigt er wieder aus und wird nicht in deine Idee investieren. Könntest du deine Idee in zwei Minuten pitchen? Mache dir also bewusst, worum es genau bei deiner Idee geht. Hierfür solltest du dir ausreichend Zeit nehmen. Wägen ab, welche Argumente für und gegen deine Geschäftsidee sprechen. Insbesondere wenn du mit einem Team zusammenarbeitest, achte auf eine einheitliche Sprache, um Missverständnissen vorzubeugen und ein einheitliches Grundverständnis zu schaffen. Sobald deine Idee feststeht, kannst du dein Geschäftsmodell sorgfältig entwerfen.

Nachfolgend zeigen wir dir, wie du dabei das Business Model Canvas sinnvoll nutzen kannst. In seinem Buch „Business Model Generation“ definierte Osterwalder 9 Bausteine, die zusammengesetzt das folgende Layout ergeben:

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Die 9 Bausteine für deinen Erfolg

Die einzelnen Bausteine wollen wir nun genauer unter die Lupe nehmen und sie mit Beispielen verdeutlichen. Nehmen wir hierfür einmal an, dass es sich bei der Geschäftsidee um eine revolutionäre Running-App handelt.

Customer Segments (Kundensegmente)

Die Kunden bilden das Herzstück eines jeden Unternehmens. Ohne zahlungsbereite Kunden kann eine Geschäftsidee sich nicht rentieren. Um auf die Bedürfnisse deiner Kunden eingehen zu können, solltest du dir daher zunächst genau überlegen, wer deine Zielgruppe ist. Ein Kundensegment kann eine Nische oder den gesamten Markt umfassen. Durch eine klare Abgrenzung kannst du deine Werbebotschaften gezielt an die Bedürfnisse der relevanten Käufergruppe ausrichten und somit die Kunden zum Kauf anregen.

Beispiel Running-App: Eine potenzielle Zielgruppe bilden alle Freizeitläufer, sowohl männliche als auch weibliche, die gerne ihre sportlichen Aktivitäten messen und über soziale Medien kommunizieren.

Value Proposition (Wertangebot)

Als nächstes solltest du dich fragen, wie schaffst du es, dass sich die Kunden für dich und gegen die Konkurrenz entscheiden? Die Lösung besteht darin, für den Kunden einen Mehrwert zu schaffen, den andere Unternehmen nicht bieten können. Einen Mehrwert kannst du für einen Kunden schaffen, indem du durch deine angebotene Leistung bzw. dein Produkt bestehende Bedürfnisse deiner Kunden befriedigst oder vorhandene Probleme löst.

Beispiel Running-App: Neben der zurückgelegten Kilometeranzahl und einer visuellen Darstellung der Leistung, bietet die App auch noch die Möglichkeit die aktuellen Wettereinflüsse zu berücksichtigen. Hierdurch wird der Läufer vor möglichen Unwettern oder Dehydrierung bei Hitze gewarnt. Durch Marktforschung hast du herausgefunden, dass noch kein Konkurrent dieses Feature anbietet und dennoch viele Läufer genau diese Information gerne hätten.

Channels (Vertriebskanäle)

Nach dem du deine Zielgruppe genau abgegrenzt hast, solltest du dir überlegen, über welche Kanäle du deine Kunden am besten erreichen kannst. Die Vertriebskanäle stellen in diesem Zusammenhang die Schnittstelle zwischen dem Unternehmen und den Kunden dar. Zunächst müssen die Kunden auf dein Produkt aufmerksam gemacht werden. Des Weiteren musst du den Nutzen deines Produkts für die Kunden herausarbeiten und in den Köpfen der Kunden verankern. Auch nach dem Erwerb deiner angebotenen Dienstleistung bzw. deines Produkts solltest du deinem Kunden unterstützend zur Seite stehen.

Beispiel Running-App: Als Vertriebskanal bietet sich neben dem App-Shop eine Webseite an. Auf der Webseite können sich die Kunden über die einzelnen Features der App informieren.

Customer Relationships (Kundenbeziehungen)

Für jedes Unternehmen gilt es festzulegen, welche Art von Beziehung es zu den Kunden aufbauen will. Abhängig von deiner Geschäftsidee kann dein Serviceangebot von einer persönlichen Betreuung bis hin zur vollautomatisierten Dienstleistung reichen. Frage dich selbst vorab, welche Beziehung erwarten deine Kunden von dir? Um eine möglichst effiziente Kundenbetreuung anzubieten, mache dir bewusst, welche Kosten dir für die Betreuung jedes einzelnen Kunden entstehen und welche Einnahmen diesen Kosten gegenüberstehen.

Beispiel Running-App: Da die Zielgruppe über unterschiedliche Leistungsniveaus verfügt, wird im Kundensupport gezielt auf die individuellen Belange eingegangen. Die Kundenbetreuung ist im vorliegenden Beispiel also auf den persönlichen Kontakt ausgerichtet.

Revenue Streams (Einnahmequellen)

Als Unternehmer stellst du dir selbstverständlich die Frage: wie kann ich Umsätze generieren? Der von dir geschaffene Mehrwert für deine Kunden bildet die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. Denn nur wenn deine Kunden einen wirklichen Mehrwert in deiner Leistung bzw. in deinem Produkt wahrnehmen, sind sie auch bereit für den Nutzen zu zahlen.

