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Jonas Weber

Name
Jonas Weber
Firma
etmetis GmbH
Anschrift
Steinsdorfstr. 19 , 80538 München
Beruf
Geschäftsführer, Unternehmer, Freier SEO & Online Marketing Consultant
Fachgebiete
Marketing, Suchmaschinenoptimierung (SEO), E-Mail-Marketing, Webdesign
Webseite
jonasweber.com
Social Media
Xing, Twitter, Facebook, Google+

Der ehemalige Google-Mitarbeiter Jonas Weber ist selbstständiger Suchmaschinenoptimierungs- und Online-Marketing-Berater. Dank der Arbeit im Google-Search-Quality-Team in Dublin konnte er sich exklusives Know-How im Bereich SEO aneignen und sich damit einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Sein Wissen in diesem Bereich konnte der Diplom-Kaufmann des Weiteren auch durch die Arbeit bei Großkonzernen wie Lufthansa und Bertelsmann im Online-Marketing-Bereich vertiefen. Jonas Weber ist Mitgeschäftsführer der etmetis GmbH, einer Online PR und Content Marketing Agentur mit Sitz in München.

„Die perfekte Keyworddichte ist ein Thema von vorgestern und nicht mehr aktuell.“ – Jonas Weber im Interview mit Gründer.de


Jonas, bis 2009 warst du Mitarbeiter des Google-Search-Quality-Teams. Kannst du uns – soweit es dir erlaubt ist natürlich- erzählen, was du dort gemacht hast? Was waren deine Aufgaben?


Jonas Weber: Aus Dublin wird hauptsächlich die Suchqualität der europäischen Indizes gesteuert. Das hat sich angefühlt wie ein Erasmus-Studium: ein einmaliges internationales Team mit Freunden fürs Leben, eine hohe Lernkurve in einem sehr spannenden Thema mit überdurchschnittlicher Bezahlung und vielen Company-Benefits. Für mich persönlich war es der ideale Einstiegsjob und ich denke mit vielen positiven Gefühlen an die schöne Google-Zeit zurück.

In Bezug auf die Arbeitsaufgaben kann ich Folgendes sagen:

Das beste Ergebnis erhält man generell, indem die maschinellen und die menschlichen Stärken zusammen ausgenutzt werden. D.h. jeder Algorithmus ist fehlbar und muss deswegen von menschlicher Hand überprüft werden. Sind die Ergebnisse nicht zufriedenstellend, wird in den meisten Fällen der Algorithmus angepasst, bei Manipulationsversuchen teilweise aber auch manuell eingegriffen. Hier halte ich den Einsatz von Muttersprachlern für extrem wichtig, da es wichtig ist, den eigenen Markt sehr gut zu kennen und hier teilweise spezifische Anpassungen geschehen müssen.

Für beide Maßnahmen ist die Entnahme diverser Stichproben von Webseiten erforderlich, unterschiedliche Kriterien können für die Auswahl der Seiten entscheidend sein. Das Ziel ist ganz klar eine algorithmische Lösung der aufkommenden Probleme. Bei der unendlichen Anzahl von Websites ist das gar nicht anders zu stemmen.

Durch die extreme Marktmacht von Google ist die Manipulation der Suchergebnisse natürlich ein attraktives Ziel. Tricks, die vor 3 Jahren gut funktionierten, sind heute wirkungsloser, weil Google dagegen vorgeht und hier immer besser wird. Allerdings werden ständig neue Schlupflöcher von den SEOs gefunden. Es ist also ein ständiges Katz- und Maus-Spiel, das Niveau auf beiden Seiten wird immer höher. Trotzdem lässt sich ein Trend erkennen: Websites müssen generell immer mehr Themen wie Brand, Content-Qualität, Link-Qualität oder v.a. Usability in ihrer SEO-Strategie implementieren. Somit würde ich behaupten: Mein ehemaliges Team macht weiterhin einen richtig guten Job.

Google gilt als einer der beliebtesten Arbeitgeber. Was war dein Grund, Google zu verlassen und dich stattdessen selbstständig zu machen?

