Foto: bigstockphoto.com

Foto: bigstockphoto.com

Innovationen bestimmen unser Leben. Sie sorgen in unserer Gesellschaft für Fortschritte, indem sie beispielsweise unseren Lebensstandard verbessern und unseren Alltag komfortabler gestalten. Durch den immer härter werdenden Wettbewerb zwischen Unternehmen, spielen Innovationen eine große Rolle. Ohne innovatives Denken ist es langfristig schwierig auf dem Markt Fuß zu fassen. Unter Innovation verstehen wir jedoch grundsätzlich nicht nur etwas Neues. Auch wenn bereits vorhandene Produkte weiterentwickelt oder verbessert werden, kann man von Innovation sprechen. Neue Entwicklungen und Erfindungen steigern unsere Produktivität deutlich über die Möglichkeiten früherer Generationen hinaus und sorgen für eine grundlegende Veränderung unserer Lebensweise.

Diese sich schnell verändernde Welt birgt einige Herausforderungen für Unternehmen, öffnet ihnen aber auch gleichzeitig die Tür zu ungeahnten Möglichkeiten. Innovative Unternehmen oder Startups können sich diese Veränderungen nämlich zu Nutze machen. Im Folgenden möchten wir dir nun 5 Startups vorstellen, die die Innovationsmöglichkeiten für sich genutzt haben.

1. Starship Technologies: Der warenausliefernde Roboter

Starship Technologies wurde 2014 von den beiden Skype-Initiatoren Ahti Heinla und Janus Friis gegründet. Das Unternehmen hat 30 Mitarbeiter. Die Zentrale liegt in London, die Abteilung für Produktentwicklung und Produktionstechnik in Tallinn, Estland.

Das Startup hat einen fahrenden Lieferroboter mit sechs Rädern entwickelt, der Waren im Umkreis von 5 Kilometern ausliefern soll. Der Roboter fährt automatisiert auf dem Gehweg und ist mit Sensoren und Kameras ausgestattet, die ihm bei der Erkennung und beim Umfahren von Hindernissen helfen. Mitarbeiter von Starship Technologies haben den Roboter aber jederzeit im Blick und können ihn -falls es doch einmal zu einer Sicherheitsgefährdung kommen sollte- notfalls fernsteuern. Die Roboter sind in lokalen Lieferzentren untergebracht, von wo aus der Kunde über eine Smartphone-App seine Ware bestellt. Die Lieferzeit bis vor die Haustür beträgt normalerweise zwischen 5 und 30 Minuten. Mit Hilfe der App kann der Kunde auch mitverfolgen, wo sich der Roboter gerade befindet und sich zum Entladen der Fracht authentifizieren.

Das Fahrzeug fährt mit seinen 6,5 km/h etwas schneller als ein Mensch geht und bietet Platz für zwei Einkaufstaschen. Aufgrund seines geringen Energieverbrauchs, sollen die Lieferkosten mit dem Roboter um 10% des heutigen Wertes gesenkt werden. Dieses Jahr will das Startup zwei Pilotprojekte im Londoner Stadtteil Greenwich und in den USA durchführen. 2017 sollen die Roboter dann in Betrieb genommen werden.

2. Doppler Labs: Here One- Du entscheidest, was du hören möchtest

Doppler Labs wurde 2013 gegründet. Das Unternehmen wird von Noah Kraft und Fritz Lanman geführt und startete mit der Entwicklung des Here Active Systems durch. Mit Hilfe dieses Systems ist es Usern möglich, selbst zu entscheiden, was sie hören möchten, indem sie bestimmte Frequenzen einfach verstärken oder ausschalten können. Mit diesem System können Nutzer alle Geräusche um sich herum kontrollieren. So ist dieser Ohrenstöpsel bzw. dieses Hörgerät sowohl für Menschen gedacht, die bestimmte Geräusche z.B. den Sound auf einem Konzert besser hören möchten, als auch für Menschen, die bestimmte Geräusche ausschalten wollen z.B. Babygeschrei.

Foto: bigstockphoto.com

Foto: bigstockphoto.com

Das Produkt Here Active Listening ist der Vorgänger zu Here One und wurde im Januar dieses Jahres in einer begrenzten Anzahl von 10.000 an ausgewählte Nutzer, Influencer und Partner verteilt. Das erste Massenproduktmodell Here One ist das Resultat jahrelanger Arbeit. Mit einem Gerät, das aus zwei Kopfhörern besteht, die mit einer App verbunden sind, revolutioniert Dopplers Lab die Soundtechnologie. Das Here One hat die gleichen Funktionen wie das Vorgängermodell Here Actice Listening und wurde weiter verbessert. So können nicht nur bestimmte Frequenzen ausgeschaltet werden, sondern auch bestimmte Töne innerhalb einer Frequenz.

Das 65 Mann starke Here One Team besteht aus einer Gruppe von Ingenieuren, kreativen Denkern, Designern und Geschäftsführern, die sich von verschiedenen Unternehmen wie Apple, Amazon, Google oder Microsoft kommend zusammengetan haben.

3. RideOn: Augmented-Reality-Skibrille

RideOn wurde 2013 vom Softwareentwickler Alon Getz und vom Programmierer Ori Kotek gegründet. Das Team des Unternehmens hat die erste wirkliche Augmented-Reality-Skibrille der Welt entwickelt. Die Skibrille hat den gleichen Namen wie das Unternehmen und soll genauso sicher sein wie normale Skibrillen, aber über zusätzliche Extras verfügen. RideOn kann dem Träger beispielsweise Slaloms simulieren und ihm Informationen zu Temperatur und Windstärke liefern. Ski- oder Snowboardfahrer haben außerdem die Möglichkeit, sich zur Orientierung eine Karte anzeigen zu lassen. Videos können live von der Skipiste gestreamt und Nachrichten verschickt werden.

