So wirst Du ein nachhaltiges oder klimaneutrales Unternehmen

So funktionieren Nachhaltigkeitssiegel und Zertifizierungen für Klimaneutralität

Der Klimawandel hat ein Umdenken in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft herbeigeführt. Immer mehr Menschen wollen nachhaltig und klimaneutral leben und arbeiten. Für Unternehmen hat sich nachhaltiges Wirtschaften zu einem Wettbewerbsfaktor entwickelt. Nur wer schonend mit den vorhandenen Ressourcen umgeht und soziale Aspekte berücksichtigt, kann auch in Zukunft am Markt bestehen. Doch was genau bedeuten Nachhaltigkeit und Klimaneutralität? Wie werden sie evaluiert? Und was müssen Unternehmen tun, um nachhaltiger zu werden und Treibhausgase einzusparen und wie kann man seine Nachhaltigkeit glaubwürdig kommunizieren?

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit bedeutet in erster Linie „Verantwortung“, die Verantwortung gegenüber Mensch und Natur gleichermaßen. Das heißt, es dürfen nur so viele Ressourcen verbraucht werden, wie nachwachsen. Jedes Handeln muss zugleich wirtschaftlich rentabel und sozial verträglich sein, damit auch für künftige Generationen ein lebenswertes Leben auf unserem Planeten ermöglicht wird. Unternehmen übernehmen die volle Verantwortung für den Einfluss, den ihre Unternehmertätigkeit auf die Umwelt hat. Die früher übliche alleinige Ausrichtung auf Gewinnmaximierung tritt in den Hintergrund. Transparenz, Vertrauen und Gerechtigkeit sowie der schonende Umgang mit Ressourcen werden zur Grundlage des Handelns. Nachhaltigkeit verlangt den Einklang von 

  • Wirtschaftswachstum, 
  • Umweltverträglichkeit und 
  • sozialer Sicherheit. 

Meist wird sich bei der Definition auf den „Brundtland-Bericht“ der Vereinten Nationen von 1987 berufen, der Nachhaltigkeit als Entwicklung beschreibt, die gewährleistet, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sein dürfen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als die gegenwärtig lebende. Nachhaltigkeit ist also weit mehr als reiner Klimaschutz, wie viele auf den ersten Blick vermuten.

Nachhaltigkeit messbar machen

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Nachhaltigkeit in einem Unternehmen beitragen können. Ob die jeweiligen Maßnahmen tatsächlich ihren Zweck erfüllen, lässt sich anhand unterschiedlicher Messmethoden und Bewertungsansätzen feststellen. Der Value-to-Society-Ansatz beispielsweise ermittelt den Geldwert ökologischer, ökonomischer und sozialer Beiträge innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette. Die Ökoeffizienz-Analyse vergleicht Produkte und Verfahren über ihren gesamten Lebensweg, um so festzustellen, welches Produkt oder Verfahren den gewünschten Nutzen am wirtschaftlichsten und zugleich ökologisch liefert. Nachhaltigkeit wird derzeit noch nicht einheitlich gemessen. Jedes Unternehmen nutzt eigene Messverfahren und Bewertungsansätze. Das macht die Vergleichbarkeit schwierig.

Nachhaltigkeitszertifizierung: „Nachhaltiges Unternehmen (DIQP)“

Einen bessere Einordnung bietet eine Nachhaltigkeitszertifizierung. So hat das Deutsche Institut für Qualitätsstandards und -prüfung e.V. (DIQP) einen Qualitätsstandard entwickelt und bietet die Zertifizierung als Nachhaltiges Unternehmen (DIQP). Unternehmen können ihre Geschäftstätigkeit anhand dieser Kriterien überprüfen lassen und nach erfolgreicher Zertifizierung mit dem Gütesiegel „Nachhaltiges Unternehmen (DIQP)“ ausgezeichnet werden. Die Prüfung der Zertifizierungsanträge nimmt die SQC-QualityCert vor, eine vom DIQP unabhängige Zertifizierungsgesellschaft. Der Prozess der Zertifizierung bildet nicht zuletzt das Ergebnis von Nachhaltigkeitsmaßnahmen ab, die sich eher nicht in Zahlen fassen lassen.