Jonas Weber: Google ist auf jeden Fall ein hervorragender Arbeitgeber, der seine Top-Talente in vielen Bereichen verwöhnt. Wenn man jemals die Chance bekommt bei Google zu arbeiten, sollte man diese unbedingt wahrnehmen. Es ist ein einmaliges Erlebnis. Die ganzen Zusatzbenefits wie kostenloses Essen, Massagen, Spielwiesen, Ski-Trips, etc. haben das Arbeitsleben sehr aufgepeppt.

Das Beste an Google sind aber die Kollegen, hier macht die Personalabteilung einen exzellenten Job. Gerade in Dublin besteht das Team aus einem internationalen Mix, hauptsächlich aus europäischen Ländern. Kollegen wurden zu Freunden und jedes Wochenende gab es in irgendeiner Google-WG eine Google-Party. Ich habe Bekannten meinen Job bei Google immer als sehr gut bezahltes Erasmus-Studium beschrieben. Aber natürlich haben wir auch hart gearbeitet.

Für den Weggang gab es sowohl berufliche als auch private Gründe. Für mich persönlich war schon immer die Gründung eines eigens Unternehmens eine attraktive Herausforderung. Ich liebe es zu arbeiten, teile mir die Arbeit aber auch gerne selbst ein und übernehme Verantwortung.

In Bezug auf das Thema SEO habe ich bei Google erfahren dürfen, wie viele Agenturen mit nicht richtlinienkonformen Maßnahmen arbeiten oder nicht-realistische Ziele garantiert werden und der Kunde das in den meisten Fällen nicht weiß bzw. nicht richtig einschätzen kann. Der Kunde ist dann der Leidtragende, wenn er abgestraft wird.

Diese Problematik war für mich eine Steilvorlage. Ich erhielt während meiner Arbeit das wohl beste SEO-Training überhaupt und sah es als eine große Chance an, mit diesem einmaligen Wettbewerbsvorteil in Deutschland an den Start zu gehen. Zum Leitsatz habe ich mir ganz klar Google-konforme SEO gemacht, spammige Websites ohne Mehrwert berate ich grundsätzlich nicht.

Wie verlief dein Weg in die Selbstständigkeit? Was lief gut? Was lief vielleicht nicht wie geplant? Hast du vielleicht Fehler begangen, die du vermeiden würdest, wenn du dich erst heute selbstständig machen würdest? Wenn ja, welche wären das und was hat sich mit deiner Selbstständigkeit im Vergleich zu vorher als Google-Mitarbeiter für dich verändert?

Jonas Weber: Gerade aufgrund des Wettbewerbsvorteils lief der Weg in die Selbständigkeit erstaunlich gut. Investitionen haben wir ausschließlich aus laufenden Einnahmen getätigt. Die meisten unserer ersten Kunden kamen auf Empfehlung bzw. über das Internet. Kaltakquise haben wir nie betrieben. Von Anfang an haben wir viele kleinere Kunden betreut (die ganze Online-Marketing-Palette) und ein paar größere Kunden beraten (nur SEO). Gerade am Anfang war es uns wichtig mehrere längerfristige Verträge mit kleineren Kunden abzuschließen, um mithilfe von regelmäßigen Einnahmen Investitionssicherheit zu erhalten. Es mussten sich in der Betreuung erst noch viele Prozesse einspielen, auch im Backoffice-Bereich. Da waren die kleineren Kunden im Betreuungsbereich einfacher zu stemmen ohne an Arbeitsqualität einzubüßen.

Zwei weitere Gründe sprachen dafür, zu Beginn auf kleinere Kunden zu setzen. Der Akquisezeitraum ist deutlich kürzer und Entscheidungen werden schneller gefällt. Ebenfalls stellen sich in kürzerer Zeit Erfolge für unsere Kunden ein und aufgrund der vorab definierten KPIs weiß der Kunde das auch. Er dankt es dann mit sehr proaktiver Weiterempfehlung.

Wie hat sich die Suchmaschinenoptimierung in den letzten Jahren verändert? Wo wird SEO deiner Meinung nach in fünf Jahren sein? Was wird sich deiner Meinung nach verändern?

