BWA - Betriebswirtschaftliche AuswertungDie betriebswirtschaftliche Auswertung, kurz BWA genannt, verschafft dir einen sehr detaillierten Überblick, wie es mit der Kosten- und der Erlössituation deines Unternehmens aussieht. Eine betriebswirtschafltiche Auswertung wird immer auf der Basis der Zahlen von deiner Finanzbuchhaltung erstellt. Damit du genau weißt, wie es mit deinem Unternehmen in Punkten wie Liquidität, Kapitalstruktur und auch wirtschaftlichen Erfolg aussieht, musst du eine BWA erstellen.

Welchen Zweck hat eine BWA?

Ich weiß nicht, wie wichtig dir Zahlen sind. Aber für jedes Unternehmen ist eine BWA ein wichtiges Instrument für die Steuerung. Deshalb empfehle ich dir immer schön regelmäßig eine BWA, am besten jeden Monat, zu erstellen. So kannst du jederzeit die Entwicklung von deinem Business überprüfen. Vor allem hast du mit der betriebswirtschaftlichen Auswertung den Vorteil, dass alle aktuellen Daten deines Unternehmens immer in kompakter Form vor dir liegen. Das mag für dich jetzt nach zusätzlicher Arbeit klingen, bringt dir aber Vorteile. So kannst du anhand der betriebswirtschaftliche Auswertung beispielsweise

  • deine Einkommensteuer-Vorauszahlungen prüfen und planen
  • prüfen ob für dich ein Investitionsabzugsbetrag in Frage kommt
  • für ein Gespräch mit deiner Bank die aktuellen Zahlen vorlegen, z.B. für einen Kredit

Gerade für Banken ist eine BWA sehr wichtig, weil sie bei Kreditverhandlungen diese neben anderen Unterlagen, wie Bilanzen etwa, auch die betriebswirtschaftliche Auswertung haben wollen.

Wie kannst du eine BWA erstellen?

Am einfachsten ist es natürlich für dich, wenn du eine Buchhaltungssoftware hast. Dann kannst du die BWA direkt daraus heraus erstellen. Sollte dies nicht der Fall sein, so gibt es einige Vorlagen und Tools von Excel, mit der du die betriebswirtschaftliche Auswertung erstellen kannst. Am besten ist es, dass du dich vor dem Erstellen der ersten betriebswirtschaftliche Auswertung von deinem Steuerberater kurz beraten lässt oder er dir zeigt, wie man sie erstellt. Du musst nämlich auch wissen, dass es verschiedene BWA´s gibt. So verwendet beispielsweise der Arzt die BWA 02, der Handwerker die BWA 20 um nur zwei Beispiele zu nennen.

Du musst die BWA auch lesen können

Die besten betriebswirtschaftliche Auswertung hilft dir aber nicht weiter, wenn du nur ein Blatt voller Zahlen vor dir hast, du aber diese Zahlen nicht richtig lesen kannst, also nicht erkennen kannst, welche Entwicklung stattgefunden hat. Ich empfehle dir deshalb, monatlich eine sogenannte Bewegungs-BWA zu erstellen. Dies ist eine kurzfristige Erfolgsrechnung, die sehr häufig in der Praxis angewendet wird. Mit dieser Auswertung kannst du einige wichtige Faktoren schnell erkennen und ableiten.

  • Wo stehst du im Vergleich zum vergangenen Monat?
  • Wie sieht der Vergleich aus zum selben Monat im vergangenen Jahr?
  • Wo hast du Kosten und Erlöse unterschritten oder überschritten?
  • Wie sieht deine unternehmerische Entwicklung in Prozenten aus?
  • Wie sieht das Verhältnis zwischen Betriebsergebnis und Personalkosten aus?

Dies sind nur ein paar Beispiele, welche Daten du auch dieser BWA ziehen kannst, um zu vergleichen und notfalls dann entsprechend reagieren zu können.

Ich würde dir empfehlen, für diese Bewegungs-BWA einen Vordruck zu verwenden. Diesen kannst du dir im Internet auf einigen Seiten kostenlos herunterladen. Mit Hilfe von diesem Formular für deine betriebswirtschaftliche Auswertung kannst du dir einen hervorragenden Überblick schaffen.

