Wer auf eine Betriebshaftpflicht-Versicherung verzichtet, geht ein existenzbedrohendes Risiko ein. Mache das nicht! Du kannst selbst bei noch so sorgfältigem Arbeiten nicht ausschließen, dass du (oder Mitarbeiter) einen Sach- oder Personenschaden verursachst.
Der kommt dich ohne Versicherung teuer zu stehen – nicht selten mit 6-stelligen Beträgen. Worauf du achten musst, damit du ausreichend und gut versichert bist und warum du vor den Werbeversprechen „Haftpflichtversicherung ab 4,61 €“ aufpassen solltest, ließt du auf den folgenden Seiten.

Warum du eine Betriebshaftpflicht- Versicherung brauchst

 Risiko: Haftung in unbegrenzter Höhe

Wer einem anderen widerrechtlich einen Schaden zufügt, ist zum Ersatz des Schadens verpflichtet. Diese Haftungsgrundpflicht gemäß § 823 BGB gilt in unbegrenzter Höhe und bereits bei leichter Fahrlässigkeit.

  1. „Muss“: Privathaftpflicht- Versicherung
    Zur Absicherung der Risiken des täglichen Lebens gehört die Privathaftpflicht-Versicherung für jeden Einzelnen, ob im Single- oder im Familienhaushalt, zu den unbedingt notwendigen Versicherungen. Jeder sollte auch prüfen, ob im privaten Bereich Risiken bestehen, die seine Privathaftpflicht-Versicherung nicht abdeckt (z.B. bestimmte Hobbys, vermietete Immobilien, ehrenamtliche Tätigkeiten). Schließe dafür – soweit erforderlich – ergänzenden Versicherungsschutz ab.
  2. „Muss“: Betriebshaftpflicht- Versicherung
    Auf keinen Fall im Rahmen der Privathaftpflicht mitversichert sind Risiken aus der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit. Eine Betriebs- oder Berufshaftpflicht-Versicherung zählt deshalb für dich als Unternehmer zu den unbedingt erforderlichen Versicherungen.

Versicherer verwenden Bezeichnungen für beruflich bedingte Versicherungen nicht einheitlich:

Als „Betriebshaftpflicht-Versicherung“ werden meist Versicherungen für Unternehmen bezeichnet.

Der Begriff „Berufshaftpflicht-Versicherung“ wird oft verwendet, wenn es um selbstständige Personen geht.

Bei einer „Bürohaftpflicht-Versicherung“ sind hingegen meist nur allgemeine Betriebsrisiken versichert, nicht aber die für Ihren Beruf bzw. Betrieb spezifischen Risiken aus der konkreten Tätigkeit. Diese Versicherung reicht also in der Regel nicht.

SPAR-TIPP

Privathaftpflicht-Versicherung einschließen!
Häufig kann deine private (Familien-)Haftpflicht-Versicherung in die betriebliche eingeschlossen werden – beitragsfrei oder mit einem relativ geringen Beitragsanteil. Erkundige dich aber genau, ob der Umfang der privaten Versicherung ausreicht und nicht etwa „abgespeckt“ ist.

Die Leistung einer Haftpflicht-Versicherung besteht im Wesentlichen aus 3 Bestandteilen:

  1. Prüfung deiner Haftung
    Prüfung der Haftungsfrage: Der Versicherer untersucht, ob du für einen Schaden nach den gesetzlichen Bestimmungen haftest. Hierfür musst also keinen eigenen Rechtsanwalt einschalten.
  2. Abwehr unberechtigter Ansprüche
    Abwehr unberechtigter Ansprüche: sogenannte Rechtsschutz-Funktion der Haftpflicht-Versicherung; die erforderlichen Kosten für die Abwehr im Grunde oder der Höhe nach unberechtigter Ansprüche trägt der Versicherer (z.B. Anwalts-, Sach- verständigen- und Gerichtskosten etc.) – und der bekommt sie bei einem „Sieg“ von deinem Gegner zurück.
  3. Ausgleich berechtigter Ansprüche
    Ausgleich berechtigter Ansprüche, soweit Versicherungsschutz besteht: Der Versicherer übernimmt die Rechtsverfolgungskosten (Anwälte, Sachverständige, Gericht etc.) sowie den von dir zu leistenden Schadenersatz bis zur im Versicherungsvertrag vereinbarten Deckungssumme.

