Decision Fatigue

Entscheidungen zu treffen, kostet Zeit und Energie. Und damit sind nicht nur die großen, schwerwiegenden Entscheidungen gemeint. Auch die Summe all der vermeintlich kleinen Dinge laugt dich aus.
Das Gemeine an der sogenannten Decision Fatigue: Du fühlst dich nicht physisch erschöpft. Dennoch ist deine geistige Kraft verbraucht. Das führt dazu, dass du unkonzentrierter wirst und zu unüberlegten Entscheidungen neigst. Oder du tust gar nichts mehr, was aber ebenso zu Schwierigkeiten führen kann.

Decision Fatigue: Kleinigkeiten, die sich aufsummieren

Es fängt schon morgens an: Welche Socken sollst du anziehen? Was willst du mittags essen? Fährst Du mit dem Bus oder dem Fahrrad zum Büro? An welchen Projekten willst du heute arbeiten? Rufst du den Kunden vormittags oder lieber nachmittags an?
Bis du abends schließlich ins Bett gehst, haben sich bis zu 35.000 Entscheidungen angesammelt. Und auch, wenn jede einzelne davon kaum ins Gewicht fällt, ist die Summe erdrückend. Abends fühlst du dich ausgelaugt, obwohl du dir nicht erklären kannst, woher diese Erschöpfung stammt.
In Verhandlungsgesprächen ist dies übrigens ein immer wieder eingesetzter Trick: Indem dem Gegenüber alle möglichen kleinen Entscheidungen überlassen werden, z. B. was er trinken möchte, wo er sitzen möchte, in welchem Lokal man noch essen geht, wird dessen Energie verbraucht. Manchmal ist es reine Höflichkeit, aber in einigen Fällen auch eine gezielte Schwächung der Willenskraft des anderen.

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So umgehst du die Decision Fatigue

Nun kannst du nicht einfach aufhören, Entscheidungen zu fällen. Aber so weitermachen wie bisher ist auch keine Option. Denn dauerhaft ausgelaugt zu sein, ist keine Option. Was kannst du also tun, um der Decision Fatigue aus dem Weg zu gehen?

#1: Vereinfache dein Leben und treffe weniger Entscheidungen

Hast du zu viele Dinge in deinem Leben, die deine Aufmerksamkeit einfordern und dich zwingen, Entscheidungen zu fällen? Dann setze den Rotstift an und streiche ein paar davon. Hobbies und Freizeitaktivitäten, die du nur halbherzig verfolgst, kosten dich am Ende nur Kraft. Konzentriere dich lieber auf weniger Dinge, denen du dafür aber auch deine volle Aufmerksamkeit schenken kannst.
Finde zusätzlich Wege, einfach weniger Entscheidungen fällen zu müssen. Oder genauer gesagt: Triff Entscheidungen im Voraus und im Block. Plane den nächsten Tag schon am Abend vorher. Lege die Kleidung zurecht, die du tragen willst, strukturiere den nächsten Morgen, plane dein Mittagessen und schreibe eine To-Do-Liste. Das kostet dich nur ein paar Minuten, erleichtert dir aber zugleich den kommenden Tag ungemein.

#2: Treffe wichtige Entscheidungen am Morgen

Forscher haben herausgefunden, dass wir morgens die besten Entscheidungen fällen. Kein Wunder: Wir sind ausgeruht und unsere geistigen Kapazitäten wurden noch nicht von zahllosen kleinen Dingen aufgebraucht.
Morgens treffen die meisten Menschen die überlegten und gut durchdachten Entscheidungen. Nachmittags setzt ein Plateau ein, wenn die Decision Fatigue sich unaufhaltsam nähert. Wenn sie sich jetzt noch weiter verausgaben, treffen sie am Abend riskante und wenig überlegte Entscheidungen.

