Alle Infos zum Businessplan, der Ausstattung und wichtigen Genehmigungen

Foodtruck kaufen: Deine Selbstständigkeit mit Streetfood einfach erklärt

Ob überraschende Burger-Ideen, spezielle Nudelgerichte oder köstliche Chili-Kreationen – Foodtrucks bieten vielfältige Gerichte und sind zum beliebten Trend geworden. Die Profi-Küchen auf zwei Rädern mit den bunten Designs stammen ursprünglich aus den USA, doch entwickelten sich in den letzten Jahren auch in Deutschland zum lukrativen Geschäftsfeld. Wer seinen eigenen Foodtruck kaufen möchte, sollte sich jedoch gut vorbereiten und einige Faktoren beachten. Der folgende Artikel erklärt deshalb die Besonderheiten beim Geschäftsmodell, den Businessplan, die benötigte Ausstattung und die wichtigsten Genehmigungen.

Die gute Nachricht gleich einmal vorweg: Es ist keine spezielle Ausbildung notwendig, um einen Foodtruck kaufen und eröffnen zu können. Doch natürlich ist es praktisch, schon eine Koch-Ausbildung oder Erfahrungen in der Gastronomie zu besitzen. Außerdem macht es Sinn, auch Spaß am Umgang mit Menschen zu haben und sich nicht von der Buchhaltung abschrecken zu lassen. Wenn diese Basis existiert, kann die Planung der Selbstständigkeit mit einem Foodtruck beginnen.

Das Geschäftsmodell für den eigenen Foodtruck

Wer einen eigenen Foodtruck kaufen und eröffnen möchte, sollte zunächst ein überzeugendes Geschäftsmodell entwickeln. Denn mittlerweile gibt es deutschlandweit tausende Foodtrucks, die die Kunden mit ihren köstlichen Kreationen überzeugen wollen. Die zentrale Frage lautet deshalb: Welches Problem löst die eigene Geschäftsidee? Es ist somit wichtig, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden, dass die eigene Idee von anderen Business-Konzepten abhebt. Folgende Fragen gilt es deshalb zu beantworten:

  • Was genau soll im Foodtruck zubereitet werden?
  • Stehen nationale oder internationale Gerichte im Fokus?
  • Gibt es aktuelle Food-Trends, die sich aufgreifen lassen?
  • Können vielleicht Klassiker neu interpretiert werden?
  • Wie viel Platz wird für die Zubereitung benötigt?
  • Lassen sich die Zutaten ohne Probleme besorgen und aufbewahren?
  • Wo könnte der Foodtruck stehen?
  • Gibt es schon Foodtrucks mit einem ähnlichen Angebot?

Wenn sich diese Fragen beantworten lassen, existiert eine gute Basis für das Geschäftsmodell. Doch bevor die nächsten Schritte beim Foodtruck kaufen absolviert werden, sollte dieses Geschäftsmodell getestet werden. Denn natürlich steht der Geschmack im Fokus und deshalb bietet es sich an, die eigenen Kreationen schon einmal auszuprobieren. Dafür bieten sich zum Beispiel Freunde und Verwandte an. In einigen Städten gibt es auch sogenannte Pop-up-Restaurants, die sich für einen ersten Test ein paar Tage mieten lassen. In dieser Phase wird dann zum einen die Zubereitung geprobt, aber auch die Bestellung der Zutaten und die generellen Abläufe.

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Der Businessplan, um den eigenen Foodtruck zu kaufen

Sobald die ersten Ideen vorhanden sind und der Geschmack überzeugt, ist es entscheidend, die Pläne schriftlich festzuhalten. Deshalb ist ein ausführlicher Businessplan wichtig, um die Strategien zu strukturieren und eine wichtige Basis für die Suche nach Investoren oder anderen Finanzierungsformen zu schaffen. Die folgenden Faktoren sollten dabei im Businessplan enthalten sein, um einen Foodtruck kaufen zu können:

