5 Tipps für Führungskräfte
Eine Führungskraft, die das Vertrauen ihres Teams genießt, kann aus ihren Mitarbeitern das Beste herausholen. Wo Misstrauen, Furcht und daraus resultierend eine schlechte Arbeitsmoral herrschen, werden nie so produktive und geistreiche Projekte möglich sein, wie bei einem vertrauensvollen Arbeitsverhältnis.

1. Vertrauen erhält, wer Vertrauen aufbringt

Zeige deinen Mitarbeitern, dass du ihnen vertraust. Dies ist der effizienteste Weg, Vertrauen zurückzubekommen. Wer seine Mitarbeiter streng kontrolliert und überwacht, der setzt sich von ihnen ab und wird zum Aufpasser. Das Verhältnis ist dann ein völlig anderes, als zwischen Teammitgliedern, die gemeinsam an einem Strang ziehen. Ein Angestellter, dem ständig die Angst im Nacken sitzt, beim kurzen Blick aufs private Handy oder beim Gang zur Toilette „erwischt“ zu werden, wird einen großen Teil seiner Energie auf Vermeidungsstrategien und mit negativen Empfindungen verwenden.

Du willst jedoch Mitarbeiter, die sich mit Freude und echtem Engagement in ihre Projekte einbringen. Nur so kannst du das Maximum an Kreativität, Leidenschaft und Einsatz aus deinem Team herausholen. Wer sich in seiner Arbeitsumgebung wohl und sicher fühlt, wer also gar keinen Grund für negative Gedanken hat, der hat umso mehr Reserven für seine Aufgabe. Solange die Arbeit am Ende also zu deiner Zufriedenheit vollführt wurde, gibt es keinen Grund für übertriebene Wachsamkeit.

Aber auch wenn deiner Meinung nach etwas engagierter an die Projekte herangegangen werden könnte, ist eine „Überwachung“ oder Kontrolle nicht das Mittel der Wahl. Versuche erst durch Überlegungen für konstruktive Ansätze, in die du deine Mitarbeiter mit einbeziehst, zu erarbeiten, wie der Output verbessert werden könnte. Vorschläge, die von Mitarbeiterseite kommen, werden vermutlich eher befolgt, als strenge Reglementierungen „von oben“.

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2. Bloß keine Willkür; sei konsequent!

Es ist für eine Führungskraft keine Schwäche, für die eigenen Mitarbeiter „berechenbar“ zu sein. Lass Verhandlungsstrategien, wie du sie bei Kunden einsetzt, oder Konkurrenzdenken, wie es gegenüber Mitbewerbern auf dem Markt angebracht ist, in deiner Beziehung zu deinen Mitarbeitern außen vor. Woanders kann Unberechenbarkeit von Vorteil sein; in deiner Firma ist sie es nicht. Wer berechenbar ist, der zeigt Konsequenz und Sicherheit in seinem Handeln.

So verhalten sich Menschen, die in sich ruhen und eine starke Persönlichkeit haben. Wer eine solche Haltung signalisiert, gehört zu derjenigen Gruppe, der automatisch mehr Vertrauen entgegengebracht wird, als unsicheren, inkonsequent Handelnden. Erkläre deinen Mitarbeitern, was von ihnen erwartet wird und gib ihnen Hilfestellungen dabei, wie sie es erreichen können. Falls es für Handlungen jedweder Art Konsequenzen gibt, seien es positive oder negative, kommuniziere das von Anfang an klar und deutlich. Falls die genannten Fälle eintreten, dann wende die Konsequenzen auch an. Wem eine Belohnung versprochen wird, wenn er dieses oder jenes schafft, der muss sie auch erhalten. Welchen Grund hätte der Nächste sonst, sich anzustrengen?

Bei möglichen negativen Konsequenzen darfst du zwar etwas laxer sein, da der Vertrauensbruch, wenn eine „Strafe“ nicht gegeben wird, psychologisch deutlich geringer und unschädlicher ist, als wenn eine versprochene Belohnung nicht eingehalten wird. Hier kann es sogar zu einem Vertrauensgewinn kommen, wenn die Gründe des Mitarbeiters nachvollziehbar sind und du dich schützend vor ihn stellst.

Wer sich als Mitarbeiter jedoch sicher ist, dass Versprechen von deiner Seite aus eingehalten werden, der hat eine Struktur, die er einschätzen und auf die er sich verlassen kann. Das nimmt viel Druck und Unklarheit vom Einzelnen weg, der weder mit bösen Überraschungen rechnen muss, noch das Gefühl hat, dass sein Engagement vielleicht nicht bemerkt werden würde.