Unternehmen erfahren auf diese Weise, wo das Thema Nachhaltigkeit schon gut umgesetzt wird und wo Nachbesserungsbedarf besteht. Zudem implementieren die Unternehmen im Rahmen der Zertifizierung ein Kennzahlensystem zur Erfassung wichtiger Nachhaltigkeitsparameter. Außerdem unterstützen die Unternehmen mit der Teilnahme an der Nachhaltigkeitszertifizierung anerkannte Klimaschutzprojekte, welche nach dem international anerkannten Gold-Standard oder einem vergleichbaren Standard zertifiziert worden sind. Dabei werden freiwillig große Mengen an Treibhausgas kompensiert und so ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung geleistet.

Die Zertifizierung als „Nachhaltiges Unternehmen (DIQP)“ erfasst den Nachhaltigkeitsstatus, baut ein Kennzahlensystem auf und leistet einen positiven Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Entwicklung. Damit unterscheidet sich die Zertifizierung deutlich von anderen Nachhaltigkeitszertifizierungen und hat einen positiven Einfluss.

Schritt für Schritt zu mehr Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit im Unternehmen steht und fällt mit dem Konzept. Es ergibt keinen Sinn, planlos Maßnahmen umzusetzen, ohne zu wissen, wohin sie führen und ob sie den gewünschten Effekt haben. Da Nachhaltigkeit jeden Bereich Deines Unternehmens betrifft, solltest Du jeden Bereich einzeln betrachten und anhand des Drei-Säulen-Modells Ökologie, Ökonomie und Soziales durchleuchten. 

  • Wie ist die aktuelle Situation? 
  • Wo besteht Verbesserungsbedarf? 
  • Welche Maßnahmen führen zu den angestrebten Verbesserungen? 

Anhand dieser Analyse lässt sich eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeiten, die Dein Unternehmen wirklich weiterbringt. Wenn du keine Ahnung hast, wie du in deinem Unternehmen anfangen sollst kann eine Nachhaltigkeitszertifizierung auch zum Start in das Thema Nachhaltigkeit sinnvoll sein.

Was also kannst Du tun, um Dein Unternehmen nachhaltiger zu machen?

1. Nachhaltigkeit beginnt im Büro

Das digitale Büro ist nicht länger nur Wunschvorstellung. Moderne Dokumenten-Management-Systeme sparen Papier, Ordner und Platz für das Archiv und vor allen Dingen langes Suchen. Zu einem nachhaltigen Büro gehören außerdem energieeffiziente Geräte und ergonomische Möbel. 

2. Homeoffice spart Kosten

Das Büro zu Hause stellt eine Win-win-Situation dar. Der Arbeitgeber muss keine zentralen Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, der Arbeitnehmer spart die Anfahrtswege. Das entlastet den Verkehr und die Umwelt gleichermaßen. Das Homeoffice steht auch nach der Corona-Pandemie auf der Wunschliste vieler Beschäftigter ganz oben. Du bist also gut beraten, die Wünsche der Beschäftigten ernst zu nehmen, um die Fluktuation im Betrieb zu reduzieren und gleichzeitig attraktiv für neue Beschäftigte zu sein.

3. Erneuerbare Energien nutzen

Egal ob im Büro oder in der Produktionshalle, nur erneuerbare Energien sind umweltfreundlich. Mit einer Photovoltaikanlage lässt sich Ökostrom selbst erzeugen. Eine Investition in eigene erneuerbare Energien gilt als vorbildlich und macht sich schnell bezahlt. Außerdem kannst du deinen Stromanbieter kündigen oder zu einem Ökostromtarif wechseln und so deinen betrieblichen CO2-Fußabdruck reduzieren.

4. Mit Abfall wirtschaften

Noch immer produzieren Unternehmen viel zu viel Müll. Eine clevere Abfallwirtschaft spart Ressourcen und Kosten in Verwaltung, Produktion, bei Verpackungen und Transport.