Marktanalyse durchführen

Wer einen Foodtruck kaufen und aufstellen möchte, sollte die aktuelle Marktsituation kennen. Dabei kommt es einerseits darauf an zu wissen, welche Foodtrucks es auf den Märkten in der Nähe gibt. Aber auch, welche Imbisse und Restaurants sich in der Nähe befinden. Denn wer beispielsweise Nudeln anbieten will werden und der Foodtruck direkt neben einem Italiener steht, könnte sich diese Konkurrenz negativ auf das eigene Geschäft auswirken. Gleichzeitig sollte auch die generelle Marktsituation im Fokus stehen. Denn wer plant, nur auf Großveranstaltungen zu verkaufen, muss die aktuellen Gegebenheiten mit einkalkulieren. Durch die Corona-Pandemie werden beispielsweise in den nächsten Monaten keine Großveranstaltungen stattfinden, deshalb ist ein alternativer Plan sinnvoll.

Standorte für den Foodtruck ermitteln

In den USA dürfen Foodtrucks auch an öffentlichen Orten halten und ihre Gerichte verkaufen. Doch in Deutschland brauchen Betreiber dafür eine Sondernutzungsgenehmigung. Deshalb ist die Entscheidung wichtig, wo genau der eigene Foodtruck zukünftig stehen soll. Prinzipiell bietet sich privates Gelände an, wie zum Beispiel vor einer Firma oder auf einem Streetfood-Markt. Allerdings ist dort auch die Konkurrenz größer und die Besitzer verlangen teilweise hohe Gebühren für die Platz-Nutzung. Deshalb lohnt sich eine genaue Analyse der Umgebung, damit es beim Foodtruck kaufen keine negativen Überraschungen gibt.

Businessplan erstellen in 10 Schritten

Schritt 1: Idee, Angebot und die Zielgruppe

Im ersten Kapitel gibst du direkt einen ersten Eindruck davon, wie das Konzept deines Unternehmens aussehen soll. Was ist deine Grundidee? Wie kannst du anderen mit deiner Idee helfen und was genau ist dein Ziel? Das solltest du sehr präzise bestimmen und beschreiben können. Darüber hinaus solltest du dir genau überlegen, wer deine Zielgruppe ist und diese ebenfalls konkret definieren. Damit wird es dir im folgenden Kapitel leichter fallen, eine Marktanalyse anzufertigen.

Schritt 2: Markt und Wettbewerb

Hier geht es darum, sich intensiv mit dem Markt und den Mitbewerbern auseinanderzusetzen. Wie groß ist der Markt? Lohnt es sich hier ein Business zu starten? Mache dir bewusst, welche Wettbewerber du hast. Damit du nicht schon zu Beginn des Markteintritts stark mit diesen zu kämpfen hast, solltest du dir überlegen, was du besser machen kannst. Fertige die Analyse so detailliert wie nur möglich an, um perfekt auf deinen Start ins Business vorbereitet zu sein.

Schritt 3; Visionen und Ziele bestimmen

Besonders wichtig für dich als Unternehmer und für dein restliches Team ist es, genau Ziele und Visionen festzulegen, auf die ihr gemeinsam hinarbeiten könnt. Nur wenn du dieses Ziel einmal mit deinem Team oder deinen Gründern festgelegt hast, ist es dir möglich, die darauf abgestimmten Maßnahmen festzulegen. Sie geben dir eine Richtung vor, auf die eine Strategie aufgebaut werden kann.

Schritte 4: Deine Strategie

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 5: Marketing

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 6: Rechtsform und Steuern

Ein sehr unbeliebtes, aber trotzdem sehr wichtiges Thema: Die Wahl der Rechtsform und alles rund um die Steuern. Hier schreibst du nieder, für welche Rechtsform du dich entschieden hast, welche Genehmigungen du für dein Unternehmen brauchst, wie dein Unternehmen heißen soll und alles weitere, was in Richtung Buchhaltung geht.

Schritt 7: Gründerteam und Organisation

In diesem Kapitel gibst du an, wie ihr als Firma organisiert seid. Hast du einen Partner? Wer ist alles in deinem Gründerteam? Hier muss ersichtlich werden, wer für was verantwortlich ist, welche Strukturen ihr noch aufbauen wollt, wer schon alles im Unternehmen tätig ist und wer noch dazu kommt. Auch die Meilensteine, die du mit deinem Unternehmen erreichen willst, werden hier eingetragen.