Voraussetzung: Versicherungsschutz!
Beachte: Von allen 3 Leistungsbestandteilen profitierst du aber nur, wenn für die Handlung oder Tätigkeit, die zu dem Schaden geführt hat, überhaupt Versicherungsschutz besteht!

Wofür Versicherungsschutz besteht

Auf die Betriebsbeschreibung kommt es an

Es gibt keine Betriebs- oder Berufshaftpflicht-Versicherung, die alle denkbaren Risiken abdeckt. Der Versicherungsschutz erstreckt und beschränkt sich stets auf den im Vertrag festgelegten Betriebsbereich:

  • Gebe im Versicherungsvertrag nur deine Branche an, ist der Versicherungsschutz auf die branchenüblichen Tätigkeiten beschränkt.
  • Oft wirst du aber auch Dinge tun, die anderen Branchen zuzuordnen sind. Die sind nur dann mitversichert, wenn sie im Versicherungsschein dokumentiert sind.

Betriebsbeschreibung ist entscheidend
Das heißt für dich: Die im Versicherungsschein aufgeführte Betriebsbeschreibung muss ein genaues Abbild deiner sämtlichen beruflichen und unternehmerischen Tätigkeiten sein. Achte bereits beim Abschluss der Versicherung darauf, bzw. prüfe diesen Punkt jetzt!

Änderungen melden
Melde dem Versicherer jegliche Änderung. In der Regel wird der Versicherer einmal jährlich (oft in Verbindung mit der Prämienrechnung) bei dir nachfragen, ob sich im abgelaufenen Jahr neue Risiken ergeben haben und du dafür Versicherungsschutz wünschst. Änderungen in bestimmtem Umfang sind zwar zunächst mitversichert („Vorsorgeversicherung“).
Hierfür erreichst du einen dauerhaften Versicherungsschutz aber nur durch eine vertragliche Vereinbarung, die in Form eines Nachtrags zu Ihrem Versicherungsschein dokumentiert wird.

Mitarbeiter und Zusammenschlüsse sind einzubeziehen    

Mitarbeiter erwähnen
Als Einzelunternehmer bist selbst im Versicherungsschein aufgeführt. Der Versicherungsschutz erstreckt sich nur dann auch auf Handlungen deiner möglicherweise vorhandenen Mitarbeiter, wenn du angegeben hast, dass und welche Mitarbeiter du beschäftigst (nicht den/die Namen nennen, sondern die Funktion; Beispiel Malermeister: 1 Geselle, 1 Auszubildender, 2 Büro-Aushilfen).

Haftung aus Zusammenschlüssen
Beauftrage Subunternehmer oder erbringe Ihre Leistungen im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft oder eines Konsortiums (= GbR zur Erledigung eines bestimmten Geschäfts)? Die gemeinschaftliche oder gesamtschuldnerische Haftung, die in solchen Fällen entsteht, ist in Standard-Versicherungskonzepten nicht ausreichend abgedeckt! Erweitere deinen Versicherungsschutz, bevor du entsprechend tätig wirst!

Die Versicherung zahlt nur, wenn Sie aufgrund gesetzlicher Bestimmungen haften
Gewährleistung
Schuldest du einem Kunden im Rahmen deiner Gewährleistungspflicht Schadenersatz, weil deine Leistung mangelhaft war, tritt dein Versicherer nicht dafür ein

Vertragliche Haftungseinschränkungen
Ein weiterer häufiger Praxisfall: Schränkt einer deiner Vertragspartner seine Haftung vertraglich ein, sodass du ihn für einen von ihm verursachten Schaden nicht in Haftung nehmen kannst, gleicht deine Betriebshaftpflicht-Versicherung auch diesen Schaden nicht aus.

