GoogleAnalytics Symbolbild

© CC0 Public Domain/ pixabay.com

Du hast dich nun also entschieden, Dein Online-Projekt auf die Beine zu stellen. Du hast Dir eine Domain gesichert, hast Dir einen Hosting-Anbieter gesucht und Dir eine eigene Webseite erstellt oder erstellen lassen. Auf dieser Webseite setzt Du nun Deine Geschäftsidee um.

Aber woher nimmst Du das Wissen um die Besucherzahlen?

Woher weißt Du, wer Deine Webseite besucht?

Wie stellst Du fest, ob Deine Blogeinträge ankommen?

Wie kannst Du sehen an welchen Tagen und Uhrzeiten neuer Content am besten ankommt?

Die Antwort auf diese und noch viele andere solcher Fragen hat Google. Um den Datenverkehr von Webseiten zu überwachen, entwickelte der Konzern in den frühen 2000er Jahren den Online-Dienst Google Analytics. Ähnlich wie sein Bruder Google AdWords ist Analytics eine komplexe Angelegenheit, in die sich Webseiten-BetreiberInnen erst einarbeiten müssen. Wenn das gelungen ist, erweist sich Google Analytics aber als essentiell, um deinen Erfolg zu messen!

Mit diesem Beitrag möchten wir Dir daher eine kurze Einführung ins Thema Google Analytics geben.

Schritt 0: Einen Google-Account anlegen

Wie für alle Google-Dienste benötigst Du auch für Google Analytics einen Google-Account. Falls Du, etwa für Google+, die Google Apps oder für YouTube (vor 2015), einen solchen kostenlosen Account bereits angelegt hast, kannst Du diesen Schritt natürlich überspringen. Falls nicht, ist es jetzt an der Zeit, Dein eigenes Google-Konto zu eröffnen. Das ist auch deshalb eine gute Idee, weil die Google Apps extrem praktisch sind und Du mit einem gut gepflegten Google+Account leichter im Netz gefunden werden kannst.

Schritt 1: Melde Dich und Deine Webseite bei Google Analytics an

Mit deinem Google-Konto kannst Du Dich nun bei Google Analytics anmelden und dort die nötigen Daten eingeben. Nachdem Du den Nutzungsbedingungen zugestimmt hast, bekommst Du nun einen Code, den Google-Analytics-Tracking-Code. Indem Du diesen in den Text Deiner Webseite einfügst, verschaltest Du sie mit dem Datenverkehrüberwachungstool.

Benutzt Du WordPress, was wir von Gründer.de aufgrund seiner Nutzerfreundlichkeit und Vielseitigkeit empfehlen, kopierst Du diesen Code nun in den Header oder Footer Deiner Seite und speicherst die Änderung ab.

Alternativ kannst Du auch mit einem WordPress-Plugin arbeiten, das Dir das Copy-Paste-Coden komplett abnimmt. Zu bedenken ist hier allerdings, dass Plugins zwar praktisch sind, aber untereinander Kompatibilitätsprobleme entstehen können. Deshalb ist weniger hier manchmal mehr.

Schritt 2: Google Analytics verstehen lernen

Über diesen Schritt könnte ein ganzes Handbuch geschrieben werden. Wie auch Google AdWords ist Google Analytics komplex und nicht gerade intuitiv bedienbar. Lass Dich davon aber nicht einschüchtern. Sei geduldig und klick Dich durch die einzelnen Menüpunkte.

Einführung in Google Analytics

Quelle: Screenshot

Die Startseite zeigt Dir die Domains, die Du mit dem Überwachungstool verknüpft hast. Unter „Anpassung“ kannst Du für Deine Fragestellungen maßgeschneiderte Berichte erstellen. Der Menüpunkt „Verwaltung“ erlaubt Dir den Zugriff auf die jeweiligen Settings zur getrackten Domain.

Am wichtigsten ist jedoch der in Leserichtung zweite Menüpunkt „Berichte“. Wählst Du diesen Punkt aus, eröffnet sich Dir die faszinierende Welt der Zahlen und Graphen.