5. Nachhaltigkeit macht nicht an der eigenen Tür Halt

Wer auf Nachhaltigkeit setzt, muss auch auf die Kooperation mit nachhaltigen Unternehmen achten. Die Verantwortung für ökologisches, ökonomisches und soziales Handeln muss sich auf die gesamte Lieferkette beziehen.

6. Nachhaltigkeit im Einkauf

In vielen Fällen kann und sollte Recyclingmaterial zum Einsatz kommen. Das gilt im Büro, in der Produktion und besonders bei den Verpackungen.

7. Auch das Geschäftskonto ist grün

Es gibt sie, die grünen Banken, die ihre Geldgeschäfte ökologisch und ethisch fair abwickeln. Sie investieren nur in umweltfreundliche Geschäfte und unterstützen aktiv den Umwelt- und Klimaschutz.

8. Ausgleich schaffen

Nicht immer lassen sich Produktion und Umweltschutz miteinander vereinbaren. Beispielsweise bei der Rohstoffbeschaffung. Dann sollte für Ausgleich gesorgt werden, etwa durch die Unterstützung von Projekten vor Ort.

9. Der Mensch steht im Mittelpunkt

Nachhaltigkeit setzt die Einhaltung von Arbeitsrechten, Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter voraus. Soziale Nachhaltigkeit beinhaltet auch Chancengleichheit, Verbot von Diskriminierung und Ausbeutung entlang der gesamten Lieferkette. Befragt regelmäßig in anonymen Befragungen eure Beschäftigten. Ihr zeigt damit Wertschätzung und erhaltet ein wichtiges Feedback als Arbeitgeber. Kommuniziert die Ergebnisse der Befragung und zieht daraus die passenden Schlussfolgerungen. Ein ehrliches Engagement wird durch eine hohe Loyalität der Beschäftigten und eine geringere Fluktuation belohnt werden.

Außerdem solltet ihr regelmäßig eure Kunden zu anonymen Kundenbefragungen einladen. Die Einbindung der Kunden in die Unternehmensentwicklung wird für ein stärkere Kundenbindung sorgen. Außerdem wird das Feedback helfen, bei Bedarf nachzujustieren, sei es im Kundenservice oder bei den Produkten.

10. Nachhaltigkeit muss gelebt werden

Nachhaltigkeit im Unternehmen muss gelebt werden, von der Führungsetage bis zur Reinigungskraft. Das gesamte Team muss sich mit eigenen Ideen und Vorstellungen einbringen können. Damit das auch funktioniert, muss das Management das Thema Nachhaltigkeit vorleben. Nachhaltigkeit ist eine Aufgabe des Top Managements.

Das Unternehmen der Zukunft ist klimaneutral

Neben der Nachhaltigkeit spielt für Unternehmen Klimaneutralität eine wichtige Rolle. Nachhaltigkeit hat die Umwelt, nicht aber zwangsläufig das Klima im Blick, auch wenn beides kaum voneinander zu trennen ist. Klimaneutralität stellt das Gleichgewicht zwischen ausgestoßenen Kohlenstoffemissionen und der Aufnahme von Kohlenstoffen aus der Atmosphäre in sogenannten Kohlenstoffsenken her. Kohlenstoffsenken sind beispielsweise Wälder, Moore und Ozeane. Dieser Ausgleich kann auch durch Einsparung von Kohlenstoffemissionen an anderer Stelle erfolgen, zum Beispiel durch Investitionen in Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und saubere Technologien. Weitere Kompensationsinstrumente sind das Emissionshandelssystem und das CO2-Grenzausgleichssystem. Ziel ist es, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen auch Unternehmen ihre Emissionen vollständig kompensieren.