Das sollte dir vor allem dann klar sein, wenn du Subunternehmer beauftragst.

Zum Beispiel
Haftung für Subunternehmer:
Der Gärtner Tom Felten bepflanzt im Kundenauftrag eine Außenanlage. Es fallen dabei auch Pflasterarbeiten an, mit denen er eine befreundete Baufirma als Subunternehmer beauftragt. Die Baufirma hat über ihre AGB mit Tom Felten vereinbart, dass sie nur für Schäden durch grobe Fahrlässigkeit haftet. Nun verursacht der Mitarbeiter der Baufirma beim Kunden einen Schaden durch einfache Fahrlässigkeit. Tom Felten haftet dem Kunden dafür. Er fragt seinen Betriebshaftpflicht-Versicherer, ob er dafür aufkommt. Der stellt fest, dass ein Regress gegen- über der Baufirma aufgrund der vereinbarten Haftungsbeschränkung nicht möglich ist. Somit lehnt er den Ausgleich ab. Tom Felten bleibt auf dem von ihm zu leistenden Schadenersatz sitzen.

Versicherungsschutz ggf. erweitern
Haftungsbeschränkende Klauseln (z.B. Regressverzicht oder die Einschränkung der Haftung für einfache Fahrlässigkeit) sind in vielen Verträgen üblich und auch in Musterverträgen häufig zu finden. Wenn du so etwas akzeptieren musst, kläre mit deinem Versicherer, ob dein Versicherungsschutz erweitert werden kann.

Deine 5 wichtigsten Gestaltungsmöglichkeiten

1. Die Deckungssummen laut Vertrag sind entscheidend

Die Haftung kann Sie der Höhe nach unbegrenzt treffen. Der Versicherungsschutz ist jedoch stets auf die im Versicherungsvertrag festgelegten Deckungssummen begrenzt. Deckungssummen werden für Personen- und für Sachschäden festgeschrieben. Darüber hinaus können weitere Deckungssummen, etwa für Vermögens- oder Umweltschäden, im Vertrag stehen. Sofern ein Schaden eintritt, für dessen Ausgleich die betreffende Deckungssumme zu gering ist, haftest du als Einzelunternehmer für den darüber hinausgehen- den Schaden persönlich.

Individuelles Risiko einbeziehen
Wie hoch die Deckungssummen für Personenschäden und für Sachschäden sein sollten, hängt von der Art deines Unternehmens ab. Ein Handwerker etwa, der in den Werkhallen großer Unternehmen in einer hohen Wertkonzentration tätig ist, geht größere Risiken ein als ein Handwerker mit reiner Privatkundschaft. Ein Ladengeschäft in einem Einkaufszentrum zu unter- halten ist von der Haftung her riskanter als der Betrieb eines Versandhandels vom Home-Office aus.

ACHTUNG

3 Empfehlungen
zum Thema Deckungssummen

  1. Die Deckungssumme für Personen-und die für Sachschäden sollte mindestens je 5 Mio. € betragen.
  2. Vereinbare eine pauschale Versicherungssumme für Personen- und Sachschäden, z.B. 10 Mio. €. Dann besteht im Schadenfall bis
zu dieser Höhe Versicherungsschutz, egal ob es sich um einen Personen- oder Sachschaden handelt.
  3. Generell gilt, dass das Risiko mit steigender Schadenhöhe abnimmt. Deshalb kosten Deckungssummen von z.B. 10 Mio. € nicht wesentlich mehr als solche von 3 Mio. €. Hole mehrere Angebote ein, und vergleiche genau. Entscheiden Sie sich im Zweifel eher für die höhere Deckungssumme.

 2. Sichere Vermögensschäden bei Bedarf zusätzlich ab

Vermögensschäden infolge eines Personen- oder Sachschadens – z.B. der Verdienstausfall einer verletzten Person oder der einem Unternehmen aufgrund eines Maschinenschadens entgangene Gewinn sind im Rahmen der Personen- bzw. Sachschaden-Deckungs- summe mitversichert.