Beispiel Running-App: Einnahmen könnten nicht nur durch den bloßen Verkauf der Running-App über den App-Store generiert werden, sondern auch durch Zusatzfeatures, die nur durch den Erwerb der Premiumversion für den Nutzer freigeschaltet werden.

Key Resources (Schlüsselressourcen)

Für die Realisierung deines Geschäftsmodells benötigst du sogenannte Schlüsselressourcen. Mit Hilfe der Schlüsselressourcen kann dein Unternehmen, Nutzen schaffen, Märkte erschließen, Kundenbeziehungen aufrechterhalten und Einnahmen erzielen. Je nach Art des Geschäftsmodells werden unterschiedliche Schlüsselressourcen benötigt. Unterschieden wird zwischen physischen Ressourcen wie beispielweise Produktionsanlagen, finanziellen Ressourcen (z.B. Darlehen), intellektuellen Ressourcen bereit gestellt in Form von Wissen oder personellen Ressourcen (z.B. Mitarbeiter).

Beispiel Running-App: Eine wichtige Ressource in unserem Beispiel ist das Wissen über die Funktionsweise der App. Wenn du über dieses Wissen nicht verfügst, musst du auf das Wissen von Experten zurückgreifen.

Key Activities (Schlüsselaktivitäten)

Neben den Schlüsselressourcen sind Schlüsselaktivitäten relevant für deine Geschäftsidee. Unter den Schlüsselaktivitäten werden die Maßnahmen verstanden, die ein Unternehmen ergreifen muss, um erfolgreich zu handeln. Beispielsweise solltest du dich fragen, welche Aktivitäten ergriffen werden müssen, um einen Nutzen für die Kunden bereitzustellen.

Beispiel Running-App: Die Schlüsselaktivität ist in unserem Beispiel die Entwicklung der Software. Zudem ist das Design der App festzulegen. Nebenaktivitäten sind unter anderem die Pflege und Weiterentwicklung der App.

Key Partnerships (Schlüsselpartnerschaften)

Um dein Geschäftsmodell erfolgreiches zu verwirklichen, kann es von Vorteil sein, strategische Partnerschaften einzugehen. Partnerschaften können dir helfen dein Geschäftsmodell zu optimieren, Risiken auszulagern und benötige Ressourcen von Spezialisten auf dem jeweiligen Gebiet einzukaufen. Partnerschaften können in vier verschiedenen Formen eingegangen werden. Strategische Allianzen umfassen bestehende Partnerschaften zwischen nicht in konkurrenzstehenden Unternehmen. Eine Partnerschaft zwischen zwei Wettbewerbern wird als Kooperation bezeichnet. Schließen sich zwei Unternehmen zusammen, aus denen ein neues Unternehmen hervorgeht, spricht man von einem Joint Venture. Käufer-Lieferanten-Beziehungen werden eingegangen, um zuverlässige Lieferungen zu gewährleisten.

Beispiel Running-App: Wenn du selber kein IT-Spezialist bist, bietet sich in unserem Beispiel mit der Running-App die Kooperation mit einem IT-Dienstleister an. Dieser kümmert sich dann um den Aufbau und die Weiterentwicklung der App und berücksichtigt deine Design- und Layout-Wünsche.

Cost Structure (Kostenstruktur)

Unter dem letzten Baustein werden sämtliche Kosten erfasst, die bei der Durchführung deiner Geschäftsidee entstehen können. Für die Schaffung und Bereitstellung des Mehrwerts für deine Kunden, für die Pflege von Kundenbeziehungen, sowie für das Erzielen von Umsätzen entstehen Kosten. Mache dir also bewusst an welchen Stellen Kosten entstehen können und wo du beispielsweise Kosten einsparen könntest. Welche Ressourcen bzw. Aktivitäten könntest du günstiger einkaufen anstatt sie selber herzustellen? Nachdem du die Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäten sowie die Schlüsselpartner definiert hast, kannst du die anfallenden Kosten leicht berechnen.

Beispiel Running-App: Wenn du selber nicht über das Wissen zur Erstellung einer solchen App verfügst, musst du die Dienstleistung von extern beziehen. Für diese Leistung musst du bezahlen. Um nur ein Beispiel für mögliche Kosten zu nennen.

Jetzt hast du einen Überblick über alle 9 Bausteine, die du für dein Geschäftsmodell benötigst. Du siehst auf einen Blick, wo die Stärken deiner Idee liegen und welche Schwachstellen es noch aus dem Weg zu räumen gilt. Das Business Model Canvas bietet dir also die perfekte Grundlage für weiterer Analysetools wie beispielweise zur Erstellung deines Businessplans.

Business Model Canvas Vorlage deutsch herunterladen:

Lade dir also am besten gleich das Layout vom Business Model Canvas herunter. Schnapp dir ein paar Post-its und versuche jedes Feld des Layouts mit Inhalt zu füllen. Baue so dein Geschäftsmodell auf, identifiziere die Stärken und Schwächen deines Vorgehens und verdiene mit deiner Geschäftsidee zukünftig Geld.

[Download] Business Model Canvas: Die 9 Bausteine für dein Unternehmen
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