Treibhausgase messen und kompensieren

Unternehmen können deren Treibhausgasemissionen erfassen und konsequent an deren Vermeidung arbeiten. Nicht vermeidbare Emissionen können in Klimaschutzprojekten kompensiert werden und so zum Beispiel der Status als „Klimaneutrales Unternehmen (DIQP)“ erreicht werden. Für die Erfassung der Treibhausgasemissionen kann man das international anerkannten Greenhouse Gas Protocol nutzen.  Dieses umfasst die Bereiche, auch „Scopes“ genannt:

  • direkte Emissionen
  • indirekte Emissionen
  • Emissionen aus vor- oder nachgelagerten Prozessen

Die vom DIQP unabhängige Zertifizierungsstelle SQC-QualityCert übernimmt die Bewertung der Treibhausgasemissionen eines Unternehmens nach den DIQP-Standards und vergibt das Gütesiegel „Klimaneutrales Unternehmen (DIQP)“.

So können Unternehmen Treibhausgase einsparen

In jedem Unternehmen können Treibhausgase eingespart und damit der ökologische Fußabdruck verkleinert werden. Das beginnt beim papierlosen Büro und endet bei der Mülltrennung. Dabei können schon kleinste Veränderungen Großes bewirken. Das gilt insbesondere für die Teile der Lieferkette, auf die dein Unternehmen Einfluss hat, also auf die direkten Emissionen, die dein Unternehmen verursacht und die indirekten Emissionen von Firmen, mit denen du in irgendeiner Form zusammenarbeitest.

1. Eine energetische Sanierung lohnt sich

In Deutschland werden 30 Prozent der Kohlenstoffemissionen durch Strom- und Wärmeverbrauch der Gebäude verursacht. Abhilfe schafft eine energetische Sanierung.

2. Stromfressern auf der Spur 

Durch ein Energieaudit lassen sich Stromfresser im Unternehmen schnell feststellen und Einsparpotenzial ausmachen. Hier könntest du die Möglichkeit von staatlichen Fördermitteln für eine Beratung nutzen.

3. Ökostrom einsetzen

Der Strom, der sich nicht einsparen lässt, wird mit Photovoltaikanlage selbst produziert oder kommt von einem Ökostromanbieter.

4. Energieeffizienz steigern

Beleuchtung, Heizung, Maschinen und Geräte gibt es auch in einer energiesparenden Version. Die Investition in eine energieeffiziente Ausstattung macht sich rasch bezahlt.

5. Rechner kosten Geld

Die Digitalisierung hat mit ihren Datenzentren inzwischen einen Anteil von 2 Prozent an den weltweiten Treibhausgasemissionen. Hier hilft nur der Wechsel zu einem klimaneutralen Anbieter.

6. Elektrisch mobil bleiben

Der Umstieg auf Elektroautos ist unausweichlich. Das gilt aber nicht nur für die firmeneigene Fahrzeugflotte.

7. Mitarbeiter unterstützen

Mitarbeitern muss man beim Umstieg auf klimafreundliche Mobilität behilflich sein, durch elektrisch betriebene Geschäftswagen, kostenlose ÖPNV-Tickets oder Homeoffice.

8. Digitalisierung nutzen

Die Digitalisierung macht Geschäftsreisen fast vollständig unnötig. Meetings, Tagungen und Workshops finden, wann immer möglich, virtuell statt.

9. Freiwillige CO2-Kompensation

Treibhausgase, die sich nicht vermeiden lassen, müssen vollständig kompensiert werden. Der Kauf von Emissionszertifikaten klingt nach modernem Ablasshandel ist es jedoch nicht.  Eine CO2-Kompensation sollte immer in einem Projekt stattfinden, welches nach einem ankerkannten Standard zertifiziert ist. Einer der renommiertesten Standards ist hier der Gold Standard, dieser stellt sicher das sich bei den Projekten um zusätzliche Projekte handelt. Außerdem haben die Projekte nachweislich einen positiven Einfluss.

10. Sonstige Projekte

Die beste Möglichkeit, Emissionen auszugleichen, ist es, selbst für Kohlenstoffsenken zu sorgen. So kann man zum Beispiel in Aufforstungsprojekte unterstützen und einen eigenen Unternehmenswald anlegen.

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Eine Antwort

  1. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Feuerwerk an Trivialitäten. Ich habe gescrollt und gescrollt, um doch noch Inhalte zu entdecken. Vergebens.

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