Coprorate Design Ideenfindung

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Ganz gleich, ob Du gerade an Deiner neuen Gründer-Webseite schraubst, den ersten Satz Visitenkarten bestellen willst oder Deine Crowdfunding-Kampagne vorbereitest – spätestens hier stellt sich die Frage nach dem Unternehmenslogo und der Unternehmensästhetik. Sobald Du darüber nachdenken musst, wie der Briefkopf für Deine Geschäftspost aussehen wird, ob er zu Deiner Webseite, Deinen Social-Media-Profilen, Deinen Visitenkarten, dem geplanten Firmenschild und zu Deiner Unternehmensphilosophie passt, beschäftigst Du Dich mit Fragen des Corporate Designs. Da Du in allen Fällen ein stimmiges Bild vermitteln willst und Dein Unternehmen Wiedererkennungswert braucht, darf diese visuelle Facette Deiner Corporate Identity nicht zu kurz kommen.

Wenn Du über die dafür nötigen Ressourcen verfügst, ist es eine gute Idee einen professionellen Grafikdesigner ins Boot zu holen. Dieser kann nicht nur ein passendes Logo für Dich entwerfen, sondern auch einen Style Guide/ ein Corporate Design Manual erstellen. Bei diesen handelt es sich um einen Leitfaden, der Dir hilft auch in Zukunft alles, was mit Deinem Business zu tun hat, entsprechend durchzugestalten. Hier findest Du diverse Style Guides unterschiedlicher Unternehmen und Insitutionen. Der Blick darauf kann Dir helfen, ein Gefühl für die unterschiedlichen Facetten von Corporate Design zu entwickeln. Suchst Du Dir eine auf Corporate Design spezialisierte Agentur, solltest Du darauf achten, dass sie nicht zu groß ist. Große Agenturen haben in der Regel auch große Kunden, so dass Dir als aufstrebendem Gründer möglicherweise nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt wird und nicht die besten Designer mit Deinem Projekt betraut werden.

Solltest Du aber überzeugter Bootstrapper oder fit genug in Grafikbearbeitung sein, kannst Du Dich natürlich selbst an die Definition Deines Corporate Designs wagen. Mit den unzähligen Online-Logo-Generatoren kannst Du Zeit sparen. Komplett kostenlos sind viele dieser Angebote allerdings nicht. Und vielleicht möchtest Du auch eine Garantie dafür, dass Dein Logo einzigartig ist. Außerdem macht das Logo allein nur einen Teil Deines Corporate Designs aus. Du hast dann immer noch keine Hausfarbe festgelegt, Dich nicht für eine bestimmte Schriftart entschieden und weißt auch nicht, wie sich Dein Logo in Zukunft zum Rest Deiner Inhalte verhalten soll.

Notwendige Vorüberlegungen

Unabhängig davon, ob Du nun den Do-it-yourself-Ansatz wählst, oder Dein Corporate Design von Profis gestalten lässt, ist es in jedem Fall hilfreich, wenn Du Dir zu Beginn zu folgenden Themen Gedanken machst:

1. Dein Wunschimage
Welches Image strebst Du an? Was willst Du mit Deinem Corporate Design rüberbringen?

2. Deine Zielgruppe(n)
An wen richtet sich Dein Angebot? Wer ist Deine Hauptzielgruppe, wer Deine Nebenzielgruppe? Wie sieht diese Gruppe Deine Branche? Was assoziiert sie damit?

3. Das Corporate Design der Anderen
Wie treten Deine Mitbewerber auf? Wie sieht ein typisches Logo in Deiner Branche aus? Wie könntest Du Dich visuell als kompetenter Vertreter dieser Branche zu erkennen geben und gleichzeitig von den anderen abheben?

Skizzieren, ausprobieren, rumprobieren

Es ist sinnvoll sich seinem Logo über Skizzen anzunähern. Dafür brauchst Du eine Idee. Vielleicht kommt sie Dir spontan, wenn Du Dich mit den oben genannten Fragen auseinandersetzt. Wenn nicht, kann es helfen, wenn Du Dir die relevanten mit Deinem Wunschimage assozierten Eigenschaften notierst. Im Anschluss kannst Du überlegen, welche Formen und Farben diese Eigenschaften vermitteln können. Ebenso kannst Du Dir Gegenstände notieren, die dazu passen.

Farben Bedeutung

Eine kleine Einführung in die Farbpsychologie

Wenn der Entwurf steht, kannst Du mit unterschiedlichen Farben und Schrifttypen experimentieren. Es kann auch hilfreich sein, Dein Logo in spe einmal um 180° zu drehen, um zu sehen, ob seine Proportionen dann noch stimmen und ob sein Charakter sich auf unerwünschte Art zu ändern scheint. Hole externes Feedback ein, sobald die vorläufige Fassung steht, um zu testen, ob Dein Entwurf vermittelt, was Du vermitteln wolltest.

Die Qual der Schriftwahl

Typographie ist eine Kunst für sich und einer der Gründe, warum Du mit einem Grafikdesigner gut beraten bist. Es gibt aber 3 einfache Regeln, die Dir vieles leichter machen dürften:

1. Die von Dir gewählte Schriftart sollte gut lesbar sein. (Der Worst Case offenbart wieder, warum.) Bedenke dabei auch, dass gedruckte Schrift und Bildschirmtext bei identischem Font anders wirken können. Ebenso darfst Du nicht vergessen, zu überprüfen, wie Dein Logo in kleineren Formaten wirkt.

