Übersicht Google AdWords

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So beliefen sich die Einnahmen Googles 2015 auf rund 75 Milliarden Dollar, von denen nur 7,2 Milliarden werbeunabhängig erwirtschaftet wurden.
Seinen Erfolg verdankt Google nicht nur seiner Vormachtstellung unter den Suchmaschinen und der sich daraus ergebenden Reichweite, sondern auch seiner Preispolitik. Werbeanzeigen kosten erst etwas, wenn sie tatsächlich angeklickt oder – wie im Fall von Werbevideos – auch angesehen werden. Prinzipiell gilt dabei: Je gefragter der Suchbegriff, desto höher die Kosten pro Aufruf.

Dieses Jahr wird AdWords 16, in den letzten eineinhalb Jahrzehnten hat es sich beständig weiterentwickelt. Weitere Neuerungen wurden erst kürzlich angekündigt, darunter ein auf unterschiedliche Endgeräte ausgerichtetes Bietsystem. Der Konzern hält User inzwischen mit einem eigenen Online-Magazin, Think with Google, über Neuerungen auf dem Laufenden. Damit hilft Google ihnen, aus AdWords das Meiste herauszuholen.

Dieser Artikel richtet sich nun an alle, die überlegen, über Google eine Anzeige für ihre Seite zu schalten, aber AdWords noch nicht benutzen. Google nimmt Dich als neuen AdWords-Nutzer über ein Tutorial an die Hand, aber es verlangt dafür, dass man zumindest eine Beispielkampagne startet. Wenn Du also nur einen knappen Überblick über AdWords haben möchtest, dann ist dieser Beitrag für Dich. Er ist auch für Dich, wenn die zahlreichen Videotutorials zu Adwords Dir zu lang oder zu spezifisch sind.

1×1

Google AdWords bietet ebenso viele Funktionen wie Möglichkeiten und ist dementsprechend alles andere als intuitiv bedienbar. Hier entwirfst Du Kampagnen, fällst Budget-Entscheidungen, analysierst das Nutzerverhalten in Zahlen und wählst Deine Keywords. Hier setzt Du Dich mit allem auseinander, was in Sachen Online-Marketing quantifizierbar ist. Google bemüht sich zwar um Nutzerfreundlichkeit und steht Usern mit Leitfäden und Tutorials zur Seite, aber Du wirst nicht darum herum kommen, dich einzuarbeiten.

Du brauchst also:
✓ eine Seite, die Du bewerben willst
✓ Zeit
✓ Geduld, um Dich einzuarbeiten
✓ Geld um Deine Kampagne zu finanzieren

2×1 Deine Werbeanzeige

Du verfügst nun also über ein AdWords-Konto und hast auf den „Kampagne starten“- bzw. „+Kampagne“-Button geklickt. Für eine klassische Textanzeige von 140 Zeichen entscheidest Du Dich für eine der drei obersten Optionen, wobei Du Dir hier bereits aussuchen kannst, ob sie nur in der SERP Googles und seiner Partner oder im Netzwerk von Websites, Videos und Apps, das mit Google kooperiert, angezeigt werden.

AdWord-Kampagne

Screenshot/AdWords

Wenn Du „Nur Suchnetzwerk – Dynamische Suchanzeigen“ auswählst, kannst du sogenannte Dynamic Search Ads erstellen. Hier nimmt dir AdWords die Formulierung ab und generiert dynamisch eine Anzeige, die auf den Inhalten Deiner Webseite(n) basiert.

Für Shopping-Anzeigen benötigst Du ein Google-Merchant-Konto. Diese Anzeigen arbeiten mit den Produktinformationen aus diesem Konto und werden getrennt von den Textanzeigen eingeblendet.

Videoanzeigen laufen über YouTube, das seit 2006 Tochtergesellschaft Googles ist. Hierfür ist das Erstellen eines Werbevideos Voraussetzung. Eine Verknüpfung von AdWords mit einem eigenen Youtube-Konto bietet sich hier an.

