Um Hilfsmittel in der Corona-Krise zu beantragen, müssen Selbstständige viele Anträge ausfüllen.Quelle: makibestphoto - stock.adobe.com

Es gibt viele verschiedene Hilfsmittel, die du in Anspruch nehmen kannst, um dich durch die Corona-Krise zu kämpfen.

Die Corona-Krise zwingt zur Zeit die gesamte Wirtschaft in die Knie. Es gibt kaum Unternehmen, die in der Krise unbeschadet da stehen. Vor allem kleine und mittelständige Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige kämpfen um ihre Existenz, weil auch nicht klar ist, wann die Corona-Krise überstanden sein wird. Deshalb hat der Staat einige Hilfsmittel ins Leben gerufen, die Unternehmer entlasten sollen. Diese Hilfsmittel wollen wir dir in diesem Artikel zusammenfassend darstellen, damit du weißt, auf welche Hilfe du womöglich zurück greifen kannst.

Fast jede Branche ist von der Corona-Krise betroffen. Durch das Kontaktverbot sind Restaurants, Bars, Clubs, Geschäfte, Kitas und Schulen geschlossen. Das öffentliche Leben macht eine Atempause. Während viele in Selbst-Quarantäne sind und ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren, kämpfen andere ums nackte Überleben. Bestellungen, Aufträge und Buchungen jeglicher Art gehen zurück oder werden storniert. Ein Horror für jeden Unternehmer, denn der Umsatz bricht radikal weg. Damit Unternehmer und Selbstständige trotzdem durch die Krise kommen, hat der Staat einige Hilfsprogramme bereit gestellt. Diese wollen wir gebündelt vorstellen, da je nach Unternehmen unterschiedliche Hilfsmittel sinnvoll erscheinen.

Bundeszuschüsse für Solo-Selbstständige und Einzelunternehmer

Mit der Soforthilfe vom Bund bekommen Einzelunternehmer einen direkten Zuschuss gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss. Um diesen zu beantragen müssen Unternehmer jedoch Voraussetzungen erfüllen. Grundsätzlich muss eine wirtschaftliche Notsituation infolge der Corona-Krise vorliegen. Hier wird also geprüft, ob du als Selbstständiger nur durch die momentane Krise in finanzieller Not steckst oder auch schon vorher. Somit darf dein Unternehmen nicht vor März 2020 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein. Erfüllst du die Voraussetzung, erhälst du je nach Größe deines Unternehmens folgende Zuschüsse:

  • mit bis zu 5 Beschäftigten: 9.000 Euro für 3 Monate
  • mit bis zu 10 Beschäftigten: 15.000 Euro für 3 Monate

Für die Abwicklung der Anträge sind die jeweiligen Bundesländer zuständig, sodass du dich daher an die Vorgaben deines Bundeslands halten musst.

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Hilfsmittel der Bundesländer

Darüber hinaus bieten die einzelnen Bundesländer unterschiedliche Hilfsprogramme an, sodass dir je nach Standort andere Möglichkeiten offen stehen. Die meisten Bundesländer bieten so wie der Bund Soforthilfe in Form von Zuschüssen an, die du nicht zurück zahlen musst. Welche Hilfsprogramme dein Bundesland anbietet und welche Voraussetzungen du dafür erfüllen musst, solltest du am besten nochmals gesondert recherchieren. Dazu findest du auf den offiziellen Webseiten der Bundesländer alle notwendigen Informationen.

Schutzschild der Bundesregierung

Das Bundesfinanzministerium und das Bundeswirtschaftsministerium haben zusammen eine Art Maßnahmenpaket zum Schutz der Wirtschaft veranlasst. Dieses Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen beruht auf vier Säulen:

1. Kurzarbeitergeld flexibilisieren

Um zu verhindern, dass Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren, wird die sogenannte Kurzarbeit als mögliches Hilfsmittel angeboten. Demnach können Arbeitgeber Kurzarbeit beantragen, wenn das Unternehmen einen Arbeitsausfall von zehn Prozent verzeichnet. Dabei beträgt das Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmer 60 Prozent des vormaligen pauschalierten Nettogehalts, berufstätige Eltern mit Kindern erhalten 67 Prozent. Das Ganze ist jedoch auf 12 Monate begrenzt. Der Arbeitgeber bekommt dann die Sozialversicherungsbeiträge erstattet. Wichtig ist, dass es sich um eine vorübergehende und nicht vermeidbare Maßnahme handelt. Somit müssen alle anderen Optionen wie Urlaub, Überstundenabbau und Homeoffice bereits ausgeschöpft sein. Weitere Informationen zur Kurzarbeit kannst du unserem Artikel Kurzarbeit: Die wichtigsten Regeln in Zeiten von Corona – Diese Vorschriften gilt es für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu beachten entnehmen.

2. Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen

Um Selbstständige von Steuerzahlungen zu entlasten und ihnen Liquiditätshilfe zu gewährleisten, können Steuerstundungen eingesetzt werden, Anträge auf Herabsetzung oder Aussetzung laufender Vorauszahlungen gestellt werden oder Säumniszuschläge erlassen werden. Insgesamt stehen Unternehmen Steuerstundungen in Milliardenhöhe bereit, doch es gibt keine einheitliche Regelung auf Bundesebene, so dass du frühzeitig in Kontakt mit dem zuständigen Finanzamt treten solltest. Falls du in diesem Zusammenhang noch mehr über das Hilfsmittel Stundungen erfahren möchtest, kannst du gerne unseren Artikel Steuerstundungen wegen Corona für Unternehmer – Unternehmen und Selbstständige können Steuerstundungen schneller beantragen lesen.

Corona-Pandemie: Diese Versicherung schützt Unternehmen bei Schließungen

3. Milliarden-Schutzschild für Betriebe und Unternehmen

Bei diesem Milliarden-Schutzschild für Betrieb und Unternehmen handelt es sich um Kreditangebote der Förderbank „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ (KfW). Auch hier gelten je nach Unternehmen unterschiedliche Angebote:

  • Bestandsunternehmen: KfW-Unternehmerkredit
  • junge Unternehmen unter 5 Jahre: ERP-Gründerkredit
  • größere Unternehmen: KfW Kredit für Wachstum
  • Unternehmen mit Milliarden-Umsatz: individuelle Unterstützung nach Einzelfallprüfung

Desweiteren erhöhen im Rahmen dieses Schutzschildes die Bürgschaftsbanken ihren Höchstbetrag und erweitern die Großbürgschaftsprogramme auf bisher nicht berücksichtigte Regionen. Zusätzlich werden Sonderprogramme angeboten für diejenigen, die mit ihren Unternehmen in ernsthafte Finanzierungsschwierigkeiten gelangen sind und keinen Zugang zu den bestehenden Förderprogrammen haben. Wenn du weitere Informationen zu den KfW-Krediten erfahren möchtest, kannst du unseren Artikel Bund genehmigt erste KfW-Notkredite – Die Kredite sollen schnellstmöglich durch die Hausbanken ausgezahlt werden lesen.

4. Stärkung des Europäischen Zusammenhalts

Bei der vierten Säule geht es um die internationale Bekämpfung der Infektionsverbreitung und die Stärkung der europäischen Banken im Zuge der „Corona Responsive Initiative“ mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro.

Hilfsmittel für Selbstständige in Quarantäne

Solltest du als Selbstständiger oder Freiberufler selbst am Virus erkrankt sein und dich in Quarantäne befinden, erhälst du eine Entschädigung für deinen Dienstausfall. Denn dann werden nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) Honorare und Einkünfte bzw. unvermeidbare Betriebsausgaben übernommen. Dafür wird in der Regel der Steuerbescheid herangezogen.

Beratungszuschüsse für KMUs und Freiberufler

Um eine weitere Soforthilfe zu ermöglichen, bezahlt die Bundesregierung bis Ende 2020 Unternehmen und Selbstständigen externe Beratungen bis 4.000 Euro ohne Eigenanteil. Diese Förderkonditionen für professionelle Beratungsleistungen sollen dir als Unternehmer dabei helfen, die Krise zu überstehen und dich und deinen Betrieb danach wieder wettbewerbsfähig aufzustellen.

Fazit

Während dieser schweren Zeit für alle Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler gilt es sich auf neue Gegebenheiten einzustellen und all seine Optionen zu beurteilen. Du solltest dich mit allen notwendigen Voraussetzungen und Vorgaben auseinandersetzen, sodass du die Chance erhälst mit deinem Unternehmen diese Krise zu meistern. Wenn du zusätzliche Informationen rund um das Thema Corona-Krise erhalten möchtest, siehe dir gerne unsere Themenseite dazu an.

Corona-Hilfspaket: 2 Milliarden Euro für Startups

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