4 Führungsstile

Jedes Team ist nur so gut wie derjenige, der es führt. Oder um es mit dem arabischen Sprichwort zu sagen: „Ein Heer von Schafen, das von einem Löwen geführt wird, schlägt ein Heer von Löwen, das von einem Schaf geführt wird.“
Nur: Wie wirst du so ein Löwe, der das Beste aus seinem Team herausholt? Die Ansprüche, was eine gute Führung ausmacht, scheinen sich ständig zu ändern. Die technische Entwicklung eröffnet ganz neue Wege der Teamführung, und verändert die Anspruchshaltung vieler Mitarbeiter an ihre Projektleiter.
Und während du all dies bedenkst, musst du auch deinen eigenen Stil kennen, denn sich zu verbiegen führt selten zum Erfolg. Aber was ist eigentlich dein Führungsstil, und welche Vor- und Nachteile hat er?

Führung im Wandel der Zeit

Früher mussten Mitarbeiter im Büro anwesend sein. Dort nahmen sie ihre Anweisungen entgegen, erfüllten ihre Aufgaben, und am Ende war das Projekt ein Erfolg (oder auch nicht). Der Vorgesetzte hatte seine Angestellten ständig im Blick und konnte sie direkt anleiten.
Heute können wir von überall aus arbeiten. Durch die zunehmende Digitalisierung ist es nur noch in wenigen Branchen notwendig, dass du direkt vor Ort bist. Immer mehr geschieht online: Du kannst das Kundenprojekt im Büro, im Café an der Ecke oder im Schlafanzug im Home Office bearbeiten.
Das heißt auch, dass moderne Führung sich an diese Möglichkeiten anpassen muss. Wer heute auf Methoden besteht, die vor 50 Jahren funktioniert haben, verpasst viele Chancen und demotiviert seine Mitarbeiter.
Gleichzeitig wird das Führen von Teams nicht komplett neu erfunden. Im Grunde sind es noch immer dieselben Führungsstile, die es gibt. Aber sie können – und sollten – heute auf ganz andere Mittel zurückgreifen, um erfolgreich zu sein.

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Der Commander

Dieser Führungsstil ist stark und sehr pragmatisch orientiert. Dieser Anführer definiert das Ziel und gibt Anweisungen, wie es erreicht werden soll. Typischerweise begegnet man diesen Anführern in Branchen, die viel mit Maschinen arbeiten oder in denen Mitarbeiter einfache Aufgaben ausführen.
Die Stärken des Commanders liegen darin, dass sie für Autorität und Verantwortung stehen. Dieser Führungsstil verbindet eine direkte und deutliche Führung mit der Einbindung einzelner Teammitglieder, indem Aufgaben zugewiesen werden. Dies ist dann relevant, wenn Prozesse organisiert und der Einsatz von Ressourcen geplant werden muss. Müssen Entscheidungen getroffen werden, gerade auch unbequeme, brauchen Teamführer diese Eigenschaften des Commanders.
An seine Grenzen stößt dieser Führungsstil in Teams oder im Umgang mit Kunden, wenn diese Einfluss auf Entwicklungen nehmen wollen. Gerade in kreativen Branchen hängt der Erfolg von Projekten davon ab, dass die Teammitglieder eigene Ideen einbringen und umsetzen können.

Der Communicator

Über zwei Drittel der Führungspersonen schrecken davor zurück, mit ihren Mitarbeitern zu reden. Und das ist fatal: Eine gute Zusammenarbeit kann nur funktionieren, wenn die Kommunikation klappt. Gibt es hier Probleme, sind Missverständnisse und Konflikte vorprogrammiert.
Der Führungsstil des Communicators setzt genau hier an. Er stellt nicht nur einen Plan für ein Projekt auf, sondern kommuniziert diesen an sein Team und die Kunden. Indem er seine Vision teilt, erschafft er ein starkes Gefühl in anderen, dieser folgen zu wollen. Da er das Ziel deutlich kommuniziert, entsteht zudem eine Vertrauensbasis. Am stärksten ist dieser Führungsstil in Unternehmen, deren Mitarbeiter einer Unternehmensvision folgen und sich als wertvolle Mitarbeiter, die etwas dazu beitragen, begreifen sollen.
Die Schwäche dieses Führungsstils ist, dass er nicht zwingend Innovationen fördert. Da alle Mitarbeiter auf eine Vision eingeschworen werden, ist ihr Ziel schon vorgegeben. Der Erfolg eines Projekts hängt nicht von neuen Ideen ab, sondern vom Erreichen des vorgegebenen Ziels.

