Social Media Symbolbild

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Social Media ermöglicht es Dir, dort zu sein, wo Deine Zielgruppe ist. Allein in Deutschland nutzen 19 Millionen Nutzer und Nutzerinnen Facebook täglich. 12 Millionen Deutsche lesen monatlich mindestens einen Tweet und 5,5 Millionen sind aktive Instagram-User. Auf der anderen Seite nutzt nur ein Viertel aller Unternehmen hierzulande die sozialen Netzwerke. Dementsprechend steckt in Social Media noch einiges an Potential. Eine Nische für Dich und Dein Business ist definitiv noch frei.
Allerdings solltest Du schon mehr tun, als nur einen Account pro Plattform anzulegen und dann auf Follower zu warten. Im Idealfall bildet die jeweilige Social-Media-Präsenz eine Schnittstelle zwischen Deinem Unternehmen und Deiner Zielgruppe. Dabei geht es um viel mehr, als Kontakte zu sammeln und diese dann mit Werbung zu überschütten.

Auch in Sachen Social Media ist es gut, auf das Auftreten und die Strategien der Konkurrenz zu schauen. Ebenso ist der Blick über den Tellerrand in Richtung anderer Branchen und größerer Unternehmen aufschlussreich.

Diese Unternehmen machen Dir im deutschsprachigen Web vor wie es geht und was alles geht:

IKEA Deutschland – Knut, Kommentare, Kundennähe

Social-Media-Marketing Beispiel fb

Quelle: Screenshot


Als Anfang 2015 die Fan-Zahlen stagnierten und die Anzahl der Interaktionen auf der Seite zurückging, ergriff IKEA Deutschland erfolgreich Maßnahmen, um den Trend umzukehren. Im Frühjahr 2016 war die deutsche Facebook-Seite des Möbelriesen dann um 260,000 Fans reicher, und bekam über 50% mehr Likes und Kommentare. Die Facebook-Offensive führte auch zu 51% mehr Weiterleitungen zu ikea.de. Wie das gelang? Mit einer bunten Mischung aus ansprechenden Produktfotos, lustigen (Werbe-)Videos, selbstironisch-witzigen und teils auch animierten Grafiken, geteilten IKEA-Blog-Einträgen und Infos rund um Sonderaktionen, wie dem Tag des Purzelbaumes, dem alljährlichen Knut-Schlussverkauf oder Bällebadspaß für Erwachsene.

Im Mittelpunkt steht auf IKEAs Facebook-Seite die Interaktion mit der Zielgruppe. Likes stellen dabei nur eine Dimension dar, denn IKEA reagiert schnell und individuell auf Nutzerkommentare. Das Spektrum reicht dabei von freundlicher Zustimmung bei humoristischen Einwürfen bis hin zu sachlichen und freundlichen Stellungnahmen bei kritischen Wortmeldungen und gelegentlichem Kundensupport. Zwischen dem auf Unterhaltung und Vermarktung ausgelegten Content finden sich auch immer wieder Informationen über Rückrufaktionen. IKEA zeigt hier, wie Facebook zur Kommunikation dienen kann und wie Probleme nach außen transparent und kundenorientiert gehandhabt werden können.


[Am 21.10.2015 war „Back to the Future Day“, IKEA bewies Humor und Popkultur-Kompetenz und widmete dem Kultfilm „Zurück in die Zukunft“ eine Anleitung.]

IKEA profitiert auf Facebook eindeutig davon, dass der Konzern in den Papkultur-Kanon eingegangen ist. Immerhin wurde der IKEA-Katalog öfter gedruckt als die Bibel, Kunden weltweit verbringen teils gezwungenermaßen und teils auch gerne wertvolle Lebenszeit in den Möbelhäusern der Kette und das Möbelanschaffen und -aufbauen ist eine Art Ritual geworden. Man fühlt mit jedem anderen IKEA-Kunden mit, dem mal eine Schraube fehlt oder der in der Markthalle mehr mitnimmt, als eigentlich vorgesehen war. IKEA Deutschland bringt seine Kundschaft auf Facebook zusammen, unterhält und informiert sie.

