Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 20.02.2014:

Facebook+Whats-App

Zuckerberg kauft WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar

20.02.2014 – Eine Akquisition die überrascht. Es kursieren die verschiedensten Beiträge im Internet, zwischen 16 Milliarden und 19 Milliarden US Dollar soll Zuckerberg für den Zukauf von WhatsApp investiert haben. Die hohe Kaufsumme, von umgerechnet ca. 13 Milliarden Euro, investiert Facebook für ein Unternehmen mit gerade einmal 55 Mitarbeitern.

Mehr Reichweite durch WhatsApp

Die erst 2009 gegründete Smartphone-App zählt als Senkrechtstarter in der Internetbranche und stellte mit seiner Kommunikationsplattform eine zunehmende Bedrohung für Facebook dar. Durch das Austauschen von Text- und Sprachnachrichten sowie Videos und Fotos hat sich WhatsApp in nur kurzer Zeit als Alternative zu SMS oder anderen Chat-Diensten etabliert.

Zwar gehört der Instant-Messaging-Service in Nutzeraktivität und Reichweite mit 42 Milliarden Nachrichten täglich und rund einer Milliarde Nutzern (Stand:Februar 2016) zu den weltgrößten sozialen Onlinenetzwerken, doch sind die bisherigen Umsätze von WhatsApp unbekannt.

Für Nutzer soll alles unverändert bleiben


Die Umsätze beschränkten sich bislang nur auf die überschaubaren Jahresgebühren, am 18. Januar wurde jedoch bekannt, dass WhatsApp wieder kostenlos werden soll.  Auch nach der Übernahme von Facebook soll der Service werbefrei bleiben, so ließen die Gründer über ihren Corporate Blog verkünden.

Zuckerberg, der versprach, dass das Unternehmen hinter WhatsApp auch nach der Übernahme unabhängig geführt werden soll, legt die Prioritäten auf die Ausweitung der Nutzergemeinde.

Die Vermutung liegt nahe, dass der Zukauf vor allem als eine Reaktion auf die demographische Entwicklung von Facebook zu verstehen ist. Immer wieder wurde in Medienberichten verlautet, dass Facebook-Nutzer zunehmend älter werden.

Vergleichbar mit Instagram, welches Facebook 2012 für 1 Milliarde US-Dollar kaufte, soll bei dem Messaging-Service die Marke selbst weiter bestehen. Der Dienst versprach, dass durch die Übernahme keine Änderungen für den Nutzer anfallen. Was verhindern soll, dass Stammnutzer von WhatsApp durch den Kauf von Facebook beeinflusst werden könnten.

Aktionäre geben sich skeptisch

Die Facebook-Aktie, die kurz zuvor im regulären Handel ein neues Hoch von 68,06 Dollar erreichte, musste mit Bekanntwerden des Kaufs Einbußen hinnehmen. Die Aktionäre sind skeptisch, denn Zuckerberg ließ offen, wie durch das werbefreie Netzwerk ein Umsatz generiert werden kann. „Es gibt mehrere Wege wie wir damit Geld verdienen können“ so die Stellungnahme von Facebook, doch wann und wie sich der Kaufpreis rentieren soll bleibt abzuwarten.

‚Flucht‘ vor der Übermacht Facebook wird vermutet

Nicht nur der Kaufpreis sorgt für offene Fragen. Auch bleibt unklar, wie Facebook mit seinem eigenen Messaging-Dienst verfahren wird.

Beide Anwendungen sind seit längerem wegen mangelnden Datenschutzes in Kritik geraten. Dementsprechend vermuten einige Experten, dass der Kauf für Nutzer einen Anstoß geben könnte auf sicherere Alternativen umzusteigen. So erobert zum Beispiel Threema die App Stores. Der Konkurrent aus der Schweiz dominiert zunehmend in der D-A-CH Region die iTunes-Charts und ist mittlerweile unter den Top-10 bei Google Play.

Noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern

Ein Abschluss soll dieses Jahr stattfinden. Aktien im Wert von 12 Milliarden US-Dollar sowie vier Milliarden Dollar in bar will Facebook noch in diesem Jahr überweisen. Doch dabei bleibt es nicht, in den kommenden Jahren sollen weitere Aktien im Wert von aktuell 3 Milliarden Dollar an Mitarbeiter und Gründer von WhatsApp fließen.

Noch wurde der Deal nicht von den Wettbewerbshütern abgesegnet. Die weitere Entwicklung bleibt also abzuwarten.

Gründer.de wird Sie aber in jedem Fall auf dem Laufenden halten, was diese spannenden Übernahme angeht!

Mit freundlichen Grüßen,

Thomas Klußmann
Geschäftsführer Gründer.de