Kaum Versicherungsschutz für reine Vermögensschäden

Für reine Vermögensschäden – also z.B. finanzielle Verluste, die einem Kunden infolge einer schuldhaften Falschberatung entstanden sind – gilt das nicht. Solche Schäden sind bei den meisten marktüblichen Betriebshaftpflicht-Versicherungen gar nicht oder nur mit einer gesonderten Deckungssumme in geringem Umfang (z.B. 100.000 €) versichert. Sofern du eine (höhere) Absicherung benötigst, brauchst du eine separate Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung.

Zum Beispiel
Vermögensschäden extra versichern:
Bei beratenden Berufen (Architekten, Ingenieuren, Unternehmens- und Steuerberatern etc.) steht das Vermögensschaden-Risiko besonders im Fokus. Neben der „üblichen“ Betriebshaftpflicht-Versicherung können oder müssen diese Selbstständigen eine gesonderte Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung abschließen.

Für IT-Dienstleister gibt es Versicherungen, in denen das versehentliche Löschen von Daten und der daraus resultierende Vermögensschaden abgedeckt sind.

Jeder, der Produkte in Umlauf bringt, haftet für von diesen verursachte Schäden – teilweise auch ohne Verschulden. Personen- und Sachschäden sind dann im Rahmen der in der Betriebshaftpflicht-Versicherung vereinbarten Deckungssumme abgedeckt. Für den Ersatz eines darüber hinausgehenden Vermögensschadens (z.B. Kosten für den Ausbau fehlerhafter Teile, Mangelfolgeschäden und Fehlsteuerungen von Maschinen etc.) muss der Versicherungsschutz erweitert werden.

3. Bedenke die Folgen besonders teurer Umweltschäden

Umweltschäden sind Schäden, die Ihr Betrieb an der Umwelt verursacht (z.B. am Nachbargrundstück und -gebäude, Kanalsystem, Stromversorgung etc.). Das Ausmaß kann beträchtlich sein – denken Sie z.B. an übergreifende Feuerschäden, Wasser- und Abwasserschäden oder solche durch Explosionen.

Sachschaden- Deckung greift hier nicht
Die meisten Betriebshaftpflicht-Versicherungen enthalten eine Umwelt-Basisversicherung. Prüfe die und die hierfür bestehende Deckungssumme.

In deinen Versicherungsbedingungen ist festgelegt, was eine solche Umwelt-Basisversicherung nicht mehr deckt. Hierfür brauchst du ggf. weitere Um- welthaftpflicht-Bausteine (z.B. wenn du mit der Planung, Herstellung, Lieferung, Montage oder Wartung von Maschinen und Anlagen wie Heizungsanlagen zu tun haben oder mit umweltgefährdenden Stoffen umgehen). Lese die Vertragsbedingungen also genau!

4. Verhandele über Einschlüsse und Sublimits

Die in deinem Versicherungsvertrag genannten Deckungssummen stehen nicht in jedem Schadenfall in voller Höhe zur Verfügung. Im „Kleingedruckten“ sind bestimmte Sachverhalte vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, oder es gelten hierfür geringere Deckungssummen, sogenannte Sublimits.

Einschränkungen aufspüren
Eine hohe Sachschaden-Deckungssumme hilft dir also nichts, wenn diese durch versteckte Ausschlüsse und Sublimits wieder eingeschränkt wird! Verlasse dich deshalb nicht darauf, dass der Versicherer dir sagt, er hätte spezielle Bedingungen für deine Branche ausgearbeitet:

  • Prüfe deinen Vertrag – auch im Kleingedruckten.
  • Im Zweifel lasse dir die Ausschlüsse und Sublimits erläutern, damit du später keine  bösen Überraschungen erlebst.

Über bessere Bedingungen verhandeln

Natürlich kannst du über Einschlüsse und/oder höhere Sublimits auch verhandeln. Die folgenden beiden Punkte durchzusetzen, ist für die meisten Unternehmer sehr wichtig:

  1. Verlange Versicherungsschutz für Bearbeitungsschäden – auch Tätigkeitsschäden genannt –, der in Standard-Verträgen meist ausgeschlossen ist. Es handelt sich hierbei um eine wichtige Erweiterung deines Versicherungsschutzes. Bearbeitungsschäden sind solche, die du bzw. deine Mitarbeiter an fremden Sachen während der Bearbeitung, Reparatur oder Beförderung verursachen. Du musst Ersatz aus eigener Tasche leisten, wenn du hierfür nicht versichert bist.

