Steuertipps

Steuern sparen für Unternehmer ist legal nicht immer einfach. Grundsätzlich sind die Regeln der Steuerermittlung klar vorgegeben. Das bedeutet, dass du dich innerhalb konkreter, strenger Vorgaben bewegst, wenn du deinen Jahresabschluss, deine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder deine Steuererklärung ermittelst. Machst du hierbei Fehler, kannst du Glück haben, dass es niemandem auffällt. Oder im Rahmen einer Steuerprüfung kommt eben heraus, dass du Sachverhalte falsch behandelt hast und am Ende die dicke Rechnung dafür präsentiert bekommst. Allerdings gibt es für das Steuern Sparen für Unternehmer einige legale Möglichkeiten, um möglichst viele Ausgaben so anzusetzen, dass du davon profitierst. Im folgenden Artikel geben wir dir eine Übersicht über die wichtigsten Steuertipps für Unternehmer.

So lagerst du Ausgaben in dein Unternehmen um

Steuern sparen für Unternehmer fängt bereits im kleinen Bereich an. Dir bieten sich einige Möglichkeiten, zumindest teilweise private Ausgaben in den Betrieb umzulagern. Dafür eignen sich einige Dinge, die du privat sowieso aufwenden würdest, aber vor allem für die betriebliche Nutzung verwendest.

Handyvertrag

Die betriebliche Notwendigkeit eines Mobiltelefons ist relativ offensichtlich, gerade als verantwortlicher Unternehmer. Entsprechend sinnvoll ist es, einen Handyvertrag nicht privat, sondern über dein Unternehmen abzuschließen. Für Arbeitnehmer ist die Privatnutzung steuerfrei. Beim Unternehmer muss eine entsprechende private Entnahme gemäß der Aufteilung betrieblichen und privaten Anteils gebucht werden. Als Unternehmer musst du zwar schätzen, wie hoch der private Nutzungsanteil liegt und dann eine entsprechende Entnahme buchen, die nicht als Betriebsausgabe behandelt wird. Für den betrieblichen Anteil gilt allerdings, dass dieser voll als Betriebsausgabe mit Vorsteuerabzug angesetzt werden kann. Dieser Sachverhalt gilt so übrigens auch für angestellte Geschäftsführer einer GmbH.

Computer, Laptops und ähnliche Betriebsmittel

Der Sachverhalt liegt hier im Grunde genommen vergleichbar mit dem der Handys. Möchtest du beispielsweise auch von zu Hause aus arbeiten, bietet sich ein Laptop oder PC für das Home-Office an. Auch hier kannst du die Ausgaben anteilig gemäß betrieblicher Nutzung als Betriebsausgaben mit Vorsteuerabzug ansetzen.

PKWs

Im Grunde genommen lohnt sich betriebliches Fahrzeugleasing in nahezu jedem Fall steuerlich. Voraussetzung dafür ist, dass das Fahrzeug zu mindestens 50 Prozent betrieblich genutzt wird. Du kannst dann alle Kosten, die im Zusammenhang mit dem Auto entstehen, betrieblich absetzen. Aus Vereinfachungsgründen musst du nur bei privater Mitnutzung ein Prozent des Bruttolistenpreises monatlich als geldwerten Vorteil versteuern. Bei Nutzung des Fahrzeugs für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (= Arbeitsweg) kommen pro Monat 0,03 Prozent des Listenpreises mal die Anzahl der Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte hinzu. Damit fährst du steuerlich in fast jedem Fall günstiger als mit einem privat erworbenen Fahrzeug.

Bewirtungskosten

Mit deinen Geschäftspartnern kannst du ein gutes, vielleicht sogar freundschaftliches Verhältnis pflegen. Entsprechend trifft man sich mitunter nicht nur im Büro, sondern will auch für eine möglichst angenehme Atmosphäre sorgen. Deshalb sind geschäftliche Essen ein sehr gutes Instrument, um betriebliche Angelegenheiten zu besprechen. Die Kosten dafür kannst du zu 70 Prozent betrieblich ansetzen. Mit den übrigen 30 Prozent wird pauschal der private Vorteil, der aus einem solchen Essen entsteht, abgegolten. Wichtig ist, dass du dir unbedingt eine Rechnung geben lässt und den entsprechenden Bewirtungsbeleg korrekt ausfüllst. Dafür sind die folgenden Angaben wichtig:

  • Ort und Datum der Bewirtung: Diese ergeben sich im Regelfall bereits aus dem Beleg selbst.
  • Bewirtete Personen: Führe alle Personen, die am Essen teilgenommen haben, hier mit Firmenzugehörigkeit auf.
  • Anlass der Bewirtung: Hier muss es konkreter sein als beispielsweise „Dienstessen“ oder „Besprechung Firma XY“. Am besten arbeitest du hier mit einem konkreten Projektnamen, um das es geht.
  • Bewirtungskosten, Steuersatz und Trinkgeld
  • Unterschrift des Unternehmers: Aus der Praxis heraus kann ich dir sagen, dass dieser Punkt unterschätzt wird, wenn man ihn vergisst. Ich habe es bei Betriebsprüfungen schon erlebt, dass der Unternehmer alle anderen Angaben des Belegs nachtragen durfte, die Unterschrift aber nicht. Deshalb denk unbedingt an die Unterschrift, um den Betriebskostenabzug nicht zu gefährden!