REWE Karriere – Auf zu neuen Ufern


Die Rewe-Group ist auf Facebook mit einer Hauptseite, mehreren Karriere-Plattformen und REWE-Lokalpräsenzen vertreten. Außerdem präsentiert sich der Kölner Konzern auf Google+, Twitter und YouTube. Ein Großteil des Contents besteht, wie bei einem Supermarkt zu erwarten, aus Rezeptideen und Foodphotographie. So weit, so gut, so professionell.
Nennenswert ist REWE, weil es sich in Sachen Employer Branding als eines der wenigen großen, deutschen Unternehmen an Snapchat herangewagt hat. Das ist zum einen innovativ, zum anderen aber genau der richtige Schritt, um die immer knapper werdenden potentiellen Azubis zu erreichen. Snapchat ist nämlich DIE junge Plattform von Millennials für Millennials.
Um nun als Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen, ließ REWE die Azubis Doris und Dominik zu unterschiedlichen Gelegenheiten seinen Snapchat-Account übernehmen. Nutzer konnten die beiden dann durch die Schicht begleiten und später auch Fragen stellen.

dm – #neubeidm

Soical Media Marketing bei Instagram

Quelle: Screenshot


Die Drogeriekette dm bespielt alle relevanten Social-Media-Kanäle (sowie Snapchat) und ist das deutsche Unternehmen mit den meisten Instagram-Followern. 777,000 Menschen folgen dm auf der sozialen Foto-Plattform – und das obwohl dort fast ausschließlich Werbefotographien gepostet werden. Was dm dabei richtig macht? Es lässt die Bilder für sich sprechen und vor allem professionell schießen. Wer sich den Instagram-Account des Drogeriekonzerns ansieht, erlebt das gleiche, wie beim Blättern einer Mode-Zeitschrift und wird gleichzeitig interaktiv eingebunden. Relevanz bekommen die Bilder durch ihre auf das Quadratformat angepasste Ästhetik und den Neuigkeitswert. Der Trick dabei ist, dass Low-Budget-Beauty hier mit denselben Mitteln verkauft wird wie die namhaften und teuren Branchenvertreter. Die Zielgruppe dms ist jung, trendorientiert und kauft offenbar auch ein, weil es ihr Spaß macht.
Die Präsentation allein wirkt wie ein Call to Action, begleitet werden die Fotos von den obligatorischen Hashtags, passend zu den aktuellen Anlässen und gelegentlichen Mitmach-Aktionen in Form von Fragen an das Publikum, Fotoaktionen und Gewinnspielen.

Was Du aus diesen Beispielen lernen kannst

Ein gelungener Social-Media-Auftritt ist wie ein Kunstwerk: Man empfängt die Message, sieht aber nicht, wie viel an Vorüberlegung und Handwerk dahinter steckt. Weiß man, worauf man achten muss, lässt sich eine Art Konstruktionsplan erkennen.

Alle drei oben genannten Unternehmen…

…kennen und pflegen ihr jeweiliges Image.

…kennen ihre Zielgruppe.

…spielen ihrer Zielgruppe regelmäßig für sie relevante Inhalte zu.

…legen den Fokus auf die Interaktion mit der Zielgruppe.

Der Content ist immer einmalig und auf die jeweiligen Adressaten zugeschnitten und bietet auch dadurch Mehrwert, dass er aktuell ist. Ob es nun um die Midsommar-Verkaufsaktion bei IKEA, die für Snapchat typischen kleinen Zeitfenster, in denen Inhalte abrufbar sind, oder den neuen Nagellack in diversen Trendfarben bei dm geht, die Unternehmen vermitteln uns über Social Media das Gefühl in Echtzeit dabei zu sein.

Wenn Schweigen nicht Gold ist

Die jeweiligen Social Media-Plattformen werden dabei nicht nur benutzt, um Content in nur eine Richtung hinauszublasen, sondern auch, um mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten. Es geht nicht unbedingt darum, über Social Media Verkäufe an Land zu ziehen. Die sozialen Netzwerke helfen Dir vielmehr, Deine Bekanntheit zu steigern und eine Beziehung zu Deinen Kunden und Interessenten aufzubauen. Wenn jemand Dein Fan wird, weil er oder sie sich von Deinen Posts unterhalten und informiert werden will, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass dieser User bei Bedarf bei Dir kauft oder Dich an jemanden weiterempfiehlt. Dabei sein ist hier deshalb nicht alles. Als Social-Media-Motto wird es auch niemanden glücklich machen, es gibt nämlich nur wenige Dinge die schlimmer sind, als seinen Account zu vernachlässigen und User wissen zu lassen „Hier hat sich seit 3 Jahren nichts oder nur sehr, sehr wenig getan.“

