Digitalisierung

Wie oft haben wir schon den Satz gehört, dass die Maschinen die Arbeitskräfte der Menschen ersetzen, Millionen von Arbeitsstellen überflüssig machen. Auch wenn die Digitalisierung immer weiter voranschreitet, ein massenhaftes Jobsterben ist wohl eher ausgeblieben. Viel eher ist es so, dass sich die Berufsbilder teilweise recht radikal verändert haben. Hinzu kommt, dass durch die Digitalisierung verschiedene Arbeiten um einiges schneller erledigt werden, doch so wirklich betroffen ist kaum jemand.

In Deutschland sehen die Beschäftigten dem Fortschritt der digitalen Technik recht gelassen und zuversichtlich entgegen. Der Großteil der Berufstätigen ist recht zuversichtlich, dass ihnen der technologische Wandel nichts anhaben kann. Nur 15 Prozent der Beschäftigten sehen in der Digitalisierung eine Bedrohung ihres Arbeitsplatzes.
Dieses Ergebnis hat eine Studie der Online-Jobplattform Stepstone zutage gebracht. Bundesweit wurden 17.000 Führungs- und Fachkräfte bezüglich der Digitalisierung befragt. 68 Prozent der Fachkräfte glaubt, dass sich die Veränderungen in der Technologie sogar positiv auswirken. Allerdings ist ihnen auch bewusst, dass sie sich, um auf dem Laufenden zu bleiben, anstrengen müssen. Zwei Drittel aller Befragten sieht in der stetigen Weiterbildung ein Muss – und nicht nur hinsichtlich ihrer Kernkompetenzen, sondern vor allem in den Bereichen der digitalen Fähigkeiten und „Soft Skills“.

Standardisierte Tätigkeiten könnten durch die Digitalisierung ersetzt werden, allerdings würden dadurch neue, anspruchsvolle Berufe geschaffen. Stepstone Geschäftsführer Sebastian Dettmers geht sogar einen Schritt weiter. Er ist der Meinung, dass die Politik in der Pflicht steht, innerhalb der deutschen Wirtschaft den digitalen Wandel zu fördern und auch Unternehmen zu unterstützen.

Im September 2018 hat das Bundeskabinett einem Gesetzesentwurf der SPD, insbesondere dem Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zugestimmt. In diesem Gesetzesentwurf sollen für die Arbeitgeber finanzielle Anreize geschaffen werden, die für ihre Mitarbeiter Schulungen und Kurse anbieten. Generell solle Mitarbeitern der Zugang zu Fort- und Weiterbildungen erleichtert werden.

61 Prozent der Fachkräfte sind offen für Neuerungen

Der Großteil der Fachkräfte sei laut Stepstone offen für die digitalen Veränderungen. Aus eigenem Interesse möchten sich 61 Prozent der Befragten weiterbilden. Die Hälfte der Befragten gibt an, Wert auf die persönliche Weiterentwicklung zu legen. 36 Prozent der Befragten hat sich für die nächsten zwei Jahren vorgenommen, weitere technische Fähigkeiten für ihre aktuelle Beschäftigung anzueignen. Und 54 Prozent planen, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse zu verbessern. Eine von zehn Fachkräften würde auch eine Umschulung für eine neue Position in Betracht ziehen.

Lediglich für sechs Prozent kommt eine Weiterbildung nicht in Frage. Allerdings müssten, so Dettmers von Stepstone, auch diese Minderheiten in die Pflicht genommen werden, sich fortzubilden.

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Saarland, Thüringen und Baden-Württemberg – Veränderungsdruck am größten

Eine Simulation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg zeigt, dass die Notwendigkeit, sein Wissen auf den neuesten Stand zu bringen, sehr hoch ist. Bestandteil der Simulation sind Berufe, die mehr und mehr durch Maschinen übernommen werden können. Dabei unterscheidet sich die Substituierbarkeit von Bundesland zu Bundesland und von Branche zu Branche. In der Hauptstadt ist der Druck am geringsten. Die Forscher des IAB schreiben, dass in Berlin die wenigsten Berufstätigen mit einem hohen Substituierbarkeitspotential tätig sind. Das heißt, in Berlin müssen sich die wenigsten Beschäftigten umstellen.

Anders sieht es im Saarland, in Thüringen und in Baden-Württemberg aus. In diesen Bundesländern ist der Veränderungsdruck am höchsten. Viele Industrie-Tätigkeiten eignen sich hier für eine fortschreitende Automatisierung, so die Forscher der IAB. Dabei rühren die Unterschiede aus den historisch gewachsenen Branchen und deren Strukturen. Gerade in diesen Bundesländern seien viele im verarbeitenden Gewerbe tätig und genau dieser Bereich halte das höchste Substituierbarkeitspotential bereit.

Da das Saarland seit dem 19. Jahrhundert industriell stark geprägt ist, müssen sich die Arbeitnehmer in diesem Bundesland darauf einstellen, dass der Bedarf an Umschulungen besonders hoch sei. Dagegen können in Bundesländern, in denen der Dienstleistungssektor sehr stark ist, kaum Berufe oder Tätigkeiten durch Roboter teilweise oder ganz übernommen werden.

Unerlässlich – die älteren Erwerbstätigen

Die Simulation des IAB ergab zudem, dass in Berlin oder Hamburg mehr Experten oder Spezialisten beschäftigt sind. Was allerdings nicht bedeutet, dass in diesen Stadtstaaten kein Anpassungsbedarf besteht.

Und es sind nicht nur die technischen Probleme, die dem Siegeszug der Roboter entgegen wirken. Oftmals sind es auch rechtliche oder ethische Fragen, die den Einsatz der Maschinen ausbremsen können. So formuliert zum Beispiel die Wissenschaftlerin Matthes die Frage, welche Eigenschaften ein Auslieferungsroboter haben muss, um eine Betriebsgenehmigung zu erhalten. Auch brauchen die Branchen qualifiziertes Personal, um mit den Robotern interagieren zu können. Und dies hat zur Folge, dass nicht nur in die Maschinen investiert werden muss, sondern auch in die Weiterbildung der Beschäftigten.

Ein IAB-Forscher ist der Meinung, dass in den nächsten Jahren die älteren Generationen auf dem Arbeitsmarkt unerlässlich seien. Denn diese seien notwendig, um die digitale Veränderung in Deutschland bewältigen zu können. Weiterhin heißt es in der Studie, dass die Bundesländer die Voraussetzungen für Weiterbildungen schaffen müssten. Nur dadurch könnten die neuen Herausforderungen innerhalb der digitalen Arbeitswelt bewältigt werden.

Fazit

Die Digitalisierung scheint den Arbeitnehmern keine schlaflosen Nächte zu bescheren. Dies zeigt auch die Bereitschaft der Befragten, sich aus eigenem Interesse weiterzubilden.

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