Mehrwertschaffung als Existenzberechtigung in der Branche möglich?

Computer-Service: Ist das Geschäftsmodell noch lukrativ?

Unsere technischen Geräte entwickeln sich immer weiter. Mittlerweile sind sie so bedienerfreundlich, dass es im Grunde jeder hinbekommt, diese selbst einzurichten. Sei es nun ein Smartphone, der Laptop oder der Computer. Man kann die Geräte mit wenigen Klicks bei Amazon kaufen, auspacken und kurze Zeit später sind sie schon betriebsbereit. Einige werden sich erinnern: Das war nicht immer so. Damals gab es noch den Computer-Service, der sich auf solche Dinge spezialisierte. Ist dieses Geschäftsmodell zukunftsfähig?

Warum gibt es das Geschäftsmodell Computer-Service?

Auch wenn man es kaum glauben kann: Es gab Zeiten, in denen das Einrichten eines Computer nicht so einfach war. So gab es damals sogar in den dörflicheren Gegenden extra Dienstleister, die sich auf das Einrichten, Warten und Pflegen von Soft– und vor allem auch Hardware spezialisiert haben. Die Rechenleistung war deutlich geringer als heute und Bedienung war deutlich weniger intuitiv und schwerer zu erlernen. So war es nicht jedem möglich, den Computer einwandfrei zu bedienen. Besonders dann, wenn man etwas verändern wollte bzw. ein Programm auf dem Rechner installieren wollte. Hier konnte es sein, dass man dazu Hilfe brauchte.

Im letzten Jahrzehnt hat sich jedoch einiges getan. Die Hersteller haben es geschafft eine anwenderfreundliche Benutzeroberfläche zu installieren und haben es möglich gemacht, mit wenigen Mausklicks und verständlichen Menüs neue Programme auf dem Computer implementieren zu können. Diese Leistung ist beachtlich, gleichzeitig könnte diese aber den Zweig der Computer-Service Dienstleister vernichten.
Jedoch gibt es immer noch eine beachtliche Anzahl an Unternehmen, die in diesem Sektor gutes Geld zahlen. Natürlich muss einem aber auch bewusst sein, dass sich die Branche fundamental verändert hat und der Tätigkeitsbereich ein vollkommen anderer ist.

Überlebensfaktoren für einen Computer-Service

Der wichtigste Faktor der für jedes Produkt und jede Dienstleistung anwendbar ist, ist der geschaffene Mehrwert. Inwieweit schaffst du es als Computer-Service dem Kunden einen Mehrwert in Form von Zeit, Geld oder Effizienz zu bieten?

Stammkundschaft

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und bequem. Wenn du als Dienstleister Personen oder Unternehmen hast, die schon seit mehreren Jahren regelmäßig deine Dienste beanspruchen, dann kannst du dir relativ sicher sein, dass sie das auch in der Zukunft tun werden, wenn sie weiterhin Bedarf haben bzw. einen Mehrwert aus deiner Arbeit ziehen.
Ergo ist es wichtig, dass du dir ein enges Netzwerk an Kontakten und Kunden aufbaust und diese so intensiv betreust. Das Ziel ist hier, dass sie gar nicht erst auf die Idee kommen, einen anderen Dienstleister zu beauftragen.

B2B ist erschwinglich

Der Normalverbraucher kommt in der Regel mit der Technik von heute ausreichend gut aus. Wenn nicht, kennt man jemanden, der es kann. An diesen Stellen braucht man heute keinen Dienstleister mehr. Vielmehr brauchen große Unternehmen mit komplexen Datenbankstrukturen und spezieller Software einen Computer-Service. Beispielsweise muss die Einrichtung neuer Programme simultan erfolgen, damit die interne Kommunikation nicht gestört wird. Das kostet Zeit und erfordert viel Know-How. Damit die Arbeit weitergehen kann, brauchen Firmen des Öfteren Fachkräfte, die sich darum kümmern, die Systeme am laufen zu halten. Meistens wird die Soft- und Hardware dabei von einem einzelnen Computer-Service gestellt. Dementsprechend fungiert der Computer-Service manchmal auch beratend und kann gleichzeitig Geld an der Hardware verdienen, da er einen geringeren Einkaufspreis bekommt.