2. Serifen, also die „Beinchen“ an Schrifttypen wie Times New Roman wirken konservativ, serifenlose Schriften modern.

3. Benutze für Dein Logo nicht mehr als zwei Schriftarten. Zwei unterschiedliche Schriften können durch Kontrastwirkung dazu beitragen, Dein Logo einprägsamer zu machen. Zwei Kontrasteffekte wiederum stören den Zusammenhalt.

Bild & Farbe

Konzentrieren wir uns nocheinmal auf Dein potentielles Logo. Du kannst mögliche Variationen festlegen, und sicher gehen, dass es in Schwarz-Weiß einen guten Eindruck macht. Auch unterschiedliche farbige Hintergründe kommen in Frage. 4 Dinge sind jedoch wichtig:

1. Benutze für Dein selbstgebautes Logo nie Clipart. Abgesehen von möglichen Urheberrechtsverletzungen hast Du das Problem, dass das Bild keinerlei Alleinstellung garantiert. Das von Dir ergoogelte Sonnen-Design, gefällt vielleicht auch jemanden, der Einladungen für den nächsten Kindergeburtstag drucken möchte.

2. Setze auf Vektorgrafiken. Vektorisierte Grafiken lassen sich ohne Qualitätsverlust vergrößern. Das ist auch dann nützlich, wenn Du nicht vor hast, Dein Logo als großen Autoaufkleber drucken zu lassen. Wie Du Grafiken in Vektorgrafiken verwandeln kannst, erfährst Du zum Beispiel hier.

3. Dein Logo braucht Luft zum Atmen. Es mag vielleicht überraschen, aber Dein Logo besteht nicht nur aus Bild- und möglicherweise auch Textelementen, sondern auch aus dem leeren Raum, der es umgibt. Dieser ist wichtig, damit es gegenüber allen anderen Elementen, die sich in seiner Nachbarschaft befinden, nicht untergeht. Finde in der Entwurfs-Phase heraus, wie viel Schutzraum Dein Logo benötigt.

4. Kenne Deine Farbcodes. Wir unterscheiden im Alltag vergleichsweise wenig Farben. Was für den einen fuchsia und schweinchenrosa sind, ist für jemand anders einfach nur pink. Das Telekom-Magenta, ist allerdings immer das gleiche, weil es im Rahmen des Corporate Designs bzw. im Style Guide festgelegt wurde. Du solltest daher immer die gleichen Farben benutzen. Das erreichst Du, indem Du mit den jeweiligen Farbcodes arbeitest, statt Dir einfach nur zu merken, dass Deine Hausfarben „Laubgrün und hellorange“ waren. Wenn Du vor allem digital aktiv bist, reichen die Farbcodes aus, setzt Du auch auf Print, lohnt es sich, die Pantone-Farbe festzulegen.

Konsistenz

Du solltest darauf achten, dass der Eindruck quer durch alle Online-Plattformen und digital wie in der Print-Version konsistent bleibt. Damit ist gemeint, dass Dein Unternehmen überall als Dein Unternehmen wiedererkannt werden kann und Du dir nicht quasi multiple Persönlichkeiten zulegst. An irgendeinem Punkt kann es auch sein, dass Dein Corporate Design veraltet und neu-gestaltet werden muss. Vielleicht braucht auch Deine Webseite einen Re-launch. Achte in beiden Fällen darauf, dass der Wiedererkennungswert erhalten bleibt.

Zusammenfassend

Dein Corporate Design geht weit über die Logoerstellung hinaus. Es umfasst prinzipiell alle Bereiche, in denen Dein Unternehmen sich visuell präsentiert. Da Du sobald Du sichtbar bist, nicht nicht-kommunizieren kannst, ist Corporate Design etwas, mit dem Du Dich eingehender beschäftigen musst, wenn Du die Entwicklung selbst in die Hand nimmst. In diesem Fall solltest Du über gewisse Grafikbearbeitungskompetenzen verfügen, weil Du Dir sonst erst die nötigen technischen Kenntnisse aneignen und dann auch die Grundlagen zum Thema Design erlernen musst. Es gibt zwar unzählige und auch kostenlose Photoshop-Tutorials im Internet, aber es hat auch Gründe, dass Grafikdesign an Hochschulen gelehrt wird.
Da du aber schon für Deine ersten Auftritte ein Logo brauchst, hat Dir dieser Beitrag gezeigt, welche die Schritte bei der Logo-Entwicklung sind und was Du dabei beachten musst.

Am wichtigsten ist…

… dass Du weißt, wofür Dein Unternehmen steht.
… dass Du Deine Zielgruppe kennst.
… dass das Ergebnis in allen Größen, in jedem Medium und auf jeder Plattform konsistent ist.

Hast Du Dich schon mit Corporate Design beschäftigen müssen? Hast Du schon einmal versucht, das optische Aushängeschild Deines Business zu gestalten? Kannst Du Tools, Programme oder Tutorials empfehlen? Oder rätst Du von DIY-Design grundsätzlich ab? – Wir freuen uns über Deine Kommentare, Anmerkungen und natürlich auch über Feedback Deinerseits!

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