© CC0 Public Domain/ pixabay.com

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Die Social Media Plattform Facebook ist mit über 1,3 Milliarden Usern die bedeutenste Plattform für den sozialen Austausch von Menschen. Diese Tatsache ist inzwischen auch den meisten Unternehmern bewusst, weshalb viele eine Präsenz in Form einer Facebook Fanpage besitzen.

In letzter Zeit wurden die negativen Stimmen gegenüber Facebook als Marketinginstrument jedoch immer stärker. Wie Facebook nun auch offiziell bestätigt, sehen lediglich 8% aller Fans einer Fanpage die vom Unternehmen verfassten Beiträge. Diese drastische Abnahme der Reichweite einer Fanpage kann und sollte nicht zur Seite geschoben werden. Es reicht also heutzutage nicht mehr aus, nur regelmäßig gute Inhalte zu posten.

Daher möchten wir dir in diesem Artikel zeigen, wie du mit den richtigen Strategien und Taktiken Facebook perfekt für dich nutzen kannst, um so das Maximum an Reichweite zu erlangen.
Die Facebook Werbeplattform bietet dir dazu mehrere Möglichkeiten an. In diesem Artikel gehen wir dazu auf eine einfache, aber sehr effektive Art von Facebook Advertising ein:
Und zwar auf „Beworbene Beiträge (so genannte „Promoted Posts“).

Was sind beworbene Beiträge?

Du erkennst beworbene Beiträge an dem Schriftzug „empfohlener Beitrag“ oder „sponsored“.

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Diese „empfohlenen Beiträge“ sind nichts anderes als normal veröffentlichte Facebook Seitenbeiträge, welche vom Betreiber der Fanpage gegen ein bestimmtes Werbebudget beworben wurden, um die Reichweite zu erhöhen.

Beachte aber: Nicht alle dieser Anzeigen sind Promoted Posts, es können auch die sogenannten „Gefällt mir“ Anzeigen sein, oder Anzeigen die auf Webseiten außerhalb von Facebook verlinken (Website Link Ads). Diese Anzeigetypen werden in diesem Artikel aber nicht behandelt.

Als Facebook Seitenbetreiber kennst du vielleicht die blauen „Beitrag Bewerben“ Buttons unterhalb der Beiträge deiner Fanpage. Genau mit diesem Button kannst auch du in wenigen Schritten deine Beiträge bewerben. Wie genau das funktioniert erklären wir Schritt für Schritt im nächsten Kapitel.

Vorab aber noch ein kleiner Einschub, um die Thematik noch besser verstehen zu können. Dazu folgender Screenshot:
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Hier siehst du eine Auswertung eines beworbenen Beitrages, also die damit erzielte Reichweite. Es wurden also mit einem Werbebudget von 2€ insgesamt 98 Menschen erreicht, welche dann 21 Aktionen ausgeführt haben. Diese Aktionen können zum Beispiel ein Kommentar unterhalb eines Postings sein oder ein Like/ Share eines Beitrages.

Die Kennzahl „Paid Reach“ gibt an, wie viele Menschen diesen Beitrag also als „empfohlenen Beitrag“ gesehen haben.
Bei der ursprünglichen Veröffentlichung eines Beitrages hast du aber natürlich auch „organisch“ schon ein paar Fans erreicht, aber definitiv nicht alle.

Beworbene Beiträge sind also anfangs der beste und einfachste Weg um deine wichtigsten Beiträge an relevante Zielgruppen zu kommunizieren.

Soll ich Beiträge im Newsfeed oder auf der rechten Seite bewerben?

Grundsätzlich unterscheidet Facebook zwischen 2 möglichen „Placements“ für Werbeanzeigen.

1. Facebook Newsfeed (an deinem normalen Rechner oder auf deinem Mobilgerät)

Das ist dein ganz normaler Newsstream, den du aus deinem tagtäglichen Gebrauch sicher kennst.

2. Die rechte Seite („Right Hand Side Ads“ – nur auf dem Desktop Rechner verfügbar)

Für beworbene Beiträge eignet sich nach Meinung vieler Facebook-Experten vor allem der Newsfeed. Warum das so ist, erklärt dir das Team von AdBacker in diesem kurzen Video:

Zusammengefasst: Vergiss zunächst die rechte Seite als möglichen Ort für deine Werbeanzeige auf Facebook. Konzentriere dich darauf, deine Beiträge im Newsfeed an interessierte Zielgruppen zu richten. Hier hast du nämlich die größte Aufmerksamkeit der Facebook-User, vor allem am Mobiltelefon.

