Ob du reich werden willst oder nicht, bei der Selbstständigkeit dreht sich alles ums Geld, schließlich möchtest du von deiner Idee leben können. Für jeden Gründer ist die Finanzierung entscheidend, ob für die frühe Start- oder Expansionsphase deines Business oder für deine Altersvorsorge. Investieren sowie Geld und Steuern zu sparen, ist für Existenzgründer und Selbstständige eine der besten Möglichkeiten sich abzusichern und das Geschäft profitabel zu machen.

Traditionelle Finanzprodukte gibt es viele, ob Girokonto, Bausparen, Riester-Rente oder Versicherungen. Die Frage, wohin mit dem Geld ist bei der derzeitigen Niedrigzinsphase grundsätzlich nicht leicht zu beantworten, doch bei Selbstständigen ist die Situation oft noch einmal komplizierter als bei Menschen, die in einem Angestelltenverhältnis stehen. Wichtig: Lass dich von der Fülle an Angeboten und Informationen nicht abschrecken, betrachte jedes Finanzprodukt einzeln und leg jetzt den Grundstein für deine Zukunft. Es gilt, nicht den Überblick zu verlieren, erfahre alles, was du zu Geschäftskonto, Bausparvertrag, Kredite & Co. wissen musst.

Vier Finanzprodukte im kurzen Check

  1. Privat- oder Geschäftskonto?

Als Gründer und Unternehmer benötigst du natürlich ein Girokonto. Sind deine Umsätze noch gering, kannst du ein normales Privatkonto nutzen. Wenn möglich solltest du das auch vorziehen. Für Geschäftskonten fallen in der Regel höhere Gebühren an. Vermögen solltest du nicht einfach auf deinem Girokonto lassen, hier gibt es keine Zinsen und es verliert aufgrund der Inflation an Wert. Welche Bank die beste für dich ist, hängt ganz individuell von der Anzahl deiner Buchungen ab. Es gibt Konten mit Pauschalpreisen oder Banken, die auf eine Grundgebühr verzichten und Buchungen einzeln berechnen, andere Institute machen den Preis vom Guthaben abhängig. Hier heißt es vergleichen, um zu hohe Kosten zu vermeiden. Tipp: Sinnvoll sind oft die regionalen Geldinstitute wie Sparkassen. Die kleinen Geldinstitute kennen deine Bedürfnisse oft besser als die großen Global Player.

  1. Lohnt sich ein Bausparvertrag?

Nach dem Verband der Privaten Bausparkassen gab es 2015 knapp 30 Millionen Bausparverträge in Deutschland. Grundsätzlich ist Bausparen für private Zwecke gedacht, doch ein Bausparvertrag kann durchaus auch für Existenzgründer interessant sein. Vielleicht hast du bereits als Angestellter einen Bausparvertrag abgeschlossen, um auf ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung zu sparen. Jetzt fragst du dich vielleicht, ob es sich lohnt den bestehenden Bausparvertrag weiterzuführen oder es besser ist, all dein Geld in die Existenzgründung zu investieren? Das hängt zum einen davon ab, ob deine Finanzierung gesichert ist. Denn Liquidität geht vor Rentabilität. Ein Sicherheitspolster muss verfügbar sein. Diese Summe solltest du auf deinem Spar- oder Tagesgeldkonto deponieren.

Wenn du dich jetzt selbstständig machst und überlegst deine Existenzgründung von zuhause aus zu starten und auf externe Büroräume zu verzichten, dann ist die Beibehaltung deines Bausparvertrages oder der Abschluss eines neuen Bausparvertrages sinnvoll. Lass dich im konkreten Fall beraten. Die Mindestansparung eines Bausparvertrages beträgt in der Regel 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme. Bei 50.000 Euro wären das zwischen 20.000 und 25.000 Euro. Hast du diese erreicht, kannst du deinen Bausparvertrag auflösen und die Summe in dein Business investieren oder dich für ein günstiges Darlehen entscheiden. Die Höhe deines monatlichen Sparbeitrages orientiert sich an der Bausparsumme. Bei 50.000 Euro und einer monatlichen Sparrate von 3 Prozent liegst du bei 150 Euro.