Spezialisierung

Der Computer-Service von nebenan – ähnlich dem „Dorflädchen“ – gehört sicherlich der Vergangenheit an. Wenn du darüber nachdenkst einen zu eröffnen, dann solltest du dir schon beim Einstellen von Mitarbeitern bzw. deiner Ausbildung überlegen in welche Branche du gehen möchtest. Im B2B-Bereich sind die Möglichkeiten beinahe unbegrenzt. Ein ganz banales Beispiel wäre die Steuerung von großen Maschinen mit einer Software oder die elektronische Lagerführung für ein Amazon Lager. Wenn du deine Marktlücke entdeckt hast und gute Arbeit leistet, also viel Mehrwert schaffst, dann kannst du dir eine große Stammkundschaft aufbauen und somit auch erfolgreich im Computer-Service Business sein.

Wenn du doch lieber B2C machen möchtest, dann kannst du dich ebenfalls spezialisieren. Ein bekanntes bzw. derzeit weiter verbreitetes Modell wäre die „Datenrettung“. Wie es der Name schon vermuten lässt, ist es dann deine Aufgabe die Daten von defekten Geräten zu retten und wiederherzustellen. Hier wird es immer wieder Menschen geben, deren Gerät kaputt gegangen ist und die gutes Geld dafür zahlen, die vorhandenen Daten vom Gerät zu retten.

Der Markt ist hart umkämpft

So gut sich die eben eröffneten Perspektiven anhören mögen, so umkämpft ist aber auch der Markt. Oft streiten sich die erfahrenen und schon bekannten Firmen um die wirklich lukrativen Kunden. So ist es schwierig als Neuling einzusteigen. Dir fehlt das Netzwerk und du hast noch keinen Namen, den man mit Qualität verbindet. Dieses Problem hat man überall, aber in dieser Branche ist es umso schwerwiegender.
Um dich von der Konkurrenz abheben zu können, müsstest du Innovationen bringen, was in diesem Sektor aber kaum – bis eher gar nicht – möglich ist. Die einzig logische Konsequenz ist Preis-Dumping, was oft die Qualität beeinträchtigt und dazu führt, dass sich der Markt wieder anpasst.

Digitalisierung nutzen – Freund und Feind

Auf der einen Seite ist die Digitalisierung ein Segen für den Computer-Service, denn die Technik, spielt eine immer größere Rolle im Leben der Menschen. Auf der anderen Seite werden die normalen, alltäglichen Geräte immer nutzerfreundlicher und somit wird der Service in vielen Bereichen einfach unnötig. Außerdem ist es unökonomisch für 20 Euro zu einem Kunden zu fahren, der 10-15 km weit weg wohnt.

Um diesem Problem vorzubeugen, versuchen sich schon jetzt einige Unternehmen daran, einen digitalen Computer-Service zu etablieren. Es sollen gleichwertige Dienstleistungen erbracht werden, die eben nicht ortsgebunden stattfinden, sondern auch aus der Ferne anwendbar sind. Inwieweit dieses Geschäftsmodell sich durchsetzt, ist schwer zu sagen. Und auch ob der Computer-Service nicht irgendwann durch noch weitere Vereinfachungen abgeschafft wird, steht in den Sternen.

Fazit

Die Technik entwickelt sich immer weiter und dementsprechend ist es auch wichtig, sich dem anzupassen. Die klassischen Computer-Service Läden werden es immer schwieriger haben, sich gegen die fortschreitende Digitalisierung zu behaupten. Wichtig ist also, dass man neue Konzepte entwickelt und sich so auf die Bedürfnisse der Kunden einstellt. So ist es durchaus möglich, sich beispielsweise auf die Reparatur von Smartphones und Laptops zu spezialisieren, da diese einfach häufiger genutzt werden als die klassischen Computer. Auch die Spezialisierung auf die Rettung von Daten kann ein sehr erfolgsversprechendes Geschäftsmodell sein, da es immer Menschen gibt, die ihre Daten von kaputten Geräten retten wollen.

Über den Autor

Sven Graf

Hi, mein Name ist Sven Graf, ich bin 18 Jahre alt und Jungunternehmer.
Ich bin in der Texterstellung tätig und ganz besonders unterstütze ich Unternehmen, aber auch Privatpersonen, dabei Ihre Projekte bzw. ihren Online-Auftritt zu optimieren / umzusetzen.

Eine Antwort

  1. Es gab nie mehr Computer im Einsatz als heute, Da ist auch weiterhin der Bedarf an fachlicher Unterstützung und ein guter IT-Dienstleister wichtiger denn je.
    Genau wie im Artikel beschrieben geht es dabei nicht nur darum, einfach nur den nächsten Computer Service im Ort zu gründen, sondern sich eine klare Positionierung herauszuarbeiten.
    Wer gut ist und auch gern mit Kunden arbeitet, hat nach wie vor eine gute Chance am Markt erfolgreich zu sein.

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