Bonpflicht Start-Up AlternativenQuelle: Sabine van Erp/Pixabay

Trotz Bonpflicht sollen die ausgedruckten Kassenzetteln verschwinden.

Seit Anfang des Jahres müssen alle Händler und Wirte ihren Kunden einen Bon ausdrucken. Die sogenannte Bonpflicht ist nicht nur aufwändig, sie belastet auch die Umwelt. Doch es gibt Startups, die genau diese Probleme in eine kreative Geschäftsidee umwandeln.

An der Supermarktkasse einen Kassenzettel mitnehmen, das kommt häufig vor. Doch bei jedem Brötchenkauf beim Bäcker einen Bon bekommen, das ist neu und Pflicht für Händler sowie Wirte seit der Änderung des sogenannten Kassengesetzes. Die Kunden erhalten den Bon auf Thermopapier und das gilt als besonders umweltschädlich.

Grund für die Bonpflicht: Mehr Transparenz

Bei all den Diskussionen taucht schnell eine entscheidende Frage auf: Warum existiert die Bonpflicht überhaupt? Als offiziellen Grund hat die Regierung den Kampf gegen Steuerhinterziehung angegeben. Ein Bon gilt also als Beweisstück für jeden verdienten und somit versteuerten Euro. Diese neue Regelung gilt für alle Händler und Wirte, eine Ausnahme gibt es nur für Kleinstbetriebe. Diese müssen keine Bons ausstellen, wenn sie auf elektronischen Kassen verzichten. Wichtig ist, dass die Erstellung der Quittungen zwar immer Pflicht ist, das Ausdrucken dagegen aber nicht. Diese Tatsache eröffnet wiederum viele Möglichkeiten für digitale Anwendungen.

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Ersetzen Apps die Papierbons?

Das aktuelle Problem haben viele App-Programmierer erkannt und fleißig kleine Helfer entwickelt. Die Apps heißen Wunderbon, Anybill, Grüner Bon oder Epap. Dabei funktionieren sie nach einem ähnlichen Prinzip: Ein Bon wird von der Kasse in einen QR-Code umgewandelt und dann auf dem Smartphone gespeichert. Mal gibt es ein Kundenkonto, mal funktioniert die Verwendung auch ohne Anmeldung. Persönliche Daten müssen somit nicht zwingend gespeichert werden. Die Gründer von Epap verstehen diese Maßnahme auch als Werbebotschaft. Die App beachtet die Bonpflicht ohne die Umwelt zu belasten und das kommt bei den Kunden an, Unternehmen könnten mit der App werben. Allerdings verlangen die Entwickler der Bonpflicht-Apps von den Händlern eine Nutzungsgebühr. Zusätzlich müsste sich jeder Kunde nach aktuellem Stand viele verschiedene Apps downloaden, um trotz Bonpflicht den Laden ohne Zettel zu verlassen.

Green Bill: Digital ohne App-Download

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Unternehmen Green Bill. Allerdings ohne den vielleicht für manche sehr lästigen App-Download. Im Fokus des Start-Ups aus Schwaben in der Nähe von Göppingen steht eine Box. Dieser Mini-Computer wird über LAN mit dem Kassensystem verbunden. Dann erscheint der Bon als QR-Code auf dem Display eines Tablets. Die Kunden können diesen Code abscannen und die Quittung danach abspeichern. Wird der Code nicht verwendet, lässt er sich sofort löschen. Das System erfüllt somit die Bonpflicht, braucht jedoch keine Registrierung und speichert auch keine persönlichen Daten. Für die Nutzung verlangen die Gründer eine Gebühr, es lassen sich aber mit einer Box mehrere Kassen gleichzeitig verwenden.

Admin will mehr als die Bonpflicht umgehen

Wer kein Problem mit der Angabe persönlicher Daten hat, für den ist Admin eine praktische Alternative. Nach der Registrierung bekommen die Nutzer nicht nur die Möglichkeit die Bonpflicht ohne Kassenzettel zu befolgen. Vielmehr handelt es sich bei der App um eine Erleichterung der digitalen Buchhaltung. Es können Ordner erstellt, benannt und freigegeben werden. Somit haben dann auch Freunde und Kollegen Zugriff auf die Kassenzettel, die in Kategorien wie zum Beispiel „Sport“ und „Arbeit“ organisiert sind. Das System registriert dann die eingegebenen Daten und macht auch Vorschläge zur Steuererklärung. Die Quittungen lassen sich wiederum direkt an das Finanzamt weiterleiten. Übertragen werden sie theoretisch von der Kasse kontaktlos über NFC. Ob das in der Praxis funktioniert, muss eine aktuelle Testphase zeigen.

Fazit: Viele digitale Alternativen für die Bonpflicht

Die Bonpflicht bleibt, deshalb ergeben sich für Startups viele Möglichkeiten für den digitalen Umgang mit dem Gesetz. Auf lange Sicht wird sich nur ein Angebot richtig durchsetzen. Welche App oder anderes System sich behaupten kann, ist schwer zu erahnen. Der Faktor Umweltschutz wirkt dabei zwar überzeugend, am Ende setzt der Kunde dann wohl aber besonders auf Schnelligkeit und eine einfache Verwendung.

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