Beispiel: Bausparvertrag über eine Bausparsumme von 50.000 EuroQuelle: Bausparkasse Mainz AG BKM https://www.bkm.de/bausparvertrag/

  1. Wie sinnvoll ist Riester für Selbstständige?

Lohnt sich Riester für Selbstständige? Wenn du dich für eine Riester-Förderung interessierst, musst du eins von zwei Kriterien erfüllen: Du bist auch als Selbstständiger in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert oder dein Ehepartner ist als Angestellter förderberechtigt, in diesem Fall giltst du als mittelbar Zulage berechtigt, allerdings darfst du von den steuerlichen Vorteilen nicht profitieren. Informiere dich, ob und in welchen Rahmen du förderberechtigt bist. Denn tatsächlich haben viele Selbstständige keine Versicherung und denken nicht ans Alter und die Familienplanung. Warte nicht mit der Vorsorge. Tipp: Prüfe jährlich, ob deine Versicherungen noch zu deiner Betriebs- und Lebenssituation passen.

  1. Günstige Gewerbekredite und staatliche Starthilfe für die Gründungsberatung

Die wenigsten Geschäftsideen lassen sich allein durch Eigenkapital finanzieren und nicht jeder Gründer schafft es, einen Investor zu finden. Die meisten Gründer benötigen zusätzliches Fremdkapital und entscheiden sich für das klassische Darlehen. Doch Kredite für Selbstständige und Freiberufler werden nur unter verschärften Bedingungen vergeben, weil diese anders als Angestellte oder Beamte über kein gesichertes Einkommen verfügen. Als Selbstständiger sind deine monatlichen Einnahmen abhängig von der Auftragslage und dem Zahlverhalten deiner Kunden. Vielleicht hast du die Möglichkeit, eine Immobilie oder Sparanlage als zusätzliche Kreditsicherheit anzubieten? Damit dein Kredit nicht zu einer finanziellen Belastung wird, solltest du auf die Höhe der Kosten achten und diese vergleichen. Der wichtigste Preisfaktor: der effektive Jahreszins.

Am besten kombinierst du staatliche Förderprogramme mit gewerblichen Krediten. Art und Höhe der staatlichen Förderung hängen davon an, in welchem Bundesland du arbeitest. Informiere dich näher über die verschiedene Förderprogramme beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und erfahre, ob du antragsberechtigt bist. Hier kannst du dich zur Finanzierung, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung ausführlich beraten lassen. Um Förderung und Kredite zu erhalten, gilt es natürlich, einen ausführlichen Businessplan mit der Geschäftsidee vorzulegen. Hilfreich ist auch immer der Blick auf deine Konkurrenz. Wie haben es deine Mitbewerber gemacht? Ist der Plan gelungen und kommt diese Art Finanzierung auch für dich in Frage?

Prüfe deinen Finanzberater – Lass die Finger von unseriösen Beratern

Du möchtest dich gerne näher zu Baufinanzierung, Altersvorsorge, Kredit & Co. informieren, fürchtest dich aber vor unehrlichen und skrupellosen Bank- und Finanzberatern, die womöglich ihren eigenen Gewinn vor deinen setzen? Lass dich bei einem Beratungsgespräch auf keinen Fall unter Druck setzen. Die unabhängige Plattform Whofinance kann dir helfen einen seriösen und fairen Berater zu finden. Hier können Kunden ihren Finanzberater bewerten und du kannst dich vor Manipulation schützen. Die Bewertungen sind zum Großteil sehr ausführlich und nützlich. Es liegt aber an dir, dich gut vorzubereiten und dir vorab zu überlegen, wie hoch das Risiko und wie hoch der Ertrag sein sollen. Hole dir Verstärkung mit an Bord und gehe in Begleitung deines Geschäftspartners oder Freundes zum Gespräch. Bei Fachausdrücken oder wenn dir etwas nicht klar ist, darfst du nachfragen, bis du alles wirklich verstanden hast. Tipp: Auch wenn du zufrieden bist, nimm dir Bedenkzeit, schlafe eine Nacht drüber und lese anschließend nochmal das Protokoll. Hier findest du deine Vermögenswerte, Ziele und Anlageinfos.

Die 4 Top Finanzprodukte für Gründer
(1 Votes | 5 Sterne im Schnitt)