Everything is social. - Quelle: theconversationprism.com CC BY 2.5

Everything is social. – Quelle: theconversationprism.com CC BY 2.5

Facebook, Google+, LinkedIn, XING, Twitter, YouTube, Instagram, Tumblr, Pinterest, WhatsApp, Snapchat, Flickr, Vimeo, Ello, Tsu… es gibt so viele Soziale Netzwerke – welches ist nun das Richtige? Sollte ich auf mehr Plattformen präsent sein? Und wenn ja, auf welchen? Und macht man mit einem Facebook-Account grundsätzlich alles richtig?
Wir versuchen in diesem Beitrag ein wenig Klarheit zu schaffen und unseren Lesern eine Übersicht über die relevantesten Sozialen Netzwerke zu geben.

Da es darum geht, eine möglichst große Reichweite zu erzielen, macht es hier Sinn, die Relevanz an den Nutzerzahlen festzumachen. Dabei fällt auf, dass es sich bei vielen der größten sozialen Netzwerke um Instant Messenger und/oder um in China beliebte Netzwerke handelt. Für den deutschsprachigen und europäischen Markt, sowie für Gründer, die kein Mandarin können, sind Letztere dementsprechend zu vernachlässigen.

Statista.com Social Media User weltweilt 2016

Messenger Marketing ist ein Kapitel für sich. Außer im Falle Snapchats ist es eher mit Newsletter-Marketing verwandt. Hier erreichst Du Deine Zielgruppe, indem Du ihr über Widgets und Plugins die Möglichkeit bietest, sich für Newsletter via Messenger einzutragen. Auch Deine Kundenbetreuung kann über Instant Messenger stattfinden.
Snapchat-Marketing hingegen ist eher eine Ergänzung zu Deiner übrigen Social-Media-Strategie. Wenn Du hier aktiv wirst, ist es sinnvoll, Deine Adressaten über andere Kanäle darüber zu informieren, dass Du A. einen Snapchat-Account hast und B. demnächst etwas Spannendes damit machst. Andernfalls bekommst Du nicht genügend Aufmerksamkeit.
Insgesamt funktionieren Instant Messenger etwas anders als Facebook und Konsorten, weswegen wir ihnen ein anderes Mal einen ganzen Beitrag widmen werden.

Das sind die wichtigsten Sozialen Netzwerke

Gehen wir nur nach den globalen Userzahlen, sieht die Top-Auswahl für die B2C-Kommunikation via Social Media so aus:

• Facebook • Tumblr • Instagram • Twitter •Pinterest • LinkedIn

Hier eine Empfehlung auszusprechen ist wie ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Jedes dieser Netzwerke funktioniert nämlich anders und legt den Fokus auf eine andere Kommunikationsform.
Außen vor bleiben in dieser Liste auch Google+ und Xing. Diese Plattformen sind selbst ohne unter den 15 Größten zu sein, hierzulande verbreitet genug, um zu den wichtigsten Sozialen Netzwerken gezählt zu werden.

Facebook

Jede/r ist bei Facebook. Statista zitiert GlobalWebIndex mit eindeutigen Werten: Mehr als vier Fünftel aller 16-36 Jahre alten Internetnutzer weltweit haben einen Facebook-Account. Unter den 35-44 Jahre alten Nutzern sind es noch immer 80% und selbst bei den Usern um die sechzig nutzen immer noch 69% das soziale Netzwerk (Stand: Ende 2015).
Daraus folgt, dass Facebook die ultimative Anlaufstelle ist, wenn Du die breite Masse erreichen möchtest.
Ob Videos, Fotos, animierte Gifs oder geteilte Blogbeiträge – du kannst alles mit Deinen Abonnenten teilen. Ebenso kannst Du auch gezielt Gruppen targeten und Beiträge bewerben.

Google+

Das Soziale Netzwerk des Suchmaschinen-Giganten ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Obwohl sein Durchbruch bis heute auf sich warten lässt, ist es noch immer die größte Facebook-Alternative. Die hohen Nutzerzahlen von Google+ (2,5 Milliarden weltweit) sind nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass das Anlegen eines Google+-Accounts bis 2014 Pflicht war, wenn User bestimmte Google-Dienste nutzen wollten.
Ein gut gepflegtes Google+Profil kann den Webauftritt Deines Business ergänzen. Mit einem solchen Profil bis Du in der SERP präsenter und aufgrund des vergleichsweise niedrigen Interaktionsgrades ist es auch pflegeleicht – was nicht heißt, dass nicht ab und an etwas auf dem Profil passieren sollte.

Twitter

Twitter ist etwas für alle, die mitmischen wollen. Mit 140 Zeichen und über Hashtags hat man die Möglichkeit, jene Menschen zu erreichen, die einem nicht aktiv folgen. Gründer haben, durch ihre Beiträge die Gelegenheit, Teil des aktuellen Diskurses – Stichwort: Trending Topics – zu werden. Twitter kann beim Aufbau und bei der Pflege der eigenen Reputation helfen und einen als Experten hervortreten lassen. Aktualität und Aktivität werden hier groß geschrieben.

Tumblr

Tumblr ist ein Blogging-Netzwerk, bei dem Inhalte geteilt und mit Hashtags versehen werden können. Und teilen kannst Du alles, von hochwertigen vom Profi geschossenen und bearbeiteten Fotos, über Selfies, Videos, Musikstücke bis hin zu Texten und Zitaten. Durch Tags erreichst Du hier auch User, die dir nicht unmittelbar folgen, aber auf Tumblr nach entsprechendem Content stöbern. Gute Inhalte werden im Netzwerk in der Regel dadurch belohnt, dass man sie teilt – die perfekten Bedingungen, um viralen Content zu posten. Da Nutzer andere Inhalte in einem langen, scrollbaren Feed zu sehen bekommen, verzeihen sie uninteressante Beiträge eher, als auf anderen Plattformen. Tumblr eignet sich dementsprechend auch gut, um zu experimentieren. Zudem können auch nicht angemeldete User Deine Inhalte sehen. Dein Tumblr-Account lässt sich außerdem mit Deinem Instagram-Account verknüpfen.