Werde daher im Rahmen der Eigenheiten der jeweiligen sozialen Plattform kreativ! Deine Fans oder Follower freuen sich, wenn sie interaktiv eingebunden werden. Hierzu sind Umfragen ein gutes und einfaches Mittel. Du kannst den an Deinem Unternehmen Interessierten aber auch allgemeine Fragen stellen. Sie zum Beispiel beim Posten eines Beitrags nach ihrer Meinung zum Thema fragen. Eine gute Idee sind auch gelegentliche Gewinnspiele, wobei Du hier aufpassen musst, nicht zu spamy zu wirken („Teile Diesen Beitrag, um XY zu gewinnen!“). Benutze Analysetools auch, um herauszufinden, wann und ob und wie Du Deine Social-Media-Strategie optimieren kannst.

Großer Effekt auch mit geringen Ressourcen

Nun handelt es sich bei allen drei ausgewählten Beispielen um Konzerne mit Kapital, das durchaus auch in professionelle Produktfotographie, Foodfotographie und Videos fließt. Aber auch Bootstrapper mit geringen Ressourcen haben die Chance, gutes Social Media Marketing zu betreiben. Sie haben sogar den Vorteil, dass die Kommunikationswege innerhalb des Unternehmens entsprechend kurz sind, sodass, wer auch immer sich um die SM-Accounts kümmert, in der Regel gut informiert ist. Seinem Unternehmen nicht nur ein Image, sondern auch ein Gesicht zu geben, wird dadurch einfacher. Wenn eine emotionale Bindung zum Unternehmen bzw. zur Marke aufgebaut werden soll, bietet das Gefühl, persönlichen Kontakt zu den Köpfen hinter dem Konzept zu haben, einen entscheidenen Mehrwert. Viel muss das nicht kosten. Nicht zuletzt wurde Instagram schließlich so programmiert, dass auch Laien schöne Fotos posten können. Wenn Dein Produkt nicht so fotogen ist, wie eine Lidschattenpalette, so kannst Du Deinem Unternehmen vielleicht durch Bilder und kurze Videos vom Arbeitsplatz oder -prozess ein Gesicht geben.

Zusammenfassend:

Von den gelungenen Social-Media-Strategien Anderer kannst Du viel lernen. Das gilt auch, wenn die entsprechenden Unternehmen in einer anderen Größenordnung und in anderen Branchen unterwegs sind als Du. Social Media hat den Vorteil, dass Du mit relativ wenig Geld, viele Menschen erreichen kannst. Nutze diesen Umstand, stelle Dich Deiner Zielgruppe vor, gib Deinem Unternehmen wortwörtlich ein Profil und begeistere Deine Fans und Follower mit Deinen Inhalten!

Da Online Marketing eines der Hauptthemen auf Gründer.de ist, gibt es an dieser Stelle eine Liste weiterführender Artikel:

• Diese 9 Gebote sind das A und O im Social-Media: Strategien zur Anwendung von Social Media für Ihr Internetunternehmen

• In 5 Schritten zum Facebook-Superhelden: Wie du mit Hilfe von Facebook Werbeanzeigen durchstarten kannst!

• Wie Du die Facebook App für Dein Business nutzen solltest

• 4 Wege wie Sie mit Instagram abräumen: Wie die App zur Verbesserung Ihres Business-Erfolges beiträgt

• 12 Tipps für die optimale Instagram-Präsenz So erhältst du mehr Follower und eine größere Reichweite

• Erfolgreiches Social Network Marketing mit XING: Persönliche Beziehung zu Kontakten aufbauen

• Snapchat für Gründer: Spielerei oder Marketing-Tool? Was Snapchat ist und warum Du es nicht ignorieren solltest

• Pinterest – Lohnt sich das für mich?

• Online-Marketing für Start-Ups: Von SEO bis Viral Seeding

• Social Seeding – Lohnt sich das für mich?


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