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BWA erstellenStandard BWA ist wichtig für dich?

Bevor du dich jetzt in komplizierte Berechnungen stürzt, solltest du dich vor allem auf die Standard BWA konzentrieren. Die wird auch als BWA 01 bezeichnet. Diese betriebswirtschaftliche Auswertung stellt für dich eine kurzfristige Erfolgsrechnung dar, mit der du deine vorhandenen Daten rein nach betriebswirtschaftlich Faktoren analysierst, aber damit nicht ins kleinste Detail gehen kannst. Gerade diese BWA 01 eignet sich für jedes Unternehmen, für jede Branche und für jedes Betriebsgröße.

Die zehn wichtigsten Kennzahlen in der BWA 01

  • Die Gesamtleistung: Zur Gesamtleistung gehören Bestandsveränderungen und deine Umsatzerlöse
  • Der Rohertrag: Den Rohertrag bekommst du, wenn du von der Gesamtleistung den Materialeinkauf und mögliche Fremdleistungen abziehst
  • Die sonstigen betrieblichen Erlöse: Dieser Punkt ist wichtig, wenn aus dem Betriebsvermögen auch Gegenstände oder Leistungen von dir privat genutzt werden. Das kann beispielsweise dein Firmenwagen oder auch nur das Diensthandy oder das Laptop sein. Der Anteil der für die private Nutzung entsteht, wird zu den sonstigen betrieblichen Erlösen gerechnet.
  • Der betriebliche Rohertrag: Dieser Betrag setzt sich für dich aus dem Rohertrag und allen anderen betrieblichen Erlösen zusammen. Diesen sogenannten positiven Betrag musst du der Kostenrechnung gegenüber stellen.
  • Die Kostenarten: Unter den Kostenarten findest du alle Kosten ohne Zinsen und Steuern. Dies können beispielsweise Personalkosten sein, Mietkosten, Werbekosten und auch Abschreibungen. Diese Kostenarten sind für dich auch wichtig, wenn du deinen Break Even Point berechnen willst. Einen Artikel zur Berechnung des Break Even Point findest du auch unter diesem Link: „Break Even Point – ab diesem Moment machst du Gewinn“
  • Das Betriebsergebnis: Du bekommst das Betriebsergebnis, wenn du von den Gesamtkosten den betrieblichen Rohertrag abziehst.
  • Der neutraler Aufwand: Zu diesem gehören Steuervorauszahlungen, aber auch Zinsen und wird deshalb als neutral bezeichnet, weil er nicht direkt etwas mit deinem Business zu tun hat.
  • Der neutrale Ertrag: Genauso wie es beim neutralen Aufwand der Fall ist, gibt es auch Einkünfte für dich, die nicht unmittelbar mit deinem Business zu tun haben. Das können steuerliche Erstattungen oder Zinserträge sein, um nur zwei Beispiele zu nennen.
  • Das Ergebnis vor Steuern: Dieses Ergebnis bekommst du, wenn vom Betriebsergebnis die neutralen Aufwände und neutralen Erträge abziehst.
  • Das vorläufige Ergebnis: Das vorläufige Ergebnis errechnet sich, wenn du vom Ergebnis vor Steuern die Steuern abziehst.

Tipp: Nutze die regelmäßige Erstellung der Standard BWA dazu, dir einen Überblick über die aktuelle Ertragslage deines Unternehmens zu verschaffen. Mit der BWA bist du in der Lage, dein Unternehmen zu steuern und auch weitere Vorgänge zu planen. Die Erstellung einer BWA ist zwar vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben, aber für Banken oder auch bei Suche nach einem Investor gehört die BWA zum Standardprogramm und muss zwingend vorgelegt werden. Und zum Abschluss möchte ich dir auch noch den Ratschlag geben, nicht nur regelmäßig eine BWA zu erstellen, sondern auch immer wieder mal einen Blick auf deine Opportunitätskosten zu werfen. Was sich dahinter verbirgt, kannst du genau in dem Artikel „Opportunitätskosten: Diese versteckten Kosten übersieht jeder Gründer“ nachlesen.

BWA – So erstellt du deine betriebswirtschaftliche Auswertung
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