Instagram

Facebook- und tumblr-kompatibel und für die mobile Nutzung gedacht, bietet Instagram eine gute Möglichkeit, mit Bildern auf sich aufmerksam zu machen. Das können Produktfotos sein oder Bilder, die deinen Arbeitsalltag und -prozess dokumentieren oder mit Bildern hinterlegte Inspirationssprüche. Das quadratische Format ist ein wenig eigenwillig, aber die App punktet mit integrierter Bildbearbeitung, die es selbst Foto-Laien ermöglicht, etwas Ästhetik aus ihren Schnappschüssen zu kitzeln. Auch hier wird mit Hashtags gearbeitet.

Pinterest

Bei Pinterest werden ebenfalls Bilder und Fotos geteilt. Die Plattform erlaubt es, Bilder zu liken und zu repinnen, also über seinen eigenen Account zu teilen. Wenn Du ein Produkt anbietest, das sich vor der Kamera gut in Szene setzen lässt, ist Pinterest eine Option. Gleiches gilt für einen fotogenen Arbeitsprozess oder Arbeitsplatz. Beliebt ist Pinterest auch bei Online-Shops, die ihre Kundschaft hier mit Bildern inspirieren. Als digitaler Modekatalog ist Pinterest vor allem bei weiblichen Usern beliebt, die einen Großteil der Nutzer ausmachen.
Das Netzwerk erlaubt es Außenstehenden nur bedingt auf Inhalte zuzugreifen. Angemeldet sind weltweit jedoch 100 Millionen Nutzer. Die Hälfte davon ist in den USA ansässig.

XING

An dieser Stelle wären wir bei den Netzwerken für den B2B-Kontakt angelangt. Wenn Du Kontakt zu KMUs im deutschsprachigen Raum suchst, ist XING das richtige Netzwerk.

LinkedIn

Umgekehrt ist LinkedIn die Plattform für die internationale B2B-Vernetzung. Größere Unternehmen sind hier eher anzutreffen.

Welches Soziale Netzwerk sollte ich wählen?

Natürlich ist es auch wichtig herauszufinden, ob die Zielgruppe überhaupt auf der jeweiligen Plattform anzutreffen ist. Zum Beispiel zeigt die Social-Media-Expertin Olsy Sorokina in einem umfassenden Vergleich Sozialer Fotonetzwerke unter anderem, dass Instagram tendenziell ein jüngeres Publikum bedient als Pinterest und Tumblr.
Unabhängig davon, solltest Du Dich fragen, welche Form von Content Du mit welcher Häufigkeit teilen willst oder kannst. Wir haben hierzu einen Flowchart erstellt, der Dir die Entscheidung für ein oder mehrere Soziale Netzwerke erleichtern soll.

Welches Soziale Netzwerk passt zu mir?

Nützliche Tools

Am Ende entscheidet man sich selten für nur eine Plattform, sondern nutzt in der Regel mehrere Soziale Netzwerke parallel oder ergänzend oder verschaltet unterschiedliche Accounts, wie etwa Facebook und Instagram, miteinander.
Allerdings helfen Tools Dir, Zeit zu sparen und den Überblick zu behalten, indem sie Dir das tägliche Abklappern all Deiner Social-Media-Präsenzen abnehmen.

Das beliebteste dieser Tools ist Hootsuite. Es wird innerhalb Deines Browsers geöffnet und erlaubt Dir, auf mehreren Kanälen gleichzeitig zu posten. Nützlich ist auch der dazugehörige Shortener, der es dir ermöglicht, URLs auf eine handhabbare Länge zu kürzen und die Klicks auf den Link zu tracken.
Alternativen sind zum Beispiel Sprout Social, Kuku und Social Pilot.

Zusammenfassend

Es gibt eine Vielzahl sozialer Netzwerke. Allerdings ist nur eine Handvoll davon auch im deutschsprachigen Raum verbreitet und groß genug, um für Gründer relevant zu sein. Wenn Du beschließt, Deine Reichweite mit Social Media zu erhöhen, solltest Du Dich zuvor fragen, welche Art von Content Du bietest und ob Deine Zielgruppe auch dort ist, wo du dann aktiv bist. Mit Facebook machst Du eigentlich nichts falsch, aber weitere Accounts können Deinen Webauftritt sinnvoll ergänzen.

Du solltest dabei immer bedenken, dass jedes Netzwerk seine Eigenheiten hat und für bestimmte Dinge besonders gut geeignet ist. So ist zum Beispiel Pinterest ein Netzwerk, um potentielle Kunden bzw. Kundinnen zu inspirieren. Hochwertige Produktfotos sind hier essentiell, während bei Tumblr für Nutzer uninteressante Inhalte einfach „überscrollt“ werden und Instagram Dir mit seinen unterschiedlichen Filtern und seinem Einheitsformat unter die Arme greift.

Viele Social-Media-Plattformen sind miteinander kompatibel, sodass Inhalte aus einem Netzwerk unkompliziert in einem anderen zugänglich gemacht werden können. Auf Profi-Level arbeitest Du jedoch mit Social-Media-Managing-Tools wie Hootsuite oder Kuku.