So sparst du Steuern ein

Abschreibungen: Alles Wissenswerte im Überblick

Ein eigenes Unternehmen ist der Lebenstraum vieler Menschen und bringt zahlreiche Freiheiten mit sich. Rund um die Buchhaltung gilt es aber auch verschiedenste Pflichten und Regeln zu berücksichtigen. Das Thema Abschreibungen spielt dabei eine wichtige Rolle und basiert auf gesetzlichen Vorgaben. Im Idealfall lässt sich durch eine gekonnte Nutzung entsprechender Möglichkeiten die Steuerlast dauerhaft senken, was für deinen Unternehmenserfolg von großer Bedeutung sein kann. Aber was genau sind Abschreibungen überhaupt und wie sehen die Berechnungen in der Praxis aus? Folgend erhältst du Antworten auf diese zentralen Fragen und konkrete Tipps für die entsprechende Umsetzung.

Grundlegende Erklärung von Abschreibungen in der Buchhaltung

Bei Abschreibungen handelt es sich um die Erfassung und Verrechnung von Wertminderungen. Laut Handelsgesetzbuch geht es dabei um den Wertverlust von sogenannten Anlage- und Umlaufvermögensgegenständen. Mögliche Gründe für eine solche Wertminderung können zum Beispiel Abnutzungserscheinungen an Gegenständen wie Werkzeugen oder Maschinen ein. Aber auch immaterielle Güter wie Lizenzen oder Patente verlieren mit der Zeit an Wert und können abgeschrieben werden. Vor dem Hintergrund der Kosten- und Leistungsrechnung zählen Abschreibungen zu den Fixkosten deines Unternehmens. Als Resultat wird der Gewinn effektiv gemindert, wodurch du weniger Steuern zahlen musst.

Die entscheidenden Parameter einer Abschreibung

Die zwei wichtigsten Faktoren bei den zugehörigen Kalkulationen sind die Anschaffungskosten und die Nutzungsdauer. Diese beiden Aspekte bilden die Grundlage für die Höhe der jeweiligen Abschreibung. Zu den Anschaffungskosten zählt grundsätzlich der Netto-Kaufpreis zuzüglich der Nebenkosten wie zum Beispiel für den Transport und die Versicherung verschiedener Waren oder Güter. Auch für Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug gilt der Netto-Kaufpreis als verbindlicher Ausgangswert für die Anschaffungskosten. Bei der Nutzungsdauer dient hingegen die AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums als wichtiger Maßstab. Die hier aufgeführten Angaben basieren auf Erfahrungswerten und beinhalten eine Vielzahl von verschiedenen Wirtschaftsgütern. Die Nutzungsdauer von Druckern wird hier zum Beispiel mit 3 Jahren angegeben, während für Büromöbel durchschnittlich 13 Jahre vorgegeben sind. Unter der Voraussetzung einer plausiblen Begründung kannst du aber auch von der AfA-Tabelle abweichen und eine individuelle Nutzungsdauer festlegen.

Der Unterschied zwischen planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen

Die planmäßigen Abschreibungen werden zu Beginn definiert und dienen als verbindliche Vorgabe bis zum Ende der Nutzungsdauer. In unserem Beispiel wird eine Baumaschine mit einem Anschaffungspreis von 10.000 Euro und einer Nutzungsdauer von 10 Jahren mit 1.000 Euro jährlich abgeschrieben. In Ausnahmefällen kann es statt des planmäßigen Wertverlusts aber auch zu außerplanmäßigen Abschreibungen kommen. Wenn die Baumaschine bereits nach 5 Jahren einen Schaden nimmt und nicht mehr einsatzfähig ist, gilt ein solcher Sonderfall als eingetreten. Als Ergebnis dessen kann in der Regel jetzt der gesamte Restbuchwert von 5.000 Euro vollständig abgeschrieben werden.

Die verschiedenen Abschreibungsmethoden kurz vorgestellt

Unternehmen können sich zwischen unterschiedlichen Methoden der Abschreibung entscheiden. Dabei stehen insgesamt 6 verschiedene Optionen zur Auswahl:

  • Linear
  • geometrisch-degressiv
  • arithmetisch-degressiv
  • gebrochen
  • progressiv
  • leistungsbezogen

Bei der linearen Abschreibung werden die Anschaffungskosten durch die Nutzungsdauer in Jahren geteilt. Das Ergebnis ist die jährliche Abschreibungssumme, die mit einer gleichmäßigen Verteilung einhergeht. Bei der geometrisch-degressiven Methode wird hingegen jedes Jahr derselbe Prozentsatz des Buchwerts abgeschrieben. Alternativ kannst du dich aber auch für die arithmetisch-degressive Abschreibung mit jährlich sinkenden Beträgen oder die gebrochene Variante mit der Differenzierung zwischen Abnutzung und Zeitwert entscheiden. Ergänzend steht die progressive Abschreibung mit jährlich steigenden Beträgen zur Auswahl. Abgerundet werden die vielfältigen Methoden mit der Leistungsabschreibung, die sich nach der konkreten Nutzung (zum Beispiel Anzahl an Betriebsstunden) richtet. Aufgrund der Komplexität der verschiedenen Optionen empfiehlt sich im Zweifelsfall immer eine professionelle Beratung, um die bestmögliche und vor allem sinnvollste Entscheidung zu treffen.

Sonderfall geringwertige Wirtschaftsgüter

Neben den regulären Möglichkeiten der Abschreibung kommen auch Sonderabschreibungen für geringwertige Wirtschaftsgüter infrage. Dazu zählen Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungs- oder Herstellungswert von bis zu 800 Euro, die wiederum bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Hierbei ist es zum Beispiel notwendig, dass diese Güter sowohl Gegenstand des Anlagevermögens als auch selbständig nutzbar, beweglich und abnutzbar sind. Falls eine entsprechende Sofortabschreibung nicht im Jahr der Anschaffung geltend gemacht wird, lässt sich dieser Vorgang allerdings nicht nachträglich vornehmen.

Fazit

Grundsätzlich können Abschreibungen einen wertvollen Beitrag zu deinem Geschäftserfolg leisten. Durch ein cleveres Vorgehen und die Auswahl der optimalen Optionen ist es möglich, die Steuerlast des eigenen Unternehmens deutlich zu senken. Nimm dir dazu vor allem am Anfang idealerweise eine fachkundige Unterstützung zur Seite – dann steht einer möglichst rentablen Umsetzung nichts mehr im Wege.

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