Vorsicht bei Einkäufen zum Jahresende

Es besteht die Möglichkeit, zum Jahresende noch einmal auf Shoppingtour zu gehen, um die betrieblichen Kosten zu erhöhen und den Gewinn zu senken. Das ist gängige Praxis beim Steuern Sparen für Unternehmer. Allerdings musst du das richtig anstellen, damit du hier keine Fehler machst. Anlagegüter beispielsweise können mitunter sehr viel kosten, werden aber über einen gewissen Zeitraum abgeschrieben. Das bedeutet, dass du zwar die volle Summe bezahlst, aber nur über den gesamten Nutzungszeitraum die Kosten scheibchenweise abschreibst. Entsprechend hast du hier bei der Anschaffung eine hohe Investition für wenig Betriebsausgabe. Ähnlich verhält es sich mit Wareneinkäufen, wenn du zur Inventur verpflichtet bist. Alles, was zum Jahresende noch bei dir liegt, wird als Betriebsvermögen gewertet. Steigt das, mindert es deinen Aufwand per bestandsverändernder Einstufung. Wie genau du dich in und um die Inventur herum verhalten solltest, haben wir dir bereits hier aufgezeigt.

So senken Einkäufe zum Jahresende deinen Gewinn richtig

Also solltest du eher in den Bereich gehen, bei dem du die Möglichkeit hast, eine sofortige Geltendmachung der Kosten zu erreichen. Das ist im Regelfall bei sachlichen Gütern der Fall, die weder als Ware, noch als Anlagevermögen eingestuft werden. Dazu zählen unter anderem die folgenden Dinge:

  • Computer, Telefone und andere eigenständig nutzbare Bürogeräte, die einen Einzelpreis von maximal 800 Euro netto haben.
  • Eigenständig nutzbare Werkzeuge und Hilfsmittel, die ebenfalls die Grenze von 800 Euro nicht überschreiten.
  • Möbelstücke, die im Einzelpreis 800 Euro nicht überschreiten.
  • Hilfsmaterialien wie Büroartikel, Verpackungsmaterialien, Porto et cetera.

Die 800-Euro-Grenze bei eigenständig nutzbaren Wirtschaftsgütern ist wichtig, da es sich hierbei um die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter handelt. Diese können sofort im Jahr der Anschaffung komplett als Kosten abgeschrieben werden. Wichtig ist hierbei nicht, dass alle GWGs zusammen maximal 800 Euro kosten. Du kannst gerne auch 10 Bürotische für insgesamt 5.000 Euro und 20 Regale für 12.000 Euro kaufen und alles komplett absetzen. Wichtig ist hierbei ausschließlich der Einzelpreis des eigenständig nutzbaren Wirtschaftsguts.

Ist-Versteuerung statt Soll-Versteuerung nutzen

Der Regelfall bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung ist die Soll-Versteuerung. Das bedeutet, die an das Finanzamt zu entrichtende Umsatzsteuer wird fällig, sobald du eine Leistung erbringst. Wann dein Kunde bezahlt, ist dafür egal. Du musst für den Monat der Leistungserbringung die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Bei der Ist-Versteuerung musst du die Umsatzsteuer erst in dem Monat abführen, in dem du die Zahlung deines Kunden erhältst. Das bedeutet, dass du erst dann zahlen musst, wenn du die Umsatzsteuer auch tatsächlich erhalten hast. Somit musst du die Umsatzsteuer nicht vorfinanzieren und hast entsprechend eine höhere Liquidität. Übrigens funktioniert das nicht nur für Einzelunternehmer und Personengesellschaften, sondern auch für Kapitalgesellschaften wie GmbHs. Das sind die Voraussetzungen, um die Ist-Versteuerung zu nutzen:

  • Der Vorjahresumsatz des Unternehmens darf 500.000 Euro nicht überschritten haben.
  • Die Ist-Versteuerung muss beim Finanzamt beantragt werden.
  • Es liegt eine schriftliche Genehmigung des Finanzamts zur Ist-Versteuerung vor.

Weitere Tipps rund um die Umsatzsteuer-Voranmeldung kannst du hier finden.

