Das sind die Ergebnisse der Global Talent Study

Arbeitsmarkt-Studie: Diese Länder sind für Arbeitssuchende attraktiv

Bei der internationalen Arbeitsmarkt-Studie „Global Talent Study“ wurden im vergangenen Oktober 2020 die Angaben von über 208.000 Arbeitnehmenden und Jobsuchenden analysiert sowie miteinander verglichen. Die Befragten stammten aus 190 Ländern und wurden zu deren Arbeitsgewohnheiten und -bedürfnissen befragt. Ein 40 Fragen umfassender Fragebogen behandelte die verschiedensten Themen rund um „Arbeit im Ausland“. Im Folgenden werden die Ergebnisse der Studie in Zusammenarbeit zwischen Boston Consulting Group, The Network und JobCloud vorgestellt.

Besonders überraschend war in diesem Jahr, dass die USA zum allerersten Mal nicht mehr als Nummer 1-Ziel weltweit gilt. Stattdessen führt Kanada die Liste an, gefolgt von den USA und anschließend Australien. Zusätzlich nehmen der Trend und die Bereitschaft, für einen neuen Arbeitgeber das Heimatland zu verlassen, weiterhin stark ab. Allerdings entwickelt sich unter den Arbeitnehmenden eine immer größere Bereitschaft, virtuell und mit geografischer Distanz für eine fremdländische Firma zu arbeiten. Diese neue digitale Flexibilität ist eine große Chance für digitale Geschäftsmodelle: Sie ermöglicht den Arbeitgebern wieder einen umfangreichen Zugriff auf das globale Experten-Verzeichnis.

Doch welches sind laut der Studie die Top-10 attraktivsten Zielländer weltweit? Wie gestaltet sich die Bereitschaft zur globalen Anpassungsfähigkeit? Welche bevorzugten Destinationen haben die Deutschen? Und in welchen Ländern macht es sich für Konzerne besonders bezahlt, nach neuen Arbeitskräften Ausschau zu halten?

Die attraktivsten Arbeitsmärkte der Welt

Die Rangliste der attraktivsten Arbeitsmärkte der Welt wird von englischsprachigen Staaten angeführt. Die wahrscheinlich größte Überraschung in diesem Jahr: Kanada übernimmt für die USA Platz 1. Italien und Spanien konnten beide dagegen zum ersten Mal seit 2014 keinen Platz unter den Top 10 im Ranking ergattern. Die Arbeitsmärkte asiatischer Länder, wie Japan oder Singapur, sind attraktiver geworden.

Die zehn aktuell beliebtesten Nationen für eine Arbeit im Ausland sind:

  1. Kanada
  2. USA
  3. Australien
  4. Deutschland
  5. UK
  6. Japan
  7. Schweiz
  8. Singapur
  9. Frankreich
  10. Neuseeland

Schweiz verbessert sich als einziges Land Europas

Während die Arbeitsmärkte vieler europäischer Staaten wie Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien an Anziehungskraft einbüßen müssen, lohnt sich der Fokus auf die Schweiz: Ihr gelingt es als einziges Land Europas, im Top 10 Ranking aufzusteigen. So wird die Schweiz aus der Befragung von 2020 zum siebtbeliebtesten Land für ausländische Arbeitssuchende ernannt und überholt damit sogar Frankreich. Wenn du an einem Firmensitz in der Schweiz interessiert bist, kannst du also sicher sein, auch dort qualifizierte potenzielle Mitarbeiter anzuziehen.

Die Schweiz ist vor allem bei Arbeitnehmern aus angrenzenden Ländern sowie aus dem Balkan beliebt. Die beliebtesten Firmen sind aktuell Cisco Systems, die UMB AG sowie Rackspace International GmbH – wobei auch andere Branchen, wie etwa die Online Gaming- und ganz besonders Online Casino-Branche ziemlich auf dem Vormarsch sind. Darunter sind zahlreiche beliebte Anbieter, wie beispielsweise das Bahigo Schweiz, die zukünftig mit Sicherheit ebenfalls einen Platz im Ranking finden werden.

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Den Hauptgrund für den positiven Trend und den Aufstieg auf der Beliebtheitsskala sieht Davide Villa, CEO von JobCloud in der Tatsache, „dass die Schweiz in der allgemeinen Wahrnehmung mit der aktuellen (…) Krise besser umgeht als andere europäische Länder. Das Gesundheitswesen ist auch trotz hoher Fallzahlen nicht kollabiert und die Schweizer Wirtschaft kommt in weltweiten Krisen gewöhnlich besser davon“.

