Bitcoins
Laut den neuesten Studien und Berechnungen verbraucht das Erzeugen bzw. „Schürfen“ von Bitcoins mehr Energie als ganz Dänemark. Forscher mahnen und raten aufgrund der dadurch entstehenden massiven Umweltbelastungen zum Umdenken.

Was sind Bitcoins eigentlich genau?

Ein Bitcoin (englisch für „digitale Münze) ist ein digitales Zahlungsmittel und versteht sich als sogenannte Kryptowährung. Gleichzeitig bezeichnet der Begriff auch das weltweit verwendbare Buchungssystem sowie die vereinfachte Bezeichnung der kryptografischen Zuordnung von Arbeits- oder Rechenaufwand. Überweisungen können so über das World Wide Web und einen Zusammenschluss von Rechnern über spezielle Peer-to-Peer Anwendungen abgewickelt werden. Somit wird kein Bankverkehr notwendig. Der Wert eines Bitcoins bestimmt sich nach Angebot und Nachfrage. Grundlegende Informationen zum Thema Bitcoins sowie zu Kryptowährungen allgemein können auch auf gevestor.de nachgelesen werden.

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Anfänge des Bitcoin-Zahlungssystems

Erstmals wurde es im November 2009 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto in einem Dokument veröffentlicht. Das Bitcoin Netzwerk basiert auf einer von verschiedenen Teilnehmern verwalteten
dezentralen Datenbank (der sogenannten Blockchain), in welcher alle Zahlungsvorgänge verzeichnet werden. Bedingung für die Teilnahme ist der Betrieb eines Bitcoin-Nodes.

Sicherheit wird gewährleistet, indem kryptographische Techniken wie beispielsweise digitale Signaturen angewandt werden. So wird sichergestellt, dass Transaktionen nur vom jeweiligen Eigentürmer durchgeführt werden können und Geldeinheiten nicht mehrfach verwendet oder ausgegeben werden können.

Die Währungseinheiten werden durch Lösung kryptographischer Aufgaben, das sogenannte Mining bzw. Schürfen geschaffen. Die Miner erzeugen dabei nicht nur neue Geldeinheiten, sondern hängen an die Blockchain neuen Geldeinheiten. Als Belohnung erhalten sie dafür neue Bitcoins.

Wie funktioniert das Bitcoin Mining?

Um genau verstehen zu können, warum Bitcoin Mining immer aufwendiger wird bzw. sehr viel Energie verschlingt, muss man erst den Prozess des Minings erklären.

Menschen transferieren Bitcoins über das Netzwerk und wickeln Transaktionen ab. Diese werden gesammelt und in einer Liste, dem sogenannten Blockchain zusammengefasst. Es ist der Job des Miners die Transaktion zu bestätigen und in einem dafür vorgesehenen Kontobuch einzutragen. Entlohnt wird der Miner mit einer Bitcoin Transaktionsgebühr.

Bitcoin Mining

Ein Kontobuch ist eine lange Liste aller Blocks. Wann immer ein neuer Block erzeugt wird, wir dieser einem Blockchain hinzugefügt. Das ergibt eine schier endlos lange Liste aller jemals getätigter

Transaktionen. Die Liste an Transaktionen ist für jedermann einsehbar, wer die Transaktion durchgeführt hat, allerdings nicht. Das bedeutet, Bitcoin ist transparent und anonym zugleich.

Um sicherzustellen, dass die Blockchain intakt bleibt und nicht manipulierbar ist, benötigt es die Miner. Wenn eine Transaktion generiert wird, lassen die Miner diese durch einen Prozess laufen und wenden darauf eine mathematische Formel an, die die Transaktion in einen kurzen Code aus Buchstaben und Zahlen umwandelt. Dies wird auch Hash genannt. Der sogenannte Hash wird am Ende der Blockchain aufbewahrt.

Der Wettkampf der Miner um die Bitcoins

Die Miner konkurrieren bei der Suche nach Blocks miteinander. Wird ein Hash von einem Miner erzeugt, erhält er derzeit 12 Bitcoins. Die Blockchain erhält dadurch ein Update und jeder erfährt davon. Das Erzeugen der Hashs ist grundsätzlich sehr einfach. Das Bitcoin Netzwerk muss es daher schwieriger machen, damit nicht alle Blocks innerhalb von ein paar Stunden geschürft sind. Das Bitcoin Protokoll macht es den Minern durch Einführung eines Arbeitsnachweises absichtlich schwieriger. Damit wird nicht jeder Hash akzeptiert, er muss vielmehr ein bestimmtes Aussehen haben – beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Nullen am Anfang.

