Die private Krankenversicherung - Doktorin

Wer selbstständig tätig ist, ist in besonders hohem Maße auf die eigene Arbeitskraft angewiesen. Eine gute Absicherung im Falle von Krankheit oder Unfall gehört deshalb zu den wichtigsten Absicherungen für Gründer. Die gesetzliche Krankenversicherung, die bei krankheits- oder unfallbedingtem Verdienstausfall zumindest in den ersten sechs Wochen einspringt, ist für Selbstständige und Gründer nicht verfügbar. Wer unternehmerisch auf eigenen Beinen steht, muss sich um eine gute Absicherung im Rahmen einer privaten Krankenversicherung kümmern. 

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Nicht nur Selbstständige und Gründer dürfen sich für den privaten Versicherungsschutz entscheiden

Für Selbstständige und Gründer ist der Weg in eine gesetzliche Krankenkasse in der Regel versperrt. Ihnen steht allerdings der Schutz der privaten Krankenversicherer zur Verfügung, die mit umfangreichen und vielseitigen Leistungen punkten können.

Während das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherungen über das Sozialgesetzbuch vereinheitlicht und damit begrenzt ist, können privat Krankenversicherte aus einer Vielzahl von individuellen Tarifen und Leistungen wählen, die ihnen einen optimal auf ihre Bedürfnisse angepassten Versicherungsschutz bieten. Viele Leistungen, die in einem privaten Versicherungstarif inkludiert sind, müssen von gesetzlich Krankenversicherten durch private Zusatzversicherungen abgedeckt werden. Der Verband der Privaten Krankenversicherung konnte nach eigenen Angaben von 2007 bis 2017 einen Anstieg im Bereich der privaten Zusatzversicherungen für gesetzlich Krankenversicherte um etwa 27,5 Prozent verzeichnen. Damit füllen private Zusatzversicherungen wichtige Lücken, die in den gesetzlichen Krankenversicherungen durch staatliche Kürzungen immer größer werden.

Immer häufiger entscheiden sich deshalb auch gesetzlich Krankenversicherte für einen Wechsel in einen privaten Versicherungstarif. Allerdings steht diese Option in Deutschland nicht jedem offen. Eine private Krankenversicherung ist für Selbstständige und Gründer ebenso möglich wie für Freiberufler. Auch Beamte, Beamtenanwärter und Referendare können einen Tarif der privaten Krankenversicherungen wählen. Studenten haben die Möglichkeit, eine private Krankenversicherung zu wählen. Dafür müssen sie sich allerdings innerhalb der ersten drei Monate des Studiums von der Verpflichtung zur Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung befreien lassen und bis zum Ende des Studiums privat krankenversichert bleiben. Für Studenten, die sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen möchten, gilt übrigens keine Einkommensgrenze. Auch Praktikanten und Personen, die den zweiten Bildungsweg beschreiten, dürfen sich ohne Berücksichtigung einer Einkommensgrenze von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen.

Bei Angestellten ist das Einkommen der entscheidende Faktor, wenn es um die Möglichkeit des Wechsels von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung geht. Liegt das Bruttoeinkommen eines Angestellten mindestens 12 Monate lang über der Versicherungspflichtgrenze, steht ihm der Weg in eine private Krankenversicherung offen.

Versicherungspflichtgrenze für das Versicherungsjahr 2019:

Derzeit ist die Versicherungspflichtgrenze vom Gesetzgeber auf 60.750 Euro brutto pro Jahr festgelegt.

Die monatliche Verdienstgrenze liegt bei 5062,50 Euro.

Die gesetzlichen Vorgaben zur Versicherungspflichtgrenze sind im § 6 I Nr.1 SGB V festgehalten.

(Quelle: https://www.hansemerkur.de)

Ist die Versicherungspflichtgrenze mindestens 12 Monate lang überschritten, haben auch Angestellte eine Wahlfreiheit bei ihrer Krankenversicherung. Um aktuellen Anpassungen auf dem Arbeitsmarkt und der Inflation Rechnung zu tragen, wird die Versicherungspflichtgrenze jedes Jahr angepasst. 2018 lag sie noch bei einem Jahresbruttoverdienst von mindestens 59.400,00 Euro.