Warum sollte ich Postings bewerben?

Wie schon erwähnt, hat Facebook selbst bekannt gegeben, dass die meisten Beiträge auf einer Fanpage nur noch wenige Fans erreichen.

Dieser Umstand ist ärgerlich, da jeder Unternehmer gern kostenlosen Traffic beziehen möchte.
Fraglich ist also, warum nur noch so wenig User Postings von Fanpages erhalten. Der Grund dafür liegt in der starken Zunahme der Neuigkeiten, Freunde und Fanpages in den Newsfeeds der User.

Ein durchschnittlicher User würde ohne Filterung der Inhalte im Schnitt 1.500 bis 5.000 Neuigkeiten pro Tag in seinem Newsfeed sehen. Dies wird von Facebook durch hunderte verschiedene Algorithmen auf bis zu 300 Beiträge begrenzt.

Schauen wir uns noch einmal an, wie drastisch der Unterschied zwischen einem beworbenen Beitrag und einem nicht beworbenen Beitrag sein kann:
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Im Beispiel oben sieht man deutlich, wie ein normaler Post lediglich 500 Menschen erreicht hat, wohingegen der beworbene Beitrag unten mit einem Budget von 25,-€ knapp 500.000 Menschen erreicht hat.
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Wählst du also die richtige Strategie bei der Bewerbung deiner Posts, erhältst du mit sehr wenig Werbebudget eine sehr große Reichweite.

Welche Art von Beiträgen eignen sich besonders gut für eine Promotion?

Der Beitrag soll immer ein Ziel erfüllen, egal ob du mehr Fans, mehr E-Mail Abonnenten oder sogar mehr Verkäufe in deinem Shop haben möchtest.

Im Idealfall erfüllst du sogar mehrere dieser Ziele gleichzeitig mit nur einem einzigen Post.

Hier ein paar Beispiele, welche Arten von Postings sich generell sehr gut für eine Promotion eignen:

a.) Gewinnspiele
b.) Rabattaktionen
c.) „Virale“ Website Link Posts
d.) „Virale“ Videos

Was muss ich bei der Bewerbung des Beitrages beachten?

Es gibt einige wichtige Dinge zu beachten, wenn du einen Beitrag auf deiner Fanpage durch Werbebudget bewerben willst.

a.) Wähle ein aussagekräftiges Bild

Laut einer Studie des Magazins „HubSpot“ erzeugen Bilder mit Abstand die höchsten Fan-Engagement-Raten: die Steigerungen liegen im Durchschnitt bei 120%.

Der Grund dafür ist recht simpel: Facebook ist ein soziales Netzwerk. Damit steht nicht die Vermittlung von Wissen im Mittelpunkt, sondern das Entertainment.

Bilder sind für dieses Entertainment im Social Media perfekt geschaffen. Sie lassen sich ohne großen Aufwand konsumieren und sagen mitunter mehr als 1000 Worte.

Hier ein kleines Beispiel von Starbucks:

Gruender.de-Facebook-Starbucks

b.) Überprüfe dein Bild auf zu viel Text

Laut Facebook müsst ihr euch halten. Ansonsten werden eure Anzeigen direkt oder nach wenigen Minuten von Facebook wieder deaktiviert. Ihr solltet vermeiden, dass dies öfter geschieht, sonst lauft ihr Gefahr euren Facebook Account zu verlieren. Benutzt deshalb im Zweifel immer das Facebook Grid Tool.

Mit diesem Tool könnt ihr eure Anzeigen auf zu viel Text kontrollieren. Dazu wählt ihr einfach die Teile eurer Anzeige aus, welche Text enthalten.
Das Tool sagt euch dann, ob diese Anzeige bestätigt wird oder nicht. Eine Erklärung hierzu findet ihr auf dieser Seite: Facebook Anzeigenbilder Textregel

c.) Stelle sicher, dass dein Beitrag eine Handlungsaufforderung enthält

d.) Nutze Videos und hinterlege dabei einen Link auf deine Website

Neben Bildern sind Videos der Entertainment Faktor bei Facebook. User lieben Videos ebenso sehr wie Bilder, ganz nach dem Motto: „je weniger ich lesen muss, desto besser.“

Und noch zwei heiße Tipps:

1. Statt Videos lediglich zu verlinken (z.B. auf YouTube), empfehlen wir diese direkt auf Facebook als Post hochzuladen. Der Vorteil: die Engagement Rate steigt nochmals um satte 40% (hier ein kleines Beispiel von RedBull):

2. Seit wenigen Monaten erlaubt es Facebook dir, einen Website Link zu hinterlegen, wenn du ein Video auf Facebook hochlädst. Nutze unbedingt diese Zusatzoption, da du durch diese weitere Handlungsaufforderung mehr Besucher und potentielle Neukunden auf deine Website lenken kannst:

An wen soll ich meine Beiträge richten?