Das kannst du im Jahresabschluss geltend machen

Einkommen- und Körperschaftssteuervorauszahlung anpassen

Im Regelfall wirst du je nach Unternehmensart Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer vorauszahlen. Diese Veranlagung geschieht üblicherweise auf Basis der Vorjahresgewinne oder aber gemäß Voranmeldung des zu erwartenden Gewinns. Stellst du im November oder Anfang Dezember fest, dass dein Gewinn gar nicht so hoch ausfällt, kannst du bis zum 11. Dezember einen Antrag stellen, die Vorauszahlung auf den niedrigeren zu erwartenden Gewinn anzupassen. Das geht formlos, da es sich um eine Vorauszahlung handelt, und wird dir im Regelfall keine Probleme bereiten.

Bestände bei der Inventur abwerten

Selten ist die auf Lager liegende Ware noch das wert, was sie im Einkauf gekostet hat. Gerade bei Saisonware, Elektroartikeln, verderblicher Ware verliert der Lagerbestand schnell an Wert. Das bedeutet, dass du nach Abschluss der Inventur auf Basis der Einkaufspreise je nach Anlass eine prozentuale Abwertung vornehmen solltest, um den realistischen Restwert der Ware zu ermitteln. Die Gründe dafür können vielseitig sein:

  • Die Produkte sind aus Altersgründen überholt und schlecht verkäuflich.
  • Kleine Restmengen erlauben dir nicht den Vertrieb über deine gewöhnlichen Vertriebskanäle.
  • Saisonware ist nur noch schlecht verkäuflich (beispielsweise bei kurzlebigen Trends oder Mode).
  • Die Ware ist defekt, verdorben oder unvollständig.
  • Du hast noch Restware aus einem Geschäftszweig, den du gar nicht mehr betreibst.

Dein Steuerberater kann dir hierbei sicherlich behilflich sein, was genau du in welchem Umfang abwerten kannst. Bei uns im Handelsunternehmen ist es so, dass der gesamte Warenwert gemäß Einkaufspreis in den bisherigen Inventuren etwa um 40 bis 50 abgeschrieben wurde. Die Folge ist, dass dein Warenbestand niedriger bewertet wird, was wiederum zur Folge hat, dass dein betrieblicher Gewinn niedriger ausfällt.

Rückstellungen bilden

Rückstellungen sind grundsätzlich zu bilden, wenn aus dem betreffenden Jahr Sachverhalte resultieren, die sich in den Kosten des Folgejahres noch niederschlagen werden. Damit reduzierst du quasi deinen Gewinn für Kosten, die dir noch gar nicht im entsprechenden Jahr entstanden sind, aber voraussichtlich noch entstehen werden. Zwei Beispiele dazu:

  1. Du liegst in einem Rechtsstreit, der sich im entsprechenden Jahr anbahnt. Es geht um einen hohen Streitwert für eine zu leistende Abfindung, eine Patentrechtsverletzung oder eine Entschädigungszahlung für einen Auftrag, der schiefgegangen ist. Bei Erstellung des Abschlusses ist der Sachverhalt noch nicht geklärt. Das realistische Kostenrisiko beträgt gemäß Anwalt allerdings 100.000 Euro. Diese Kosten kannst du nun als Rückstellung in deinem Jahresabschluss geltend machen, obwohl noch gar nicht abschließend geklärt ist, wann und ob sie anfallen.
  2. Du erhältst eine große Retourenmenge eines Auftrags aus dem entsprechenden Jahr im Folgejahr. Die Retoure kannst du als Ertragsminderung nicht im entsprechenden Jahr geltend machen. Erträge dürfen erst dann erfasst werden, wenn sie realisiert sind. Bei einer Retoure ist das der Anlieferungszeitpunkt der Rücksendung. Das Realisationsprinzip gilt in diesem Fall auch für negative Erlöse. Allerdings entstehen dir durch diese Retoure hohe Folgekosten für den Weitervertrieb. Gegebenenfalls hast du neue Präsentations- und Werbekosten, Verkaufsprovisionen, die gezahlt werden müssen, Verarbeitungskosten und Lagergebühren. Das sind Kosten, die zweifellos auf einen Auftrag aus dem entsprechenden Jahr zurückzuführen sind. Entsprechend kannst du sie im Jahresabschluss als Rückstellung erfassen und bereits dort deinen Gewinn mindern.

Fazit

Diese Tipps stellen definitiv keine abschließende Liste der Möglichkeiten dar, um das Steuern Sparen für Unternehmer zu erleichtern. Allerdings sind es viele gängige Möglichkeiten, die in vielen Unternehmen sinnvoll praktisch genutzt werden können. Daher solltest du im Rahmen deiner Möglichkeiten Gebrauch von ihnen machen, um deine Steuerlast zu senken und am Ende mehr Geld für dich zur Verfügung zu haben. Es wird sich für dich lohnen.

Steuertipps für Unternehmer – So kannst du viel Geld sparen
Artikel bewerten