Alternativen zur Unternehmensnachfolge

Vor allem bei Mittelstandunternehmen häufen sich die Schwierigkeiten, die richtige Unternehmensnachfolge zu regeln. Studien belegen, dass fast jeder zweite Senior-Unternehmer Stand Ende 2018 noch keinen Nachfolger gefunden hat. Tendenz steigend, bedingt auch durch den demografischen Wandel in Deutschland. Hochrechnungen besagen, dass bis zum Jahr 2025 bis zu sechs Millionen Erwerbstätige weniger auf dem Markt zu finden sind. Damit sinkt natürlich auch die Zahl deren, die für eine Unternehmensnachfolge infrage kommen. Die Schwierigkeiten einen passenden Nachfolger zu finden daran festzumachen, wäre allerdings der falsche Ansatz. Es gibt noch viele weitere Gründe, die eine Einigung zwischen Firmeninhaber und Nachfolger scheitern lassen.

Emotional zu stark mit dem Unternehmen verbunden

Mehr als ein Drittel aller Senior-Chefs haben große Probleme loszulassen. Die emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen ist so stark, dass die Suche nach einem Nachfolger immer wieder auf die lange Bank geschoben wird. Ganz bewusst setzen sie bei Übernahmeverhandlungen einen Verkaufspreis für ihr Unternehmen an, der einfach viel zu hoch ist. Dieses Verhalten ist zwar nachvollziehbar, denn sich von seinem Lebenswerk zu verabschieden ist sehr schwer. Doch je länger gewartet wird, desto mehr steigen die Gefahren. Vor allem in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung steigen Risiken vor allem bei gewachsenen Unternehmen. Trends und Fortschritte finden weniger bis gar keine Beachtung und damit sinkt der Wert und die Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens. Positiv zu bewerten ist immerhin, dass der Anteil an Interessenten für eine Unternehmensnachfolge unverändert hoch ist. Das Unternehmertum hat nicht an Reiz verloren, auch wenn viele Unternehmen keinen leichten Stand haben.

Unternehmensnachfolge mit professioneller Unterstützung

Die Unternehmensnachfolge zu regeln ist kein einfacher Prozess. Vielmehr muss dieses Unterfangen von langer Hand gründlich vorbereitet werden. Aus diesem Grund ist auch empfehlenswert, sich für diesen Prozess eine professionelle Unterstützung an seine Seite zu holen. Spezialisierte Unternehmen bieten hier die notwendige Hilfe an. Schritt für Schritt Unternehmensbewertung. Bei Fragen zu Finanzierung und Kapitalbeteiligung wissen diese Berater auf alle Fragen und Sorgen eines scheidenden Unternehmers die richtigen Antworten. Diese Begleitung ist sehr wichtig, denn alle voreiligen und unüberlegten Schritte können dem Unternehmen schwere Schäden zufügen. Und das kann große negative Folgen haben.

Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie regeln

Unternehmer auf der Suche nach einem Nachfolger können durchaus aus einigen Alternativen wählen. Der Betrieb muss nicht unbedingt verkauft werden. Gerade, weil Familienunternehmer eine sehr starke Bindung zu ihrem Betrieb haben fällt es schwer an andere zu übergeben. Bei vielen besteht der Wunsch, dass ein Unternehmen in Familienhänden bleibt. Eine Möglichkeit dazu bietet das sogenannte Fremdmanagement. Das Unternehmen bleibt in Familienbesitz, die Führung aber an einen Geschäftsführer übergeben. Dieser kann entweder angestellt werden oder eine Teilbeteiligung erhalten. Eine weitere Alternative ist die Errichtung einer Familienstiftung. Auch in diesem Fall bleibt das Unternehmen als generationsübergreifende Institution im Besitz der Familie. Die Stiftung behält die Kontrolle über das durch den Geschäftsführer geleitete operative Geschäft.

Unternehmensinterner Verkauf als Alternative

Der unternehmensinterne Verkauf stellt eine weitere Alternative in Bezug auf die Unternehmensnachfolge dar. Teile der Geschäftsanteile verkauft der Besitzer an leitende Mitarbeiter der Firma. Hier ist die Rede von einem teilweisen MBO, einem Management.Buy-Out. Das Ziel ist bei diesem Vorgehen, die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten und gleichzeitig auch weiter die Mehrheit im Familieneigentum zu haben.

Für einen ausscheidenden Senior-Chef hat diese Alternative einige Vorteile. Einerseits werden kleinere Teile des Unternehmens an bewährte Führungskräfte verkauft. Die Führung des Unternehmens und ein Teil vom unternehmerischen Einfluss geht an diese Minderheitsgesellschaft über. Um seinen Lebensabend genießen zu können, befreit sich der scheidende Unternehmer von der Verantwortung, was das tägliche Geschäft betrifft. Der wesentliche Teil des Unternehmens aber verbleibt innerhalb der Familie. Damit bleibt der Einfluss auf wichtige strategische Entscheidungen bezüglich des Unternehmens fest in Familienhand.

Diese Variante bietet durchaus zahlreiche Vorteile. Dennoch sind auch die Nachteile zu beachten, denn diese sind natürlich auch gegeben. Es handelt sich um ein eingeschränktes Management.Buy-Out. Das bedeutet, dass auch ein leitender Mitarbeiter als Minderheitsgesellschafter ein Mitspracherecht hat. Neuausrichtungen, Neuregelungen bei Produkten, Einführung neuer Produkte, Investitionen oder Veränderung von Personalstrukturen bedürfen immer der Zustimmung beider Parteien. Gefährlich ist, dass hier in vielen Fällen viel Zeit verloren geht und auch Streit entstehen kann. Selbst innerhalb der Familie kann es zu verschiedenen Meinungen kommen. Weitet sich dieser aus, kann er unter Umständen sogar eine Gefahr für die Existenz des Unternehmens werden.

Folgen einer nicht geregelten Unternehmensnachfolge

Die Unternehmensnachfolge gilt es frühzeitig zu regeln. Egal ob als kompletten Verkauf des Unternehmens oder mit einer Familiennachfolgeregelung. Wie wichtig aus diesem Grund eine besonders exakte Planung ist, zeigen die nachfolgenden genannten möglichen Folgen:

  • Ein tradierter Markt schrumpft und das Unternehmen erfährt eine Entwertung
  • Es entsteht ein Investitionsstau und das Unternehmen verpasst den Schritt in die Zukunft
  • Ohne Innovationen geht ein Unternehmen unter
  • Gefahren lauern immer und überall und die Unternehmensleitung kann plötzlich sterben oder schwer erkranken

Dies sind nur einige Beispiele, welche bei einer nicht geregelten Unternehmensnachfolge möglich sind. Aus diesem Grund gilt es diese lieber heute, als morgen auf ein stabiles Fundament zu setzen. Die Beratungsfirma mit all ihren Spezialisten dient hier als zuverlässiger, kompetenter und verlässlicher Partner. Gemeinsam kann hier der scheidende Unternehmer die beste Lösung für sich und seinen Betrieb finden. Eine Nachfolgeregelung muss dann getroffen werden, wenn ein Unternehmen noch fester Bestandteil am Markt ist und das nötige Potenzial für eine erfolgreiche Zukunft besteht. Nur dann ist der Erfolg nachhaltig zu sichern. Diesen Zeitpunkt darf ein Unternehmer nicht verpassen. Der schwierige Prozess gemeinsam mit einem für Unternehmensnachfolge spezialisierten Unternehmen ist aus diesem Grund ein sehr großer Vorteil, den man auch nutzen sollte.

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