Mining erfordert enormen Energieeinsatz

Das Schürfen von Bitcoins ist extrem rechenintensiv und verbraucht daher große Mengen an elektrischer Energie. Wegen der möglichen ökologischen Schäden steht der Bitcoin daher in der Kritik. Angesichts dieser enormen Energieaufwände beim digitalen Schürfen von Bitcoins haben Forscher vor den Folgekosten für die Umwelt gewarnt. So zeigt eine neue Studie vom Oak Ridge Institute of Science and Education, dass die Herstellung der Kryptowährung aktuell mehr Energie verbraucht als Dänemark. Diese neue Bitcoin Industrie verbraucht mehr Energie als viele Länder.

Die in der Zeitschrift Nature Sustainability veröffentlichte Studie zeigt, dass für das Mining von Bitcoins bis Mitte 2018 mehr als 30 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht wurden. Im Vergleich dazu verbrauchen viele Länder diese Energie nicht einmal während eines gesamten Jahres. So verbraucht beispielsweise ganz Dänemark im Jahr 2015 vergleichsweise 31 Milliarden Kilowattstunden.

Diese Erkenntnisse und die Warnungen der Forscher und Kritiker des Bitcoins sind nicht neu. Es zeigt sich in letzter Zeit allerdings, dass der Verbrauch an Mining-Leistung schneller steigt als erwartet bzw. in den Jahren zuvor. So hatte Anfang 2016 beispielsweise der niederländische Forscher Sebastian Deetman den Energieverbrauch des Bitcoin Minings für die Zukunft vorausberechnet. Laut seinen Berechnungen wäre der Energieverbrauch für das Schürfen der Bitcoins auch im Jahr 2020 noch deutlich unter dem Energieverbrauch Dänemarks gelegen.

Der Bitcoin als Klimakiller

Die Plattform Digiconomist berechnet den gesamten Stromverbrauch für den Bitcoin jährlich mit mehr als 73 Terawattstunden und ist somit größer als der Energieverbrauch von Österreich. Dieses

Ergebnis ist mehr als dreimal so hoch wie noch im Vorjahr und hatte damit im Jahr 2017 bereits Länder wie Nigeria und Irland übertroffen.

Weiter beschreiben Wissenschaftler das Szenario, dass bei der Herstellung von Bitcoins – sollte sich am Verbrauch nichts ändern – genug CO2 frei wird, um die globale Erwärmung in den nächsten 30 Jahren auf mehr als 2 Grad zu treiben.

Eine weitere Studie zeigt, dass der Energieaufwand in Megajoule für das Schürfen eines Bitcoins dreimal höher ist als für die Gewinnung von Gold, Platin oder Kupfer. Einzig bei der extrem energieintensiven Herstellung von Aluminium fällt die Energiebilanz noch schlechter aus.

Mining – Ertrag vs. Stromkosten

Auch wenn die Anforderungen und der Aufwand für das Mining stets ansteigen, kann man als Privatperson einsteigen. Das liegt daran, dass es die Möglichkeit gibt, dass mehrere Miner gleichzeitig an einem Block arbeiten und die Belohnung dann anteilsmäßig aufteilen. Hierzu schließen sich die Miner zu sogenannten Mining Pools zusammen. Dies bietet für Miner den Vorteil, dass der Mining-Ertrag berechenbarer und regelmäßiger wird. Allerdings verlangen die speziellen Anbieter hierfür Gebühren. Wichtig ist beim privaten Mining vor allem die Leistung der Grafikkarte. Auf diversen Online Plattformen finden sich zudem spezielle Produkte, die entsprechend effizient sind. Allerding ist der Mining Ertrag nicht mehr so gut wie noch vor ein paar Jahren. Gerade in Ländern wie Österreich und Deutschland, wo die Stromkosten relativ hoch sind, ist der Ertrag im Verhältnis zu den Energiekosten für das Mining nicht mehr sehr befriedigend, weshalb immer mehr private Miner das Feld spezialisierten Unternehmen überlassen.

 

 

 

 

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