Angestellte arbeiten im Schnitt 40,2 Stunden pro Woche – Selbstständige bis zu 60 Stunden. Das zeigt: Die Arbeitsbelastung, die du dir „aufgehalst“ hast, ist enorm. Doch mit einem kleinen Trick kannst du dir mehr Freiräume  verschaffen. Und dabei geht es ausdrücklich nicht um die Termine, die in deinem Terminkalender stehen. Es geht um die, die NICHT drinstehen!

Überlege dir einmal kurz, was du hauptsächlich in deinen Terminplan einträgst – egal ob du diesen elektronisch führst oder noch klassisch per Hand. Na, was steht drin? „Eben Termine“, wirst du jetzt antworten, „für Kundentermine, Messebesuche, Auftragserledigung, Besuche und andere Gelegenheiten, bei denen ich Menschen treffe“. Und wann hättest du den nächsten Termin frei? Gleich morgen Nachmittag, weil da noch nichts im Kalender steht?

Vorsicht, Falle!

Denn in dem Maße, in dem du alle terminfreien Zeiten mit weiteren Terminen füllst, bleibt dir zunehmend weniger Zeit für alles andere, was täglich deine Arbeitskraft fordert. Hektik, Überlastung und Stress können die mehr als unangenehmen Folgen davon sein. Deine eigentliche Arbeit machst du zumeist außerhalb von Terminen! Untersuchungen des Schweizer Zeitexperten Rene Marchand ergaben, dass der Löwenanteil der produktiven Tätigkeiten außerhalb der Ereignisse geleistet wird, die im Kalender stehen. Die wirklich wertschöpfenden Zeiten tauchen in einem Terminplaner selten auf. Trotzdem gilt ein Mensch mit einem vollen Terminkalender als besonders fleißig. In Wirklichkeit hat er seine Zeit erst einmal nur aufgebraucht – aber noch nicht automatisch auch Gewinn bringend verbracht.

Fazit: Leerer Platz bedeutet nicht freie Zeit. Wenn du jetzt z. B. den übernächsten Monat in deinem Kalender aufschlägst, wirst du dort wahrscheinlich wenige Eintragungen finden. Ist der Monat gekommen, wirst du allerdings ebenso viel Arbeit und wenig freie Zeit haben wie gestern und heute.

Marchand: „Viele Menschen akzeptieren unwichtige Termine in der Zukunft, weil sie vor einem leeren Kalender sitzen und der Täuschung erliegen, dann noch viel freie Zeit zu haben.“

Gegenstrategien:

  • Lege nicht nur Besprechungstermine, Auftragserledigung etc. fest, sondern auch deine Kapazitätsauslastung. Vereinbare Termine für deine geistigen, kreativen und organisatorischen Aufgaben. Veranschlage dafür Arbeitsstunden, und trage diese immer in deinen Kalender ein.
  • Halte dir langfristig im Voraus mindestens einen halben Tag pro Woche in deinem Terminkalender frei. Markiere diese Zeiten mit senkrechten Strichen am Kalenderrand. Nehme in diesen Zeiten nur Termine an, wenn das absolut unumgänglich ist.

Das Ergebnis:

Du kannst deutlich entspannter arbeiten und hast Zeitpuffer, die du als Selbstständiger immer brauchst, sei es, um die Buchhaltung aufzuarbeiten oder um eine unerwartete Kundenreklamation zu erledigen. Mit so einem konsequent eingeplanten Zeitpuffer geht es einfacher, konzentrierter – und stressfreier! Probiere es aus … es funktioniert!

 

Dieser Artikel wurde von BWRmed!a bereitgestellt.
Autor: Günther Stein (Unternehmer)

Selbstständig, BWR Med!a, VNR Verlag

Achtung, Zeitfallen! Was dein Terminkalender dir verschweigt