Die universelle App-Kampagne ist für diejenigen gedacht, die eine Android-App anbieten und diese bewerben möchten.

3×1 Die Spielregeln

Google stellt Anzeigen nicht ungeprüft online. Eine Reihe von Richtlinien stellt sicher, dass nicht für illegale Zwecke geworben wird, Anzeigen zweckentfremdet oder für Betrug verwendet werden oder das Markenrecht verletzen. Anzeigen für Produkte, die nicht jugendfrei sind, unterliegen Einschränkungen.
Allerdings kann es schnell passieren, dass Deine Anzeige abgelehnt wird, obwohl du keine unlauteren Absichten hegst. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die eingeblendete Domain und die Ziel-URL einer Anzeige nicht übereinstimmen. Wird Deine Anzeige abgelehnt, muss du herausfinden, welche der Richtlinien verletzt wird, und das Problem dann beheben.

4×1 Das AdWords-Bietsystem

Herz von AdWords ist das Bietsystem. Deine Anzeigen kosten Dich nur dann Geld, wenn mit ihnen auf bestimmte Weise interagiert wird.

Daraus ergeben sich unterschiedliche Bietstrategien, die meist nur mit Abkürzungen bezeichnet werden.

CPC – Cost per click: Die Einblendung der Anzeige ist kostenlos, bezahlt wird jeder einzelne Klick darauf.

CPV – Cost per view: Selbes Prinzip wie bei CPC, nur dass hier nicht Klicks gezählt werden, sondern die jeweiligen Videodurchläufe.

CPA – Cost per acquisition: Gezahlt wird pro Conversion, die über die Anzeige erfolgt. https://www.gruender.de/lexikon/conversion-rate/

CPM – Cost per Mille: Der Tausendkontaktpreis ist eine klassische Größe aus der Werbeplanung. Gezahlt wird hier tatsächlich für die bloße Einblendung. Diese Bietstrategie ist geeignet, wenn es darum geht über Anzeigen die Bekanntheit der eigenen Marke oder des eigenen Produktes zu steigern.

Je gefragter ein Suchbegriff, desto höher die Gebote darauf. Je mehr Du bietest, desto höher die Chance auf eine günstige Platzierung Deiner Anzeige. Die wirklich anspruchsvolle Aufgabe bei der Anzeigeneinstellung ist daher die Suche nach dem richtigen Keyword-Set. https://www.gruender.de/keyword-recherche/ Ein teures, viel benutztes Keyword ist tendenziell weniger gut als eine Wortkombination, die sicherstellt, dass nur wer in etwa sucht, was Du bietest, auch Deine Seite findet. Wenn Du zum Beispiel einen Webshop für Gummistiefel hast, macht es weniger Sinn das Keyword „Schuhe“ zu benutzen. Besser ist: „Gummistiefel kaufen“. Du solltest auch unbedingt mit ausschließenden Keywords arbeiten, also Suchbegriffen, die dafür sorgen, dass Deine Seite nicht als Beifang einer ganz anderen Suche enden. Beim hypothetischen Gummistiefel-E-Shop könnten ausschließende Keywords zum Beispiel „Herstellungsprozess“ oder „Erwachsenenunterhaltung“ sein.

Deine Klickzahl kannst Du über Anzeigenerweiterungen verbessern. Diese sind:

Sitelink-Erweiterungen: Bis zu 6 verschiedene Links, zum Beispiel auf beliebte Artikel oder Öffnungszeiten, werden bei der Anzeige miteingeblendet.

Standorterweiterung: Die Adresse des Unternehmens erscheint unter der Anzeige.

Anruferweiterung: Die Telefonnummer des Werbetreibenden wird eingefügt, so dass der User auf Klick hin telefonisch Kontakt aufnehmen kann.

Angebotserweiterung: Mit dieser Erweiterung kann man zum Beispiel auf aktuelle Sonderaktionen hinweisen.

Du kannst festlegen, wie viel Du pro Tag in Deine Kampagne investieren möchtest und ein Kampagnen-Enddatum unter „Werbezeitplan“ festlegen. So ist gewährleistet, dass Deine Kosten nicht explodieren.