Echtzeit

Unter „Echtzeit“ findest Du eine Momentaufnahme in Daten und Zahlen. Hier bekommst Du die Antwort auf die Fragen: Wer besucht welchen Teil meiner Seite gerade von welchem Punkt der Welt aus? Wie viel Seitenaufrufe gibt es aktuell pro Minute oder Sekunde? Und besonders wichtig: Wie sieht es in diesem Moment mit meinen Conversions aus?

Zielgruppe

Zielgruppenübersicht bei Google Analytics

Quelle: Screenshot

Der Unterpunkt „Zielgruppe“ hingegen zeigt Dir das Besucherverhalten über unterschiedliche Zeiträume – stündlich, täglich, monatlich – hinweg an. Hier siehst Du auch, wie treu Dir Deine Besucher sind: Wie viel Prozent aller Seitenaufrufe gehen von wiederkehrenden Seitenbesuchern aus? Wie viele Deiner Besucher sind Erstbesucher?

Auch die essentiellen Kennzahlen „Durchschnittliche Verweildauer“ und die „Absprungrate“, sind in der Zielgruppenübersicht einsehbar. Dein Ziel sollte es immer sein, eine möglichst lange Verweildauer zu erzielen und die Absprungrate zu minimieren. Absprungrate bedeutet in diesem Fall, dass auf der Seite keine weitere Aktion durchgeführt wurde, dass Besucher also die Webseite wieder verlassen haben, ohne sich auch nur einmal weiterzuklicken.

Ob die Maßnahmen, die Du zur Verbesserung dieser beiden Werte ergreifst, Wirkung zeigen, verrät Dir die Zielgruppenübersicht ebenfalls.

Google-Analytics

Quelle: Screenshot

Klickst Du oben rechts auf die Zeitangaben zur Darstellung, kannst Du das Nutzerverhalten über unterschiedliche Zeiträume hinweg anzeigen lassen. So kannst Du etwa visualisieren lassen, wie viele Besucher am 7. dieses und letzten Monats oder am selben Tag vor einem Jahr auf der Seite waren.

Die weiteren Unterpunkte bei „Zielgruppe“ geben Dir Einblicke in die demographischen Details, deine Besucher betreffend. Hier kannst Du ihr Alter, Geschlecht und ihre Interessen in Erfahrung bringen.

Besonders spannend ist aber auch der letzte Zielgruppenunterpunkt: „Nutzerfluss“. Hier zeigt Dir eine Grafik die Zahlen und Unterseiten, die aufgerufen werden. Das zeigt Dir, wie BesucherInnen mit Deiner Webseite interagieren, welche Unterpunkte am häufigsten geklickt werden und wie es von dort aus weitergeht. Seiten, mit denen nicht interagiert wird, zeigen sich hier als Sackgassen in einem Flussdiagramm. Viel geklickte Seiten hingegen erscheinen in diesem Flussdiagramm als breiter Strom.

Akquisition

Scrollst Du weiter nach unten findest Du auf der linken Seite den Menüpunkt „Akquisition“. Unter diesem erfährst Du, welche Kanäle Dir in welchem Maße Traffic bescheren. Punktest Du über die organische Suche? Über Social Media? Über direkte Zugriffe?

Auch die Wirkung von Google AdWords-Kampagnen lässt sich unter dem entsprechenden Unterpunkt bei „Akquisition“ ablesen. Hierzu ist eine Verknüpfung Deines AdWords-Kontos mit Google Analytics notwendig.

Verhalten

Auf den ersten Blick sieht der Menüpunkt „Verhalten“ dem der „Zielgruppe“ sehr ähnlich. Dieser Punkt gibt Dir allerdings Informationen zur Interaktion mit Deiner Webseite und darüber wie die jeweiligen Unterseiten ankommen. Wenn Du also wissen möchtest, ob ein Blogeintrag gelesen wurde, wirst Du hier fündig. Dazu klickst Du in den Unterpunkten dieser Rubrik auf „Webseitencontent“. In der Suchleiste kannst Du nun die Adresse der Unterseite oder einen darin vorkommenden Begriff eingeben. Daraufhin werden Dir die entsprechenden Daten zu Aufrufen über einen bestimmten Zeitraum, durchschnittliche Verweildauer und Absprungrate angezeigt. Wenn die durchschnittliche Verweildauer in etwa der Zeit entspricht, die man braucht, um den Beitrag zu lesen, dann hast Du hier Dein Ziel erreicht.