Schritt 8: Finanzen

Die Finanzen bilden den Hauptteil deines Businessplans und müssen sehr genau berechnet und überprüft werden. Hier solltest du dir möglichst keine Fehler erlauben. Wo steht ihr gerade mit eurem Unternehmen, wie viel Kapital benötigt ihr noch und wann ist der Break-Even-Point geplant? – All das sind wichtige Fragen, die in dem Finanz-Teil berücksichtigt werden müssen. Spätestens hier ist es sinnvoll, ein geeignetes Tool zur Hand zu haben, mit dem sich alles leichter ausrechnen lässt.

Schritt 9: SWOT-Analyse

Nach den ganzen Zahlen folgt anschließend die SWOT-Analyse. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats. Hier listest du also die Stärken, Schwächen, Stärken und Risiken deines Unternehmens auf und erklärst diese. Im nächsten Schritt müssen dann Maßnahmen getroffen werden, wie mit den Ergebnissen umgegangen wird, damit die Chancen maximiert und die Risiken minimiert werden können.

Executive Summary

Als letztes Kapitel folgt die Executive Summary, eine aussagekräftige Zusammenfassung deines Businessplans. Hier werden nochmal die wichtigsten Punkte deines Businessplans zusammengefasst, um den Investoren und Banken einen guten Überblick über dein Unternehmen zu geben. Erwähne hier also nochmal die wichtigsten Kernaussagen der Geschäftsidee, deines Teams, der Marktanalyse, der Chancen und Risiken und der Finanzierung.

Zielgruppenanalyse durchführen

Ob sich es finanziell lohnt, einen Foodtruck zu kaufen, hängt auch von der Zielgruppenanalyse ab. Denn wer seine Zielgruppe exakt definieren kann und sich auf ihre Bedürfnisse einstellt, kann die Produkte und auch das Timing besser anpassen. Deshalb sollten die folgenden Fragen beantwortet werden:

  • Wann ist die Zielgruppe unterwegs?
  • Wo ist sie unterwegs?
  • Wie viel würde die Zielgruppe maximal für ein Gericht ausgeben?
  • Worauf legt sie besonders wert?

Je genauer sich die Zielgruppe definieren lässt, desto mehr Informationen ergeben sich daraus für den Standort, die Speisekarte, Preise sowie das Marketing.

Finanzplan aufstellen

Bevor die einzelnen Kosten genauer betrachtet werden können, sollte feststehen, ob der Plan in Richtung Foodtruck kaufen oder doch mieten geht. Dabei ist es anfangs zwar günstiger einen Foodtruck zu mieten, doch dieser lässt sich nicht umbauen oder an die eigene Idee anpassen. Deshalb lohnt es sich, in einen eigenen Wagen zu investieren. Dabei fallen dann die folgenden Kosten an:

  • Truck-Kauf
  • Truck-Ausstattung (Kühlschrank, Kassensystem, Herd, etc.)
  • Lebensmittel und Getränke
  • Küchenutensilien
  • Arbeitskleidung
  • Buchhaltungskosten
  • Marketing-Budget
  • Standortmieten, zum Beispiel auf Wochenmärkten
  • Versicherungen

Insgesamt können dort schon zu Beginn hohe Kosten entstehen, denn die Preise für den Truck-Kauf starten schon bei ca. 10.000 Euro, hinzu kommen evtl. noch ein Umbau und die Ausstattung. Deshalb kann die Selbstständigkeit mit einem Foodtruck insgesamt bis zu 100.000 Euro kosten. Diese Ausgaben lassen sich dann zwar durch Investoren oder einen Kredit abdecken, sie sollten jedoch im Businessplan schon exakt aufgeführt sein.