Zum Beispiel
Ersatz für Bearbeitungsschäden einschließen:

Ein Malermeister hat den Auftrag für einen Fassadenanstrich. Verletzt dabei herabbröckelnder Putz einen Passanten, ist das versichert. Beschädigt er jedoch ein Fenster, das mit seinem Auftrag nichts zu tun hatte, ist das ein Bearbeitungsschaden. Die Versicherung übernimmt nur dann den Ersatz, wenn der Malermeister den Versicherungsschutz hierfür vereinbart hatte.

  1. Häufig sind Schäden an gemieteten Sachen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen oder im Rahmen einer Mietsachschaden-Deckung nur mit einer geringeren Deckungssumme versichert. Das gilt dann sowohl für längerfristig gemietete Sachen (z.B. Kopierer, Büroräume), als auch für Sachen und Räume, die Sie aus Anlass von Geschäftsreisen (z.B. Hotelzimmer) oder betrieblichen Veranstaltungen (z.B. Betriebsfeier, Seminar) anmieten. Versuche, deinen Versicherungsschutz in diesem Bereich zu erweitern, wenn du viel mit Mietgegenständen zu tun hast.

PRAXIS-TIPP
Das beste Modell wählen!
Bietet ein Versicherer verschiedene Modelle für deine Betriebshaftpflicht-Versicherung an (z.B. „Basis“, „Komfort“ und „Top“), unterscheiden sich diese Modelle meist gerade hinsichtlich der Ausschlüsse und Sublimits. Oft lohnt es sich für dich, den Top- Schutz abzuschließen, um wirklich rundum abgesichert zu sein. Das ist günstiger, als mit dem Versicherer über die Erhöhung einzelner Sublimits zu verhandeln.

5. Beachte den regionalen Geltungsbereich Tätigkeiten in Europa sind meist abgedeckt

Sofern du außerhalb von Deutschland tätig werden (z.B. im Rahmen von Geschäftsreisen) oder deine Produkte ins Ausland gelangen, musst du auf einen ausreichenden Geltungsbereich deiner Betriebshaftpflicht-Versicherung achten. Dass die Versicherung deine Tätigkeiten in Europa deckt, ist heute meist Standard.

Darüber hinaus kann es problematisch werden. Aufgrund der exorbitanten Haftungsrisiken sind Versicherer zurückhaltend und lassen sich Schutz für Aktivitäten – vor allem in Amerika – meist teuer bezahlen. Hole mehrere Angebote ein, und recherchiere nach einem auf deinen Auslandsmarkt spezialisierten Versicherer.

So findest du die geeignete Versicherung

Unüberschaubarer Markt
Dir ist längst klar: DIE Betriebshaftpflicht-Versicherung gibt es nicht. Die Versicherungsgesellschaften bieten eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Modellen für verschiedene Branchen- und Berufsgruppen oder für spezielle Risikoarten an. Von 4,61 € monatlich mit geringen Deckungsbeträgen bis 258 € jährlich für etwa einen kleinen Bäckereibetrieb.

Angebote sind verhandelbar
Die Versicherungsverträge sind weder normiert noch standardisiert – seit rund 20 Jahren herrscht im Versicherungsmarkt der Grundsatz der Vertragsfreiheit. Versicherungsbedingungen bieten – wie andere AGB – eine hohe Gestaltungsbandbreite. Versicherer bieten längst nicht jedem Kunden dieselbe Lösung an. Es hängt von der Marktposition und der Kenntnis jedes einzelnen Versicherungskunden ab, ob er gute oder weniger gute Versicherungsverträge erhält.