3. „Büro-Gossip“ ist tabu

Irgendeine Form von Klatsch und Tratsch gibt es wahrscheinlich schon zu dem Zeitpunkt, zu dem drei Leute in Kontakt stehen. Wer den Raum aus einer Gruppe von Dreien verlässt, dessen Chancen stehen nicht schlecht, Gesprächsthema der anderen beiden zu sein, sobald er außer Hörweite ist. Das muss nicht immer böse gemeint sein, auch harmlose Scherze kommen vor. Unter Kollegen ist das die eine Sache, als Vorgesetzter solltest du dich jedoch unter keinen Umständen daran beteiligen. Auch dann nicht, wenn du mit einem Mitarbeiter alleine bist.

Die möglichen Gefahren sind zahlreich. Nicht nur kann es sein, dass deine Äußerungen im Team unter den Kollegen weitererzählt werden. Auch derjenige, mit dem du über andere gesprochen hast, mag sich denken: „Wie redet er eigentlich über mich, wenn ich nicht im Raum bin?“ Dies kann Zweifel und eine sehr ungute Stimmung säen, ganz gleich, wie harmlos und scherzhaft es von dir gemeint war. Als Führungskraft hast du dich entweder komplett herauszunehmen oder beginnendem Getratsche in deiner Gegenwart schnell und möglichst „dramafrei“ Einhalt zu gebieten. Am besten schwenkst du auf ein anderes Thema um, das es zu besprechen gilt.

Völlig tabu ist es natürlich, Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen. So verführerisch es sein mag, die Motivation des einen dadurch zu steigern, dass du ihn mit anderen vergleichst und seine Leistung im Vergleich hervorhebst – dies kann nur schlecht enden. Auch wenn es deine ehrliche Überzeugung ist, dass Mitarbeiter X drei Kollegen vom Kaliber eines Mitarbeiters Y ersetzen könnte, solltest du das niemals so formulieren. Lobe Mitarbeiter, die es verdienen, eigenständig und setze ihre Leistungen nicht in Relation zu anderen. Selbst ehemalige Freunde könnten dann Neid und Missgunst empfinden, was eine gelungene Teamarbeit torpediert.

4. Sei ein Vorbild!

Als Führungskraft musst du alles, was du von deinen Mitarbeitern forderst, selbst vorleben. Wer unpünktlich, launisch und bei der Arbeit lustlos ist, der hat in deiner Position nichts verloren. Wenn du deinen Mitarbeitern vorlebst, was du selbst erwartest, steigert das nicht nur ihr Vertrauen in dich, sondern auch ihren Respekt vor dir. Diese beiden Empfindungen wirken synergetisch aufeinander ein; ohne Respekt kein Vertrauen und ohne Vertrauen keinen Respekt. Steigt eine der beiden Empfindungen, „zieht“ sie die andere automatisch mit sich hoch.

Führe deine Mitarbeiter so, wie du selbst gern geführt werden würdest. Sei ermutigend, wenn etwas nicht geklappt hat, und stehe mit konstruktiven Ratschlägen, wie man es beim nächsten Mal schaffen könnte, parat, anstatt zu schelten. Wer darauf vertraut, dass aufrichtige Fehler verziehen werden, der bemüht sich umso mehr, keine zu machen – ohne eine nagende Angst im Rücken, die ihm vielleicht den Mut vor unkonventionellen, frischen Ideen nimmt.

5. Beziehe deine Mitarbeiter mit ein!

Eine weitere gute Möglichkeit, Vertrauen zu erhalten, indem du es gibst, kannst du auf professioneller Ebene nutzen. Fernab von „äußeren Strukturen“ wie Pünktlichkeit und Arbeitsmoral kannst du deinen Mitarbeitern zeigen, wie wert du sie schätzt, indem du sie zu ihrer Meinung bzgl. Entscheidungen innerhalb des Projekts befragst.

Dies gibt ihnen Selbstvertrauen und kann tatsächlich gewinnbringend sein. Wenn du versuchst, alle Lösungen selbst zu erarbeiten und deine Mitarbeiter nur Ausführende sein lässt, läufst du Gefahr, Opfer von sogenannter Betriebsblindheit zu werden. Du siehst dann den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wohingegen eine Außenperspektive schnell und präzise eine ganz neue Herangehensweise eröffnen kann. Auch wenn du dich letztendlich gegen einen Ratschlag von Mitarbeiterseite entscheidest, hast du ihnen alleine durch das Fragen gezeigt, dass du ihre Meinung schätzt. Dies wird sie ermutigen, eigenständig nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen und Vorschläge zu äußern.

5 Tipps für Führungskräfte: Gewinne das Vertrauen deiner Mitarbeiter
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