#3: Automatisiere den Entscheidungsprozess

Die Automatisierung von Entscheidungen kann der entscheidende Schlüssel sein, mit dem du viel Energie sparst. Denn alles, was automatisch abläuft, bedarf deutlich weniger Aufmerksamkeit. Dir bleiben also mehr Kapazitäten für die wichtigen Dinge im Leben.
Das fängt damit an, einen Prozess zu entwickeln, mit dem du Entscheidungen triffst. Gerade bei komplexen Fragen und wichtigen Themen hilft dir dies, den Überblick zu bewahren. Eine einfache Liste der Vor- und Nachteile kann bei kleinen Entscheidungen schon vollkommen ausreichend sein. Bei größeren Angelegenheiten ist eine Entscheidungsmatrix gut, in welcher du alle relevanten Faktoren auflistest und bewertest.
Auch Tagesroutinen helfen dir, viele Entscheidungen zu umgehen. Statt spontan in den Tag hineinzuleben, lege fest, welche Aufgaben du wann angehen wirst. Feste Tage für ein Workout oder den Hausputz verhindern, dass du mit dir selbst ausmachen musst, ob du jetzt gerade Zeit und Lust dazu hast.
Viele bekannte Persönlichkeiten tun dies ebenfalls: Barack Obama trug z. B. nur graue oder blaue Anzüge im Amt, so dass er nicht zu viel Zeit in die Überlegung investieren musste, was er tragen soll. Und Steve Jobs war bekannt für seine schwarzen Rollkragenpullover. Wie auch immer deine Routinen aussehen: Sie helfen dir, dich auf das Wichtige zu konzentrieren.

#4: Deadlines und weniger Auswahl

Was für einen kurzen Zeitraum noch funktionieren mag, entpuppt sich sehr schnell als Problem: Das Aufschieben von Entscheidungen. Klar, eigentlich weiß es jeder. Wer sich davor drückt, tut weder sich noch einen Projekten etwas Gutes. Die Arbeit gerät ins Stocken, und am Ende werden übereilte Entscheidungen in letzter Minute getroffen.
Wie verhinderst du dies? Indem du dir Deadlines für die wichtigen Entscheidungen setzt. So kommst du erst gar nicht in die Versuchung, Entscheidungen aufzuschieben. Verbinde dies mit einer Entscheidungsmatrix aus Tipp 3, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Wenn ein Thema sehr umfangreich ist, schränke auch die Anzahl der Möglichkeiten ein. Die Decision Fatigue wird durch eine übergroße Auswahl stark erhöht, denn du fühlst dich überwältigt und erdrückt. Konzentriere dich stattdessen auf den Kern der Angelegenheit. Was genau soll durch das Projekt erreicht werden? Was ist das Kernziel, das du erreichen willst? Mit einem so klaren Fokus kannst du leichter die Möglichkeiten streichen, die dich nur ablenken.

#5: Hinterfrage nicht all deine Entscheidungen

Was ist schlimmer als eine Decision Fatigue? Sich trotz der Erschöpfung zu Entscheidungen durchzuringen, nur um sich hinterher zu fragen, ob man sich nicht doch besser hätte entscheiden können. Auf diese Weise beschäftigt dich aber jede einzelne Entscheidung mindestens zweimal.
Aber nur in den allerseltensten Fällen ruiniert eine „falsche“ Entscheidung tatsächlich etwas. Fast immer ist es relativ egal. Gewöhne dir deshalb an, alles zu hinterfragen und zu grübeln, was du hättest besser machen können. Zum einen kannst du es eh nicht mehr ändern, und zum anderen entzieht dir dies unnötig viel Kraft.
Triff deine Entscheidungen bewusst und mit gutem Gewissen, und dann gehe weiter.

Fazit: Sag der Decision Fatigue den Kampf an

Entscheidungen kosten Kraft. Und viele kleine Entscheidungen summieren sich auf, bis du ausgelaugt bist. Aber mit der richtigen Strategie kannst du deinen Tag bestreiten, ohne am Ende wie erschlagen zu sein. Mit den fünf Tipps aus diesem Artikel kannst du dich wieder auf das Wesentliche konzentrieren und deine Kraft für das nutzen, was wirklich wichtig ist.