Der Collaborator

Wer diesen Führungsstil lebt, arbeitet gemeinsam mit Kunden und Mitarbeitern, um Ziele zu erreichen. Der große Vorteil davon ist, dass so alle Seiten etwas beitragen können und dabei noch immer eigenständig arbeiten. Diese Stärke zeigt sich insbesondere dann, wenn Innovationen und Kreativität gefragt sind, um neue Lösungen zu finden. Die Mischung aus individuellem Input und gemeinsamer Teamarbeit ist dafür ideal.
Werden allerdings konkrete Lösungen benötigt oder steht das angestrebte Ergebnis schon im Detail fest, bringt dieser Führungsstil eher Nachteile mit sich. In solchen Fällen ist eine direkte Führung zielführender.

Der Co-Creator

Dieser Führungsstil nimmt alle Meinungen und Interessen wahr und vereint sie. Dies schließt gerade in großen Unternehmen auch die Interessen der Stakeholder mit ein, die mit den Zielen des Unternehmens vereint werden. Dieser Führungsstil erschafft eine stabile und gleichzeitig flexible Arbeitsumgebung, die den Mitarbeitern die Freiheit gibt, die gesetzten Ziele zu erreichen. Uber ist ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das in diesem Stil geführt wird.
Gleichzeitig bedeutet dieser Führungsstil, dass die Verantwortlichen neue Prozesse und Arbeitsweisen wirklich verinnerlichen und leben müssen. Auch kostet es durchaus Energie, stets die Balance zwischen den verschiedenen Interessen zu finden. Die digitale Entwicklung begünstigt diesen Führungsstil, und Studien zeigen, dass er mehr in die aktuellen Unternehmensführungen integriert werden sollte.

Motivation: Jeder Führungstyp muss sie beherrschen

Unabhängig vom Stil muss jede Führungspersönlichkeit wissen, wie er seine Mitarbeiter motivieren kann. Denn nur motivierte Menschen können dauerhaft die benötigte Leistung erbringen oder sie übertreffen.
In der Psychologie ist dabei schon lange bekannt, dass Belohnungen der stärkste Motivator sind, während Bestrafungen am denkbar schlechtesten funktionieren. Dabei müssen Belohnungen nicht unbedingt monetär sein. Ein ausgesprochenes Lob oder ein Dank für die gute Arbeit und Anerkennung vor dem Team zeigt den Mitarbeitern, dass ihre Arbeit geschätzt wird. Bei Fehlern ist konstruktive Kritik der richtige Weg mit dem Problem umzugehen.
Gerade bei sehr unterschiedlich zusammengesetzten Teams ist es dabei wichtig, dass niemand vergessen wird. Hebe also nicht nur diejenigen hervor, die am meisten auffallen, sondern lobe auch die Leistung der eher stillen Mitarbeiter. Denn dies zeichnet einen guten Teamleiter aus: Dass er jedes Mitglied im Team sieht und nicht nur von den auffälligsten in Beschlag genommen wird.

Fazit: Der richtige Führungsstil hängt von der Situation ab

Es gibt nicht „den“ richtigen Führungsstil. Stattdessen kommen verschiedene Faktoren zusammen: Deine Persönlichkeit, die Persönlichkeiten deiner Mitarbeiter und die Situation, in der ihr arbeitet. Trotzdem ist es wichtig, die verschiedenen Stille und ihre Schwächen und Stärken zu kennen. So kannst du dich an verschiedene Situationen anpassen und erkennst bei Schwierigkeiten schneller, wo das eigentliche Problem liegt.

4 Führungsstile mit Vor- und Nachteilen: Wie leitest du?
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