„Verhalten“ wartet zudem mit einem weiteren, detaillierten Flussdiagramm sowie unter anderem mit den Statistiken zu Deinen Zielseiten auf.

Conversions

Quelle: Screenshot

Quelle: Screenshot

Ganz unten in den Auswahlpunkten rechts findet sich — last but not least — „Conversions“. Dieser Punkt ist für Online-Marketer extrem wichtig, weil hier greifbar wird, ob Besucher auf Deiner Seite auch das tun, was sie eigentlich sollen. Hier kannst Du Deinen Erfolg in Conversions messen und ermitteln, was Deine aktuelle Conversionrate ist und ob sie sich über die Zeit verändert. Google Analytics bietet Dir hier Vorlagen an, mit denen Du Dir und Deiner Webpräsenz Ziele stecken kannst.

Schritt 3: Ziele festlegen und tracken

Dir Ziele zu stecken ist wichtig, weil Dir diese Option bei Google Analytics die Möglichkeit gibt, mit nur wenigen Klicks klar zu erkennen, ob Dein Business läuft. Für den Anfang reichen 2-3 Ziele aber größere Unternehmen arbeiten teils mit viel mehr Zielen. Zu unterscheiden sind Mikro- und Makroziele, also große und kleinere (Zwischen-)Ziele.

Bei einem Onlineshop sind Käufe zum Beispiel Makroziele. Je nachdem, wie Dein Konzept aussieht, kann auch die Eintragung in den Newsletter ein Makroziel darstellen oder aber auch ein Mikroziel, einen messbaren Zwischenschritt zum Erfolg. Um diese Ziele überhaupt messen zu können, müssen sie bei Google Analytics jedoch als Ziele aufgeführt werden. Unter „Zielvorhaben“, dem Unterpunkt bei „Conversions“ kannst Du mit „Neues Zielvorhaben einrichten“, festlegen, welche Ziele quantifiziert werden sollen. Google Analytics macht Dir hier bereits einige sinnvolle Vorschläge.

Wenn Du Dir die ersten Zielvorgaben gesetzt hast, kannst Du anfangen, den Traffic auf Deiner Seite zu beobachten. Auf Basis der neugewonnenen Daten, kannst Du dann Deine Webseite stetig weiteroptimieren.

Möchtest Du mehr wissen? – Kein Problem

Google Analytics überschüttet Dich förmlich mit Daten. Aber manchmal musst Du mehrere Größen zusammenbringen, um daraus schlau zu werden. Stehen sie nicht unter dem gleichen Menüpunkt, musst Du allerdings nicht anfangen, kreativ Excel-Tabellen anzulegen. Bei Google Analytics gibt es nämlich auch die Option, benutzerdefinierte Berichte/Custom Reports anzulegen. Die nötigen Parameter musst Du dabei nicht zwingend selbst definieren. Diverse Unternehmen und Experten bieten die Berichtkonfigurationen zum Importieren an.

Überaus nützlich ist auch das Google-Add-on Page Analytics für den Browser. Dieses Add-on wird mit Deinem Analytics-Account verknüpft und ermöglicht es Dir dann, Deine Seite aufzurufen und in anschaulichster Art und Weise zu untersuchen, wie viele Besucher wie damit interagiert haben.
Das ist nicht nur praktisch, weil es viel anschaulicher ist, als in Analytics die Daten zu den jeweiligen Aufrufsdaten für bestimmte Unterseiten zu suchen, sondern auch, weil es Dir hilft, schnell zu erkennen, wie Du das Design und den Aufbau Deiner Seite verbessern kannst. Page-Analytics zeigt Dir nämlich sofort, auf welche Dinge wie viel geklickt wird.

Zum Schluss

Hier endet unsere kurze Führung durch Google Analytics. Wir hoffen, dass Du nun eine Übersicht hast, was die Anwendung leistet und wo Du die essentiellen Informationen findest. Google Analytics verlangt einem zunächst Zeit und Geduld ab, aber eine eingehendenere Auseinandersetzung damit zahlt sich für Online-Marketer aus.

Wir freuen uns wie immer über Anmerkungen, Fragen, Erfahrungsberichte und Feedback!

Das Google Analytics 1×1
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