Glücksspielanbieter erfreuen sich seit Jahren an steigenden Umsätzen. Das gilt für Anbieter von Sportwetten, aber auch für Casinos. Vor allem durch den leichten Zugang über das Internet haben die Spieler einen unkomplizierten Weg, um Geld bei den verschiedensten Glücksspielen einzusetzen. Da stellt sich vielen die Frage, wie man sich in diesem Bereich selbstständig machen kann. Hier erfährst du alles Wichtige, was es zu beachten gilt, wenn du ein Casino eröffnen möchtest.

Mann mit Tablet auf Sofa

Bild: Bequem vom Sofa aus 100 Euro auf schwarz setzen? Kein Problem, Online-Casinos kann man überall und jederzeit nutzen – eine stabile Internetverbindung vorausgesetzt. Bildquelle: Georgejmclittle – 430400923 / Shutterstock.com

 

Ein Online-Angebot ist natürlich für jeden Casinoanbieter Pflicht, weil sich das Geschäft eben seit Jahren mehr oder weniger auf das Internet verlagert. Eine mobilfähige Version für Smartphones und Tablets ist ebenfalls sehr wichtig, um den Spielspaß auch nebenbei anbieten zu können.

Daneben müssen zahlreiche Möglichkeiten und unterschiedliche Spiele wie Blackjack, Spielautomaten, Roulette etc. für den Spieler geschaffen werden. Hier hilft eventuell ein Blick auf die Wettbewerber auf dem Casino-Markt, denn die Branche wächst rasant und verändert sich natürlich auch im Laufe der Zeit durch technischen Fortschritt, neue Ideen und das wechselnde Interesse der Spieler.

Um das Angebot online zu ermöglichen und aufrechtzuerhalten, ist eine entsprechende Software nötig. Wenn du nicht in der Lage bist, diese selbst zu programmieren, kannst du die Software auch kaufen. Eine Mietvereinbarung ist auch möglich, aber dadurch entstehen offenkundig laufende Kosten. Sinnvoll kann dies sein, wenn Updates und Wartung mit im Preis enthalten sind, ansonsten solltest du versuchen, diesen Kostenfaktor zu eliminieren.

Rechtliche Rahmenbedingungen – kompliziert bis undurchschaubar

Die Rechtslage in puncto Online-Glücksspiel ist in Deutschland sehr kompliziert. Das liegt an den unterschiedlichen Regelungen, die je nach zuständiger Behörde gelten. In Deutschland kollidieren hier Landesrecht, Bundesrecht und EU-Recht miteinander.

Das Glücksspiel ist in Deutschland eigentlich im Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) von 2008 und dessen Änderungen im Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag (1. GlüÄndStV) von 2012 geregelt. 2018 tritt der Zweite Glücksspieländerungsstaatsvertrag (2. GlüÄndStV) in Kraft, Klarheit verschafft er allerdings nicht.

Wenn der neue Glücksspieländerungsstaatsvertrag in Kraft tritt, erhalten alle Sportwettenanbieter, die sich bereits um eine Konzession beworben hatten, eine vorläufige Lizenz, wenn sie die Anforderungen erfüllen. Dies betrifft jedoch nur die Anbieter von Sportwetten. Andere Glücksspiele wie Casinos und Lotterien unterliegen weiterhin dem staatlichen Glücksspielmonopol.

Somit sind eigentlich das Angebot und die Teilnahme an nicht-lizenziertem Glücksspiel verboten. Dies ist in §284 StGB und §285 StGB geregelt. Staatliche Casinos und solche, die eine Konzession erhalten haben, hingegen sind erlaubt. Auch Anbieter, die im Rahmen der Konzessionsvergabe von Schleswig-Holstein im Jahr 2012 eine Lizenz erhalten haben, sind legal. Damals hat das Bundesland Schleswig-Holstein nämlich einen Alleingang gestartet und Lizenzen an 20 verschiedene Online-Anbieter ungeachtet der Probleme, die damit auftreten, vergeben.

Stationäre Casinos zu regulieren und zu kontrollieren ist dabei jedoch viel einfacher zu bewerkstelligen. Für Casinos, die ihren Firmensitz nicht in Deutschland haben, ihre Angebote aber über das Internet auch in Deutschland anbieten, lässt sich dies nicht so einfach durchführen.