5×1 Analysiere Deine Kampagne

Es lohnt sich Google AdWords mit dem Analytics-Tool aus demselben Haus zu vernetzen. So kannst Du besser sehen und verstehen, wie sich Deine AdWords-Kampagne entwickelt und im Zweifel nachjustieren. Das ist, besonders während der ersten Kampagnen, eine der arbeitsintensivsten Aufgaben.

Den Überblick behalten

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6×1 Andere Google-Tools

Wenn Du Bannerwerbung machen möchtest, ist AdSense das Tool der Wahl. Hier erscheint die Werbung nicht in der SERP, sondern auf Partnerseiten Googles. Du mietest in diesem Fall quasi Online-Werbefläche.
Wenn Du keine Zeit oder keine Geduld für AdWords hast, gibt es noch die Möglichkeit Anzeigen über AdWords Express zu schalten, das sich zu AdWords verhält wie eine Light-Variante.

7×1 Häufige Fehler

AdWords als Selbstläufer behandeln: Eine AdWords-Kampagne will gepflegt werden, schaue deshalb besser mehrmals am Tag vorbei, um zu sehen, was sie macht. Die Pflege von AdWords-Kampagnen lässt sich allerdings auch mit speziellen Tools automatisieren. Nützlich ist auch, die Anzeigen immer wieder zu testen, um zu schauen, ob sie die Nutzer auch wirklich ansprechen und überzeugen.

Klicks über alles: Die Conversion-Rate sollte bei der Optimierung ebenfalls im Auge behalten werden. Klicks ohne Conversion sind wo CPC berechnet werden, verbranntes Geld.

Nur auf Keyswords achten: Natürlich ist das Keywordset entscheidend, aber Deine Anzeige sollte konsistent sein und nicht mehr versprechen als sie hält. Der Nutzer will nicht hoffnungsvoll etwas anklicken und beim Anblick der Landing-Page enttäuscht werden. Ebenso solltest Du Deine Anzeige testen und sicher gehen, dass die Links richtig gesetzt wurden und der Text in dem Anzeigenformat auch attraktiv wirkt.

Zeit und Raum ignorieren: Auf den ersten Blick scheint es, als ob räumliche Faktoren im Cyberspace keine Rolle spielen und alles immer auf dem neusten Stand ist. Das gilt allerdings definitiv nicht für saisongebundene Kampagnen und Kampagnen, die nicht in einer Weltsprache erscheinen. Erstere sollten immer mit einem Enddatum versehen, Zweitere regional geschaltet werden. So vermeidest Du es, im Winter für Sonnenbrillen zu werben oder Klicks von jenem Ende der Welt zu bekommen, das nichts mit deinem Content anzufangen weiß.

8×1 Weiterführende Links

Im Detail kann man alles über AdWords hier nachlesen.

Wenn Du doch eher der audiovisuelle Lerntyp bist und spezifische Fragen hast, dann ist der deutschsprachige Youtube-Kanal von Think with Google eine gute Anlaufstelle. Zu den jeweiligen Aspekten von AdWords gibt es hier Videos, deren Länge überwiegend unter 5 Minuten liegt.

Weitere AdWords-Tipps von Gründer.de: Adwords-Konto – So verbesserst Du Deine Kontoleistung

Zusammengefasst:

Wenn du mit Googles Segen Werbung im Internet schalten möchtest, ist AdWords das wichtigste Tool. Es gibt ein paar Dinge, die beachtet werden müssen und Du solltest dir die Zeit nehmen, Dich mit AdWords auseinander zu setzen, aber es lohnt sich. Wichtig ist es über regionales Targeting sowie das passende Keyword-Set nebst ausschließenden Keywords eine Anzeige zu erschaffen, die zum Suchergebnis, mit dem sie eingeblendet wird, passt. Wenn Du hier alles, oder zumindest genug, richtig machst, dann stimmt am Ende auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Einfacher, aber mit weniger Stellschrauben zum Optimieren, geht es für Ungeduldige mit AdWords Express.

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