Fachkundige Hilfe einholen
Die Qualität des Versicherungsschutzes und insbesondere die Verlässlichkeit im Schadenfall – die Bewährungsprobe des Versicherungsschutzes – hängen aber in einem sehr hohen Maße von den einzelnen Vertragsbestimmungen ab. So ist dir dringend zu empfehlen, auf die bestmögliche Qualität deines Versicherungsvertrags hinzuwirken. Da du das kaum ohne fachkundige Hilfe tun kannst, solltest du dir Unterstützung holen:

Berufsverbände
Frage als Mitglied eines Berufsverbands bei deinem Verband nach, ob er dir einen Rahmenvertrag vermitteln kann, der auf deine Branche zugeschnitten ist und meist günstige Konditionen enthält. Du kannst dich jedoch nicht blind darauf verlassen, dass die Rahmenverträge von Berufsverbänden dein individuelles Risiko richtig versichern.

Versicherungsberater
Wende dich an einen – unabhängigen, gegen ein Honorar für dich tätigt – Versicherungsberater, um die für dich persönlich gut geeignete Betriebshaftpflicht-Versicherung zu finden bzw. Angebote von Versicherungsgesellschaften überprüfen zu lassen.

Versicherungsmakler
Scheue diese Kosten, gehe zu einem Versicherungsmakler deines Vertrauens. Der ist gesetzlich verpflichtet, dich nach bestem Wissen zu beraten und zu betreuen. Bedenke aber, dass der Makler von unterschiedlichen Gesellschaften und für unterschiedliche Produkte verschieden hohe Provisionen erhält, von denen er lebt. Das kann ihn in der Auswahl der von ihm vermittelten Produkte beeinflussen.

Versicherungsvertreter
Wende dich an einen Versicherungsvertreter deines Vertrauens, musst du in Kauf nehmen, dass der dir nur die Produkte „seiner“ Gesellschaft vermittelt.

So gefährdest du deinen einmal erreichten Versicherungsschutz nicht

Gesetzliche und vertragliche Pflichten erfüllen
Schließlich gilt: Auch wenn du für dich den bestmöglichen Betriebshaftpflicht-Versicherungsvertrag gefunden und abgeschlossen hast, hängt dein tatsächlicher Versicherungsschutz im Schadenfall auch von deinem Verhalten ab! Du musst alle gesetzlichen Pflichten und die aus dem Versicherungsvertrag gewissenhaft erfüllen, sonst kann der Versicherer den Ersatz eines von dir verursachten Schadens ganz oder teilweise verweigern. Die 4 wichtigsten Hinweise hierzu:

  1. Fragen korrekt beantworten
    Beantworte bei Vertragsabschluss alle schriftlich gestellten Fragen des Versicherers sorgfältig und korrekt, sonst liegt eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht vor.
  2. Gewissenhaft arbeiten
    Üben deine Tätigkeiten so gewissenhaft und sorgfältig wie möglich aus. Denn dein Versicherungsschutz erstreckt sich nicht auf vorsätzlich verursachte Schäden. Wenn du gesetzliche Pflichten oder solche aus dem Versicherungsvertrag grob fahrlässig verletzt, musst du zudem mit Abzügen bei der Entschädigung rechnen.
  3. Schadenminderungspflicht
    Nach Eintritt eines Schadenfalls musst du alles tun, um den Schaden so gering wie möglich zu halten (Schadenminderungspflicht).
  4. Unverzügliche Schadenmeldung
    Melde den Schaden unverzüglich, wenn Ansprüche an dich gestellt werden – auch, wenn du diese für unberechtigt halten. Denn es zählt ja auch zu den Aufgaben des Versicherers, dich vor unberechtigten Ansprüchen zu schützen. Wenn du dich selbst zu Ansprüchen äußerst oder diese gar anerkennst, kann das zu Problemen mit dem Versicherer führen.

 

Dieser Artikel wurde von BWRmed!a bereitgestellt.
Autor: Günter Stein (Unternehmer)

Selbstständig, BWR Med!a, VNR Verlag

Betriebshaftpflicht-Versicherung – so schützt du dein Unternehmen richtig
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