Die ausländischen Betreiber, die ihre Dienste auch deutschlandweit zur Verfügung stellen, haben in der Regel ihren Sitz und auch eine Lizenz in einem europäischen Mitgliedsland. Beispielsweise haben viele von diesen Unternehmen eine Glücksspiellizenz der maltesischen Aufsichtsbehörde (Malta Gaming Authority, MGA).

Grauzone Online-Glücksspiel

Laut der Dienstleistungsfreiheit, die innerhalb der EU gilt, dürfen die Unternehmen ihre Leistungen in allen EU-Mitgliedsstaaten anbieten. Demnach dürften Unternehmen, die eine gültige Glücksspiellizenz in einem EU-Staat besitzen, ihre Dienstleistungen auch über das Internet in Deutschland zur Auswahl stellen. Das wiederum kollidiert jedoch mit dem Glücksspielmonopol seitens des Staates in Deutschland.

Dieser Umstand wurde schon häufiger von der EU kritisiert. Auch der erneute Versuch der Bundesregierung, die Rechte und Verbote klar zu regeln, werden nicht das Ende der Änderungen sein. Auch der zweite Glücksspieländerungsstaatsvertrag wird von der EU-Kommission kritisiert.

Da klare Regelungen immer noch fehlen, werden Online-Casinos in Deutschland toleriert, auch wenn sie keine deutsche Lizenz bzw. eine aus Schleswig-Holstein innehaben. Das hat vor allem für die Spieler einen Nachteil, die im Zweifelsfall nicht rechtlich abgesichert sind. Werden Spieler betrogen, können sie sich daher nicht juristisch zur Wehr setzen, denn ihnen fehlt dafür die rechtliche Grundlage in Deutschland.

Stationäre Spielhalle mit weniger Unklarheiten

Willst du dennoch am Boom des Glücksspiels teilhaben, ist der Betrieb einer Spielhalle rechtlich gesehen unbedenklicher. Natürlich benötigst du auch hierfür eine behördliche Genehmigung, die du bei der zuständigen Landesbehörde beantragen kannst. Darüber hinaus benötigst du ebenfalls eine Aufstellerlaubnis für Spielgeräte mit Gewinnmöglichkeiten.

In der Gewerbeordnung werden darüber hinaus die Anforderungen beschrieben, die eingehalten werden müssen, wenn du eine Spielothek oder Ähnliches betreiben willst. Die §§33 c ff. GewO enthalten unter anderem folgende Bedingungen:

  • Nachweis einer Industrie- und Handelskammer über die notwendigen Kenntnisse zum Spieler- und Jugendschutz
  • Nachweis über ein Sozialkonzept einer öffentlich anerkannten Institution mit Maßnahmen gegen Glücksspielsucht
  • Der Betreiber muss eine gewisse Zuverlässigkeit gewährleisten und darf in den letzten drei Jahren nicht rechtskräftig verurteil worden sein

Deshalb solltest du deinem Antrag zur Betriebserlaubnis einer Spielhalle auch ein polizeiliches Führungszeugnis beilegen. Wichtig ist auch, dass du die gewünschte Rechtsform im Vorfeld klärst. Sinnvoll kann es sein, dass du die Spielhalle als GmbH betreibst, damit du die Haftungsrisiken minimieren kannst. Nach der Gründung kannst du für einen Nachweis einen Auszug aus dem Handelsregister anfordern.

Darüber hinaus müssen die angedachten Räumlichkeiten die nötigen Voraussetzungen für einen sicheren Spielbetrieb erfüllen. Auch schädliche Umwelteinwirkungen, z.B. durch eine hohe Lärmbelästigung, können zum Verwehren der Erlaubnis führen. Um diese Umstände zu kontrollieren, musst du vor der Inbetriebnahme die Grundrisse und Lagepläne der Spielhalle bei der zuständigen Behörde vorlegen. Bevor du jedoch mit dem Aufbau beginnst, solltest du dich über die Landesgesetze informieren. In einigen Bundesländern wie in Berlin gelten Mindestabstandsgesetze, die die geringste erlaubte Entfernung zwischen Spielhallen regeln.

Infografik mit Hinweisen, um Glücksspielanbieter in Deutschland zu werden

Infografik: Das ist wichtig, möchte man Casinoanbieter werden. Infografikquelle: gruender.de

Casinoanbieter werden – auf diese Bestimmungen musst du achten
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