Die Zielgruppenauswahl ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Facebook Marketing.

Daher hier einmal eine Richtlinie, an welche Zielgruppe du deine Facebook Werbeanzeige richten solltest.

I. Bestehende Fans(!)

Richte deine Beiträge immer zuallererst an Fans, und zwar NUR an diese Fans.
Warum? Deine bestehenden Facebook Fans kennen deine Inhalte bereits aus deinem Newsfeed oder haben zumindest einmal deine Seite mit „Gefällt mir“ markiert. Diese Fans fühlen sich also mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an deinen Inhalten gestört und bekommen eine kleine Erinnerung, dass du auch noch da bist.
Dies führt zu einer höheren Interaktionsrate, was wiederum sehr niedrige Kosten für dich impliziert.

Hast du nur wenig Werbebudget, ist hier also dein Budget am sinnvollsten eingesetzt.

II. E-Mail Abonnenten & Websitebesucher

Dies ist eine fortgeschrittene Möglichkeit der Zielgruppenansprache. Die Custom Audience Funktion von Facebook bietet dir die Möglichkeit, eine Liste mit E-Mail-Adressen auf Facebook hochzuladen, um dann gezielte Anzeigen an diese Liste zu schalten. So kannst du beispielsweise deine Facebook-Beiträge an Stammkunden wenden und diese Kunden zu Fans machen.

Außerdem bietet Facebook jedem Werbetreibenden an, selbst einen Retargeting Pixel von Facebook auf seiner Website zu platzieren. Auf Facebook „füllt“ sich dann Tag für Tag eine Liste mit deinen Webseitenbesuchern, welche dann wiederum mit Beiträgen angesprochen werden können. Dies ist eines der effektivsten Mittel um sehr günstige und effektive Beiträge zu bewerben.

III. Freunde von Fans & Interessen

Das klassische Schalten von Anzeigen nach Interessen ist eine weitere nützliche Funktion. Wenn dein Beitrag beispielsweise inhaltlich sehr stark mit der Sportart Fußball zu tun hat, kannst du beispielsweise als Interesse „Thomas Müller“ oder „Mesut Özil“ auswählen und erreichst somit Menschen, welche zwar bis dahin noch keinen Kontakt zu deinem Unternehmen hatten, aber deinen Beitrag vielleicht aufgrund des Inhalts interessant finden.

Außerdem kannst du als zusätzliche Möglichkeit deine Beiträge an die Zielgruppe „Freunde von Fans“ richten. Dies bedeutet nichts anderes als dass deine Beiträge in der Timeline von Menschen erscheinen, welche zwar nicht deine Fans sind, aber mit deinen Fans befreundet sind. Hier nutzt du den Vorteil einer Art Weiterempfehlung, da diese User über den beworbenen Beitrag einen Hinweis erhalten, dass ihre Freunde schon deine Seite mit „Gefällt Mir“ markiert haben. Der Social-Proof ist also definitiv gegeben.

3 Möglichkeiten um meinen Beitrag zu bewerben

I. Mit dem „Beitrag Bewerben“ Button unterhalb deiner Seitenbeiträge
II. Mit dem normalen Werbeanzeigenmanager
III. Mit dem Power Editor

Und jetzt du!

Dieser Artikel hat dir gezeigt, wie wichtig Werbeanzeigen auf Facebook sind, damit du wirklich das ganze Potential dieses riesen Social Media Netzwerkes ausnutzen kannst.

Daher solltest du dir wirklich klar machen, dass es ohne Werbebudget nahezu unmöglich ist, die gewünschte Zielgruppe auf Facebook effektiv zu erreichen und dein Unternehmen erfolgreich auf Facebook zu positionieren.

Setzt du allerdings das Wissen aus diesem Artikel um, kannst du deine Reichweite steigern und so die Begrenzung der News in dem Newsfeed deiner Zielgruppen zu deinem Vorteil nutzen!

Nutze also dieses Wissen und verschaffe dir einen klaren Vorsprung gegenüber deiner Konkurrenz.

Wir freuen uns auf deine Kommentare zu diesem Artikel.

Mit besten Grüßen,
Simon Seidl
Produkt Manager, Gründer.de