Design- und Marketing-Strategie

Foodtrucks sind für ihr buntes und außergewöhnliches Design bekannt. Deshalb ist es sinnvoll, sich so früh wie möglich für eine bestimmte Gestaltung zu entscheiden. Dabei lässt sich erneut die Zielgruppe mit einbeziehen, denn zu einer jungen Zielgruppe passen zum Beispiel intensive Farben und ausgefallene Schriften. Ist die Zielgruppe jedoch älter oder seriöser, bietet sich ein schlichtes Design und eine klare Struktur an. Diese Entscheidung wirkt sich dann auch direkt auf die Marketing-Strategie aus, die beim Foodtruck kaufen entscheidend ist. Denn natürlich sollen die Kunden auch wissen, wo sich der rollende Imbiss befindet. Deshalb lohnt es sich, im Businessplan schon festzuhalten, ob zum Beispiel eine Website erstellt oder verschiedene Social Media Kanäle mit einbezogen werden.

Checkliste für die Foodtruck-Ausstattung

Je nach Geschäftsmodell und Speisekarte kann sich die Ausstattung beim Foodtruck kaufen stark unterscheiden. Allerdings gibt es rechtliche Vorgaben, die jede Ausstattung erfüllen muss. Egal ob der Foodtruck übernommen oder neu eingerichtet wird, die folgende Ausstattung muss vorhanden sein:

  • rutschfester Fußboden
  • Edelstahl-Tresen
  • Gas-Schrank für Flüssiggas-Anlage mit Außentür
  • Spülbecken
  • Glas-Spritzschutz vor den Geräten
  • Kühlschrank
  • Edelstahl-Dunstabzugshaube
  • Strom für Elektrogeräte
  • Wassertanks für Frisch- und Abwasser
  • Stauraum für Lebensmittel und Arbeitskleidung
  • Kassensystem

Wer sich einen Foodtruck neu einrichten lässt, sollte dabei trotzdem die Preise vergleichen und auf gebrauchte Geräte zurückgreifen, um die Kosten zu minimieren.

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Wichtige Genehmigungen und Dokumente

Wenn alle Pläne rund um das Geschäftsmodell und den Businessplan abgeschlossen sind und ein Foodtruck mit der benötigten Ausstattung vorhanden ist, fehlen noch die offiziellen Genehmigungen für den Start in die Selbstständigkeit. Die Beantragung dieser Dokumente kann mehrere Wochen dauern, weshalb dafür genügend Zeit eingeplant werden sollte.

Diese Genehmigungen sind dabei nötig, um einen Foodtruck kaufen und betreiben zu können:

  • Gewerbeschein für Gaststätten, zu beantragen beim Gewerbeamt
  • Antrag auf Bewirtung im Freien, erhältlich beim Ordnungsamt
  • Genehmigung im Rahmen des Immissionsgesetzes, ausgestellt durch das Ordnungsamt
  • Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung, erhältlich beim Finanzamt
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Gaststätten­­­unterrichtungsnachweis, wird von der IHK ausgestellt
  • Gesundheitszeugnis und Hygienebelehrung, erteilt vom Gesundheitsamt
  • Lebensmittelhygieneschulung und Schulung nach § 43 Infektionsschutzgesetz, absolvierbar beim Gesundheitsamt
  • evtl. Schank-Lizenz für den Verkauf von Alkohol, erhältlich beim Gewerbeamt

Zusätzlich muss jeder Selbstständige, der einen Foodtruck kaufen und betreiben möchte, eine Mitgliedschaft bei der sogenannten Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe abschließen. Diese Genossenschaft übernimmt dann die gesetzliche Unfallversicherung. Außerdem ist eine Mitgliedschaft in der örtlichen IHK vorgeschrieben.

Fazit

Wenn du planst, einen Foodtruck zu kaufen und dir damit den Traum der Selbstständigkeit zu erfüllen, solltest du dich gut vorbereiten und rechtzeitig mit den Planungen anfangen. Mit einem einzigartigen Geschäftsmodell und genügend Startkapital lässt sich dann eine lukratives Business-Modell erschaffen. Wichtig ist dabei, dass die Kunden deine Begeisterung spüren und sich insgesamt wohlfühlen. Denn deine Persönlichkeit kann jede Wartezeit zum Erlebnis machen und eine treue Stammkundschaft aufbauen.

Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

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