Während der Abfahrt werden einige interaktive Elemente ausgeschaltet, damit der Sportler nicht zu sehr abgelenkt wird. Nur so kann seine und die Sicherheit der anderen Skifahrer gewährleistet werden. Die Skibrillen sind das erste und zurzeit immer noch wichtigste Produkt des Unternehmens. Allerdings sollen die Skibrillen laut RideOn erst der Anfang sein. Denn das Team des Start-ups entwickelt zurzeit AR Technologien für verschiedene Aktivitäten wie beispielsweise Motorradfahren, Luftsport, Segeln oder die Spielindustrie. Die Skibrille ist momentan noch zum Vorbestellpreis von 629$ erhältlich.

4. goTenna: Not-Antenne für Funklöcher

Das US-Startup goTenna wurde von den Zwillingen Daniela und Jorge Perdomo 2012 gegründet, nachdem ein Hurrikan in über 10 Staaten der Ostküste 25% aller Mobilfunkmaste lahm legte und 25% aller Internetdienste ausfielen. Das Ziel des Unternehmens ist es, Peer-To-Peer- Kommunikationssysteme zu errichten, um die Menschen weniger abhängig von Mobilfunkmasten und WLAN-Routern zu machen.

Mit dem ersten Produkt der Firma, auch goTenna genannt, können sich Nutzer ihr eigenes Netzwerk aufbauen, wenn gerade kein Mobilfunkmast oder WLAN in Reichweite ist. GoTenna ist ein stäbchenförmiges Gerät und wirkt wie eine Antenne. Diese Antenne kann via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden. Nachrichten können an Kommunikationspartner in einem Umkreis von acht Kilometern versandt und Orte können geteilt werden. Gotenna kann bei zahlreichen Outdoor-Aktivitäten, auf Events, bei Reisen oder generell bei Funklöchern oder Internetdienstausfällen eingesetzt werden. Das Gerät ist nur paarweise und zurzeit ab 199 $ erhältlich.

5. Skully Helmets: Sicherheit geht vor

Skully Helmets wurde 2013 von Marcus und Mitch Weller gegründet. Die Idee der Unternehmensgründung kam dem Motorradfahrer Marcus Weller nach seinem schweren Motorradunfall in Barcelona 2010. Um das Motorradfahren sicherer zu gestalten, ließ er einen Motorradhelm, den Skully AR-1, entwickeln, der dank einer rückwärtig integrierten 180° Weitwinkelkamera alles sieht, was hinter dem Rücken des Motorradfahrers passiert. Der Motorradfahrer bekommt so die Möglichkeit, alles zu sehen, was seine Rückspiegel ihm nicht anzeigen würden.

Alles, was die Rücklichtkamera sieht, wird auf einem Display angezeigt und ermöglicht dadurch eine Rundumsicht. Sicherheit hat bei Skully Helmets oberste Priorität. Der Helm verfügt des Weiteren über eine Bluetooth-Funktion, sodass die Möglichkeit besteht, während der Fahrt vom Smartphone Musik zu streamen. Zwar sorgt Skully in jedem Fall für mehr Sicherheit beim Motorradfahren, allerdings ist sein Preis auch nicht ganz ohne: 1500 € verlangt das Startup für einen Helm – ein Preis, den mit Sicherheit nicht jeder zahlen kann.

Zusammenfassend

Die vorgestellten 5 Startups haben auf Innovation gesetzt und interessante Produkte entwickelt. Hier nochmal ein kurzer Überblick über alle 5 Unternehmen und ihre Innovationen.

➔ Starship Technologies entwickelte einen Roboter, der dir deine Einkaufstüten heimträgt.

➔ Doppler Labs kreierte Ohrenstöpsel und Hörgerät in einem, um nervtötende Geräusche auszuschalten und bevorzugte Geräusche zu verstärken. So entscheidet der Nutzer selbst, was er hören möchte und was nicht.

➔ RideOn schafft mit ihrer ersten Augmented-Reality-Brille für Ski- und Snowboardfahrer ein neues Fahrerlebnis.

➔ goTenna entwickelte ein wie eine Antenne aussehendes Gadget, mit dem bei Funklöchern ein eigenes Netzwerk aufgebaut werden kann.

➔ Skully Helmets erfand einen Motorradhelm, der mit einer rückwärtig integrierten Kamera für mehr Sicherheit beim Fahren sorgt.

Ob all diese Produkte jedoch wirklich unsere Zukunft besser machen oder ob es sich bei den meisten davon einfach um High-Tech-Spielereien handelt, ist fraglich. Fest steht jedoch, dass die Welt Innovationen braucht, um die Menschheit voranzubringen. Auch Unternehmen müssen ab und an ihre angebotene Produktpalette oder Dienstleistungen verändern und verbessern, um langfristig erfolgreich zu sein und sich auf dem Markt behaupten zu können.

Was hältst du von den vorgestellten Startups und ihren Ideen? Findest du ihre Innovationen sinnvoll oder sind es deiner Meinung nach wirklich nur High-Tech-Spielereien, die die Menschen in keinem Fall weiter bringen? Teile uns doch gerne deine Meinung mit. Wir freuen uns immer über Kommentare. Vielleicht hast du ja bereits eins der Produkte getestet oder gar selbst zu Hause?

Mit besten Grüßen,
Sandra Hubert
Online Redaktion, Gründer.de

Artikel bewerten