Jonas Weber: In der Suchmaschinenoptimierung (SEO) sind vor allem vier Bereiche entscheidend. Zunächst ist es wichtig, die Website technisch korrekt auszurichten. Grundlage für gute Platzierungen sind dann relevante, hochwertige Texte, die wichtigen Suchbegriffe sind im Text mehrfach zu erwähnen. Anschließend sind ausreichend externe Verlinkungen von anderen Websites auf die eigene nötig, um die Reputation bei Suchmaschinen wie Google zu erhöhen.

Der langfristig wichtigste Ranking-Faktor ist aber der Benutzer selbst: Sendet er positive Nutzer-Signale an Google, dann wurde alles richtig gemacht.

Das heißt für uns als Unternehmen: Wir sind daran interessiert, eine sehr nutzerfreundliche Website für unsere Kunden zu bauen, die bestenfalls noch die in Google gesuchten Probleme der Kunden löst. Nur dann sammeln wir positive Nutzer-Signale wie lange Aufenthaltsdauer und geringe Absprungraten und steigen so in den Rankings.

Andere Ranking-Faktoren wie Backlinks werden dann sogar etwas unwichtiger. Diese Entwicklung ist sehr angenehm, denn Google lässt sich so schwerer manipulieren, und der ehrlichste Ranking-Faktor überhaupt, das Benutzerverhalten, entscheidet. Zwei wesentliche Punkte helfen dabei: die Erstellung von Content mit Mehrwert für die Zielgruppe, der bestenfalls Probleme löst, und der Aufbau einer Marke, was auch in der eigenen Nische funktioniert. Brands bringen grundsätzlich ein besseres Benutzerverhalten mit als weniger bekannte Websites, beispielsweise wiederkehrende Besucher, die direkt nach dem Markennamen gesucht haben.

Es gibt immer wieder Fälle, bei denen Webseiten aufgrund unerlaubter SEO-Methoden aus dem Google-Index entfernt werden. Wie finden Unternehmen seriöse SEO-Agenturen, um sich davor zu schützen?

Jonas Weber: Das ist eine sehr schwierige Frage. In der Vergangenheit hat fast jede SEO-Agentur gegen die Google Richtlinien verstoßen, alleine schon weil es in diversen umkämpften Bereichen leider nicht anders ging, um gute Rankings zu erarbeiten bzw. der Kunde es sogar explizit verlangt hat. Oft wurden die Kunden von den SEO-Agenturen aber einfach nur „verarscht“: 0 Transparenz, großes Risiko mit Black-Hat-Methoden. Zum Glück hat Google hier gegensteuern können, Qualität wird immer wichtiger. Das hat aber zu einem großen Knall geführt: Viele Websites haben ihre Rankings von heute auf morgen verloren. In vielen Fällen war es existenzbedrohend.

Genauer gesagt: Vor wenigen Jahren war es noch üblich, Links im Netz einzukaufen oder sich auf irrelevanten Websites zu platzieren, um die eigene Offpage-Reputation für Suchmaschinen wie Google zu steigern. Damit wollte man in einer möglichst kurzen Zeit viele Links aufbauen, egal um welchen Preis.

Inzwischen ist Google deutlich weiter und bekämpft diese manipulativen Techniken. Heute schadet der gegen die Richtlinien der Suchmaschinen verstoßende Linkeinkauf nur. Nicht selten hört man von großen Websites, die gegen die Google-Richtlinien verstoßen haben und so langfristig mit Abstrafungen seitens Google zu kämpfen haben. Eine solche Abstrafung – in der Fachsprache auch Penalty genannt – bedeutet in der Regel eine starke Verringerung der Sichtbarkeit und somit den rapiden Verlust von Besucherzahlen auf der eigenen Website über Google. Was folgt, ist ein steiniger Weg wieder zurück an die Spitze, der zum Teil Jahre dauern kann.

Besser ist es daher, auf sogenannte White-Hat-Strategien zu setzen und Linkeinkauf als sogenannte Black-Hat-Methode im SEO zu streichen. Natürlicher Linkaufbau und Google-konforme SEO-Strategien sind hier das Stichwort, um die eigene Reputation nachhaltig im Internet zu stärken.