Rückgang der internationalen Mobilität

Du solltest Dir bewusst sein, dass die die Bereitschaft zu einem Umzug ins fernere Ausland bei den Arbeitnehmern sinkt. Während in der Befragung von 2014 noch etwa 64 Prozent der Befragten einer Beschäftigung fernab der Heimat zugeneigt waren, sank die Zahl bereits 2018 auf circa 57 Prozent und in der Umfrage 2020 schließlich sogar auf knapp 50 Prozent. Demnach wären vor sieben Jahren noch fast zwei Drittel der Arbeitssuchenden für einen neuen Arbeitgeber ins Ausland umgezogen. Mittlerweile ist jeder zweite nicht mehr dazu bereit, das Heimatland für einen Job zu verlassen.

Die geringere Bereitschaft zur globalen Mobilität fordert die Arbeitsmärkte des jeweiligen Landes aufgrund des demographischen Wandels sowie des größer werdenden Fachkräftemangels heraus. Denn um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und sich weiterentwickeln zu können, brauchen alle Unternehmen ausländische Sachverständige. Wenn du also Personal mit entsprechenden Qualifikationen einstellen willst, musst du besonders attraktive Arbeitsbedingungen schaffen.

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International gesehen nimmt die Mobilität zwar ab, jedoch nimmt zeitgleich die Bereitschaft zu, Ländergrenzen virtuell zu überschreiten: 57 Prozent der befragten Personen gaben in der Studie an, dass sie mittels entsprechender Technologien für eine ausländische Firma tätig werden würden. Die digital Mobilen übersteigen die Umzugsbereiten also um sieben Prozentpunkte.

ArbeitsmarktQuelle: metamorworks - istockphoto.com

Diese Entwicklung kommt den Firmen zugute: So ermöglicht die virtuelle Zusammenarbeit unabhängig von geografischen Grenzen einerseits den Firmen, das Potenzial ausländischer Fachkräfte weiterhin zu nutzen. Andererseits gibt sie Menschen die Möglichkeit, ihre beruflichen Kenntnisse auf einem ausgedehnteren und überstaatlichen Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen. Diese neue Form wird die Mobilität der Zukunft sein und sowohl Unternehmen als auch Arbeitssuchende werden sie zunehmend für sich entdecken. Denn dass das Arbeiten von Zuhause aus funktioniert und die Mitarbeiter sogar zufriedener macht, hat das letzte Jahr bewiesen.

Erfolgskongress

Deutschland als Auslandsziel für Arbeitnehmende

Weltweit ist und bleibt Berlin die beliebteste Stadt, wenn es um einen neuen Arbeitsplatz in Deutschland geht. Auf der internationalen Liste erreichte die Hauptstadt Position vier in der Attraktivität und ist damit nur einen Rang unter das Ergebnis aus dem Jahr 2018 gerutscht. Vor allem sehr gut ausgebildete Fachkräfte ziehen Berlin vor: bei Masteranden und Doktoranden liegt die Stadt auf Platz zwei.

Explizit haben insbesondere die Türkei sowie Italien weiterhin eine große Bedeutung als Fachkräftemarkt für deutsche Unternehmen. In der Türkei ist Deutschland unter den Top Ten der Länder mit den attraktivsten Arbeitsplätzen. Bei einer Bevölkerung von über 80 Millionen stehen demnach dem deutschen Arbeitsmarkt besonders viele türkische Arbeitnehmende potenziell zur Verfügung. Ähnliches Potenzial bietet Italien mit gut 60 Millionen Einwohnern. Wo gut jeder vierte Befragte für einen Arbeitsplatz nach Deutschland ziehen würde.

Ebenfalls einen großen Talente Pool bieten die riesigen und mobilitätsaffinen Märkte Brasilien und Indien. Vor allem im Fachkräftepotenzial für die deutsche Wirtschaft sind diese ebenfalls ganz vorne zu nennen.

Die Beliebtheit Deutschlands bei Arbeitnehmenden aus aller Welt bedeutet eine gute Grundlage für dein Unternehmen, wenn du grenzüberschreitend nach Fachkräften suchst. Platz vier in der weltweiten Liste im Jahr 2014. Platz zwei 2018 sowie ebenfalls Rang vier bei der letzten Studie 2020 sind ausgezeichnete Ränge. Dennoch geben diese Positionierungen den deutschen Arbeitgebern keinen Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn die Arbeitssuchenden werden anspruchsvoller und wünschen sich ein Höchstmaß an Flexibilität.

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