Die Frist, die Angestellte mit entsprechendem Einkommen für den Wechsel in die private Krankenversicherung einhalten mussten, lag seit dem Eintritt der Gesundheitsreform am 02. Februar 2007 übrigens noch bei mindestens drei Jahren. Damit hatten Berufseinsteiger trotz entsprechend hohem Einkommen keine Chance, auf eine private Krankenversicherung zurückzugreifen. Diese Frist wurde zum 01. Januar 2011 auf ein Jahr verkürzt.
Die private Krankenversicherung - Doktor

So setzt sich der Beitrag für die private Krankenversicherung zusammen

Private Krankenversicherungen sind nur etwas für Besserverdiener, so lautet die allgemeine Vorstellung. Ganz von der Hand zu weisen ist das natürlich nicht, denn immerhin sind Angestellte nur für die private Krankenversicherung zugelassen, wenn sie über ein entsprechend hohes Einkommen verfügen. Allerdings machen die Besserverdiener im Angestelltenverhältnis nur etwa 12 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten aus. Die breite Mehrheit, rund 70 Prozent nämlich, bilden Beamte, Selbstständige, Freiberufler und die Angehörigen dieser Berufsgruppen, wie der Verband der Privaten Krankenversicherung informiert.

Wie teuer eine private Krankenversicherung ist, hängt vom gewählten Tarif und den inkludierten Optionen ab, aber auch von allgemeinen Faktoren wie dem Alter, der allgemeinen Gesundheit und dem Leistungsstandard der Versicherten ab.

Grundsätzlich ist die Berechnung des individuellen Beitrags in der privaten Krankenversicherung unabhängig vom Einkommen. Die Kalkulation ist allerdings komplexer als bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Private Krankenkassen haben etwas mehr Freiheit in der Beitragskalkulation ihrer Tarife, allerdings müssen sie sich dabei an gesetzlich vorgegebene Berechnungsgrundlagen halten.

Der Berechnung individueller Tarife liegt immer das so genannte Äquivalenzprinzip zugrunde. Der Verband der privaten Krankenversicherung erläutert:

„Beim Äquivalenzprinzip wird stets ein Kollektiv betrachtet, das zu Versicherungsbeginn gleichaltrig ist. In jedem einzelnen Kollektiv muss die Summe aus den Beitragseinnahmen über die gesamte Versicherungszeit die Summe aller zu erwartenden Versicherungsleistungen decken.

Diese Berechnung des Beitrages erfolgt zu Beginn der Versicherung. Verschlechtert sich im Laufe der Zeit der Gesundheitszustand eines Versicherten im Kollektiv, hat das keine Auswirkungen auf dessen individuellen Beitrag zur Krankenversicherung. Eine individuelle Beitragserhöhung wegen einer Erkrankung gibt es also nicht.“

 (Quelle: https://www.pkv.de)

Wichtige Aspekte, die in die Berechnung des jeweiligen Tarifs einbezogen werden, sind 

  • Das versicherte Leistungsspektrum

In private Krankentarife lassen sich viele Optionen integrieren, die gesetzlich Krankenversicherte durch private Zusatzversicherungen abdecken müssen. Der Unterschied zwischen Zweibett- und Mehrbettzimmer, die Übernahme bei alternativen Behandlungsmethoden und Naturheilverfahren und Leistungen im Bereich Zahnersatz und Brille oder Kontaktlinsen können ganz individuell in den Leistungsumfang inkludiert werden.

  • Das Alter der zu versicherten Person bei Beginn der Versicherung

Je älter die zu versichernde Person ist, desto höher fallen in der Regel die Beiträge aus. Wer in sehr jungen Jahren in die private Krankenversicherung wechselt, kann von günstigen Einstiegstarifen profitieren, die häufig sogar günstiger sind als die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung.

  • Der allgemeine Gesundheitszustand der zu versichernden Person bei Beginn der Versicherung

Vorerkrankungen einer zu versichernden Person wirken sich stark auf den Versicherungsbeitrag aus, da sie die Risikokalkulation für die gesamte Versicherungsgemeinschaft beeinflussen. Im Gegensatz zu gesetzlichen Krankenversicherungen dürfen private Anbieter einen Antrag auf Versicherungsschutz durchaus ablehnen, falls der Antragsteller zu viele gesundheitliche Risiken und Vorerkrankungen mitbringt. In der Regel wird dann aber ein Tarif angeboten, in den verschiedenen Risikozuschläge einkalkuliert worden sind.

Werden Neugeborene als Angehörige eines privat Krankenversicherten in die Versicherung mit aufgenommen, ist der Gesundheitszustand für die Beitragskalkulation nicht relevant.

Bis Dezember 2012 war auch das Geschlecht der zu versichernden Person noch relevant für die Beitragskalkulation. Für Versicherungen, die nach dem 21. Dezember 2012 abgeschlossen wurden, ist dieser Faktor für die Beitragsberechnung entfallen. Der Europäische Gerichtshof hat die privaten Krankenversicherer seitdem dazu verpflichtet, alle Tarife als Unisex-Variante zu berechnen. Versicherte, die vor dem Stichtag eine private Krankenversicherung abgeschlossen nach den damals gültigen Bisex-Tarifen abgeschlossen haben, dürfen jederzeit zur Unisex-Variante wechseln. Eine Rückkehr in den alten Bisex-Tarif ist allerdings nicht möglich.