Zurück zur Ursprungsfrage: Nur für die technische Onpage-Optimierung ist eine kompetente SEO-Agentur einfacher zu finden als eine die zusätzlich Offpage arbeitet. Am besten Referenten auf diversen Konferenzen ansprechen oder auf Empfehlungen hören. Für die Texte & den Linkaufbau eher eine auf Content Marketing oder Online PR spezialisierte Agentur engagieren (z. B. http://etmetis.com, hier bin ich auch beteiligt :)). Hier gibt es deutlich mehr seriöse Anbieter, die Arbeit lässt sich auch besser einschätzen.

Es gibt immer wieder Gerüchte über die optimale Keyword-Dichte für Webseiten. Manche schwören auf einen Wert zwischen 3 und 5%. Andere sind der Meinung, eine Schlüsselwort-Dichte bis 12% sei in Ordnung, wohingegen andere sicher sind, dass eine Keyword Density ab 7% von Google bestraft wird. Was ist deiner Meinung nach die optimale Keyword-Dichte? Gibt es überhaupt einen optimalen Wert und hast du weitere Tipps bezüglich der Keyword-Auswahl, um ein besseres Ranking auf der SERP zu erzielen? Was hältst du von Keyword Analyse Tools? Gibt es Tools, die du favorisierst?

Jonas Weber: Die perfekte Keyworddichte ist ein Thema von vorgestern und nicht mehr aktuell. Es funktioniert auch nicht mehr wirklich. Der neue Trend ist eine semantische WDF*IDF Optimierung der Texte (mehr Infos unter https://de.onpage.org/wiki/WDF*IDF). Zur Bestimmung der Keywords, die idealerweise im Website Content benutzt werden sollten, kann ein WDF*IDF-Tool dienen, wie z. B. onpage.org. Denn mit Hilfe eines WDF*IDF-Tools können Texte nicht nur hinsichtlich eines bestimmten Keywords optimiert werden, sondern die Tools geben auch Hinweise darauf, welche weiteren Terme ein Text enthalten muss, um möglichst einzigartig zu sein.

Weitere gute Tools für die Keywordrecherche sind nach wie vor der Keyword Planner von AdWords, übersuggest und die eigene interne Suche bzw. SEO Tools wie Sistrix und Searchmetrics. Hier lassen sich die Konkurrenzrankings analysieren.
Sehr zufrieden bin ich mit der Weiterentwicklung der Google Search Console (früher Webmaster Tools). Für die eigene Website finden sich hier inzwischen einmalige Daten (z.B. Impressionen und Klicks pro Keyword). In Kombination mit Onpage.org* können die Daten dauerhaft gespeichert, viel feiner gefiltert und mit anderen Onpage-Daten kombiniert werden. Möglich macht es die neue API der Search Console.

Zum Schluss würde ich mich sehr darüber freuen, wenn du unseren Lesern noch deinen persönlichen SEO-Geheimtipp mit auf den Weg gibst. Was sollten Firmen und Selbstständige auf alle Fälle in Bezug auf SEO beachten?

Jonas Weber: Meiner Meinung nach wird YouTube immer noch extrem unterschätzt. Es ist immerhin die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Schaffe ich es als Unternehmen hierfür hochwertige Videos zu produzieren, sind diese mehrfach einsetzbar, u.a. auch auf der Firmen-Website oder für die Bewerbung über den eigenen E-Mail Newsletter. Die Optimierung funktioniert hier so wie vor ca. 5 Jahren in Google, also sehr einfach und hauptsächlich Onpage.

Bei zufriedenstellendem Benutzerverhalten werden die Videos auch das SEO-Ranking in Google positiv beeinflussen, wenn das YouTube-Video in die Website eingebunden wird. Die Konkurrenz sieht meistens zu große Hürden, um Videos zu produzieren.

Gründer.de bedankt sich bei Jonas Weber für das interessante und lehrreiche Interview!

Fragen oder Verbesserungsvorschläge


Klaus Sucher 15. August 2016 um 20:26

Super Interview. Vielen Dank an beide, Jonas Weber und Sandra Hubert. Für jemand wie mich, der sich die Kunst der SEO mühsam selbst aneignet, ist das eine echte Fundgrube. Bin echt dankbar.

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